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VDMA Großanlagenbau setzt auf Modularisierung

| Redakteur: Claudia Otto

Einer Umfrage der Unternehmensberatung Maexpartners und der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (Agab) zufolge ist der Wettbewerbsdruck im Großanlagenbau in den vergangenen drei Jahren stark gestiegen. Von 160 Top-Managern des deutschen Großanlagenbau gaben 90 % an, der Konkurrenzdruck habe sich seit 2011 spürbar verstärkt, 85 % sehen eine nochmalige Verschärfung in den kommenden fünf Jahren.

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Durch Modularisierung und Standardisierung halten Großanlagenbauer eine Verbesserung des unternehmerischen Gesamtergebnisses um bis zu 10 % Prozent für möglich.
Durch Modularisierung und Standardisierung halten Großanlagenbauer eine Verbesserung des unternehmerischen Gesamtergebnisses um bis zu 10 % Prozent für möglich.
(Bild: Thyssen-Krupp)

Wie in anderen Industrien nimmt auch im Großanlagenbau die Zahl der Marktteilnehmer aus Schwellenländern stetig zu. Vor allem Anbieter aus Ostasien heizen den Kampf um Marktanteile an. Die chinesischen Anbieter werden als weltweit stärkste Herausforderer wahrgenommen.

„Der deutsche Großanlagenbau muss auf die Herausforderung aus Asien umfassend reagieren. Neben dem Ausbau der Technologieführerschaft und der Erweiterung des Serviceportfolios sind dabei vor allem Schritte zur Kostensenkung unerlässlich. Wie die vorliegende Studie belegt, setzt sich der Großanlagenbau daher intensiv mit dem Thema Standardisierung und Modularisierung auseinander“, sagt Helmut Knauthe, Sprecher der Agab und Chief Technology Officer der Thyssen-Krupp Technologies AG. Durch Modularisierung und Standardisierung halten die befragten Großanlagenbauer eine Verbesserung des unternehmerischen Gesamtergebnisses um bis zu 10 % Prozent für möglich.

Das A und O einer erfolgreichen Modularisierungsstrategie

Maexpartners-Geschäftsführer Martin Dekker erläutert: „Unsere Umfrage zeigt, dass durch eine konsequente Modularisierung allein beim Engineering Einsparungen von 15 % erreicht werden können.“ Die Fehlleistungs- und Gewährleistungskosten können nach Einschätzung der Teilnehmer sogar um durchschnittlich 23 % reduziert werden. Die konsequente Nutzung von Baureihen auf Baugruppen- und Maschinenebene und Anwendung in einer Plattformstrategie erweist sich dabei als A und O einer erfolgreichen Modularisierungsstrategie, denn nur durch den wiederholten Einsatz von Systemen und Anlagen können über Skaleneffekte die Fehlleistungskosten überproportional gesenkt werden. Bei den Projektlaufzeiten wird das Optimierungspotenzial von den Befragten im Schnitt auf 12 % geschätzt.

Um diese Ziele zu erreichen, sind in der Organisation und den Geschäftsprozessen große Anpassungen nötig, die vor allem das Engineering und die Angebotserstellung betreffen. Doch auch der Vertrieb müsse sich umstellen. Laut Knaute müssen dort das Bewusstsein und der Wille reifen, Standards zu verkaufen. Das könne nur gelingen, wenn das Topmanagement den Modularisierungsgedanken lebt und auch gegen interne Widerstände verteidigt.

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