VMC-MT-Baureihe von Emag Große Futterteile schnell im Wechsel bearbeiten

Redakteur: Andrea Gillhuber

Maximale Flexibilität, minimale Nebenzeiten und hohe Qualität werden in der Produktion gefordert – sei es nun bei der Prototpyenfertigung oder der Serienfertigung. Die Nutzfahrzeug- industrie stellt gesonderte Anforderungen.

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Blick auf die horizontale Bearbeitung im Maschineninnenraum: Der Prozess erfolgt hochgenau und mit kurzen Nebenzeiten.
Blick auf die horizontale Bearbeitung im Maschineninnenraum: Der Prozess erfolgt hochgenau und mit kurzen Nebenzeiten.
(Bild: Emag)

Gerade in Europa kennt die Marktentwicklung im Nutzfahrzeugbereich in den letzten Jahren nur eine Richtung – nach oben. So wurden nach Einschätzung des Branchenverbandes ACEA in der EU im vergangenen Jahr rund 2,08 Mio. Lastwagen, Transporter und Busse neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von über 1 % im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem die Nachfrage nach schweren Fahrzeugen mit mehr als 16 t war stark.

Für die Hersteller geht die positive Entwicklung aber mit einer wachsenden technologischen Herausforderung einher. Die Kunden verlangen nach passgenaueren Mobilitätslösungen für ihren Anwendungsbereich. Zum Beispiel gewinnen noch effizientere konventionelle Antriebe sowie alternative Antriebssysteme an Bedeutung. Immer kürzere Produktzyklen in der Produktion sind die indirekten Folgen davon; auch nimmt die Zahl der zu produzierenden Teilefamilien an vielen Standorten zu. Was das wiederum für die eingesetzte Fertigungstechnik bedeutet, macht das Beispiel VMC 450 MT deutlich: Das vertikale Dreh-Fräs-Zentrum der Emag Leipzig Maschinenfabrik bietet dem Anwender eine bisher unerreichte Flexibilität. Eine Vielzahl von großen und komplexen Futterteilen kann auf ihm im schnellen Wechsel bearbeitet werden – der geringe Rüstaufwand macht es möglich.

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Steigende Absatzzahlen, innovative Fahrzeug-Technologien und Forderungen der Politik nach sinkenden CO2-Abgaswerten – Nutzfahrzeughersteller stehen derzeit vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund verändert sich seit einigen Jahren die Produktionssituation bei vielen Unternehmen: Einerseits wird der Marktzyklus für ein Motorenmodell kürzer, andererseits nimmt die Zahl der parallel zu produzierenden Teile zu. Der allgemeine Rüstaufwand steigt an, gleichzeitig geht nicht selten die Gesamtanlageneffektivität zurück. Bei Emag Leipzig beobachtet man seit einigen Jahren bei Kunden im Nutzfahrzeugbau den Trend weg von starren Produktionslinien hin zu flexiblen Lösungen, welche sich schnell für viele unterschiedliche Bauteile einrichten lassen.

Variable Dreh-Fräs-Zentren gefordert

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entwickelte Emag Leipzig die Dreh-Fräs-Zentren der Baureihe VMC MT. Die universellen Maschinen für die Bearbeitung von großen Futterteilen mit einem Durchmesser von bis zu 600 mm und einem Gewicht von bis zu 500 kg sind bereits seit 2013 auf dem Markt und bei OEMs sowie Zulieferunternehmen im Einsatz. Mit den Maschinen werden Planetenradträger, große Naben, Bremskomponenten oder Differenziale von Nutzfahrzeugen oder Landwirtschaftsmaschinen bearbeitet. Was macht die Maschinen aus?

Die VMC-MT-Baureihe ist zunächst einmal eine klassische Drehmaschine mit einer leistungsstarken Hauptspindel inklusive Direktantrieb; die Dreh-Fräs-Spindel wird ebenfalls direkt angetrieben. Mithilfe des integrierten Werkzeugmanagements sowie des Werkzeugmagazins mit bis zu 80 Werkzeugplätzen können Anwender die Maschine für verschiedene Bauteile vorbereiten und zusätzlich Schwesterwerkzeuge im Magazin ablegen – beim Verschleiß eines der eingesetzten Werkzeuge stehen jene direkt für den automatischen Werkzeugwechsel zur Verfügung. Das Werkzeugmagazin kann auch während des Betriebs neu bestückt werden. Über eine seitliche Luke erfolgt die automatisierte Werkstückbeladung. Die manuelle Beladung bei kleineren Losgrößen oder beim Einrichten erfolgt durch die frontseitige Beladetür. Für ein durchgängiges Qualitätsmanagement gibt es sich einander ergänzende Messsysteme.

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