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Handelsstreit USA vs. China

Handelskrieg bringt die Chipindustrie ins Schwitzen: Schaden Zölle bald der Halbleiter-Supply-Chain?

| Autor/ Redakteur: Sebastian Gerstl / Rainer Graefen

Die Halbleiterindustrie zeigt sich nervös aufgrund der jüngsten Entwicklungen im Zollstreit zwischen den USA und China. Die US-Regierung hat angekündigt, 25 % Zolltarif auf weitere chinesische Güter im Wert von 50 Mrd. US-Dollar zu verlangen. Apple scheint derweil mit Donald Trump einen Sonderdeal ausgehandelt zu haben.

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Aufgrund der neuesten Entwicklungen im Zollstreit zwischen den USA und China zeigen sich besonders die Industrieverbände des Halbleitermerktes enorm besorgt. Nur Apple scheint entspannt: Nach Zeitungsmeldungen habe der US-Konzern mit Präsident Trum eine Sonderregelung vereinbart.
Aufgrund der neuesten Entwicklungen im Zollstreit zwischen den USA und China zeigen sich besonders die Industrieverbände des Halbleitermerktes enorm besorgt. Nur Apple scheint entspannt: Nach Zeitungsmeldungen habe der US-Konzern mit Präsident Trum eine Sonderregelung vereinbart.
(Bild: Clipdealer)

Marktbobachter und Analysten reagieren mit großer Besorgnis auf die neuesten Ankündigungen im Handelsstreit zwischen den USA und China. Der US-Präsident verhängte kürzlich Strafzölle auf Waren im Wert von 50 Mrd. US-Dollar. Als Reaktion kündigte Peking Vergeltungszölle auf amerikanische Waren im Wert von ebenfalls 50 Mrd. Dollar (42,7 Mrd Euro) an. Experten befürchten ernsthafte Konsequenzen für die Weltwirtschaft, sollte sich die Spirale der gegenseitigen Handelsbarrieren weiter drehen.

Chiphersteller in den USA sowie deren Zulieferer haben sich wiederholt gegen die angekündigten Zolltarife und eine weitere Eskalation des Streits zwischen den zwei größten Volkswirtschaften weltweit ausgesprochen. Wie Brancheninsider befürchten, führt dies nicht nur zu einer massiven Teuerung von Bauteilen, sondern auch zu Lieferengpässen - und naturgemäß einen starken Umsatzrückgang im US-amerikanischen Halbleitermarkt.

Auch die Welt berichtete zuletzt über den Handelsstreit zwischen China und den USA. Börsenexperte Dirk Müller gibt in diesem Video seine Einschätzungen zu den Folgen für die internationalen Märkte wieder!

Die Regierung um US-Präsident Trump hält dagegen die angekündigten Zolltarife für notwendig: Zwischen China und den USA bestünde aktuell ein Handelsdefizit von 375 Mrd. US-Dollar. Zudem sollen die Maßnahmen dazu dienen, chinesischen Regelungen gegenzusteuern, die aktiv der US-Industrie schadeten, argumentiert die Trump-Administration. Dazu zählten unter anderem ein einseitiger Transfer technologischen Wissens und ein nachlässiges Schutzrecht hinsichtlich geistigen Eigentums.

Der Industrieverband SEMI begrüßte zwar die Einstellung der US-Regierung, geistiges Eigentum stärker schützen zu wollen. Dennoch befürchtet die Vereinigung von Chipherstellern und EDA-Zulieferern durch die Zollmaßnahmen einen größeren Schaden für die Halbleiterindustrie, als dass sie dem Markt nutzen würden. 80 % der Halbleiterprodukte, die auf der Liste der mit dem neuen Zolltarif zu versehenden Güter zu finden sind, seien nach Angaben von SEMI-Sprecher Jay Chittooran Produkte, die für die Supply Chain der Halbleiterindustrie zwischen China und den USA notwendig sind. Darunter fielen beispielsweise diverse Testgeräte und Ersatzteile. Auch die Semiconductor Industry Association (SIA) äußerte sich kritisch zu den jüngsten angekündigten Maßnahmen.

Trump sagte dem Sender Fox News in einem Interview, er wolle keinen Handelskrieg. China nutze die Vereinigten Staaten aber seit vielen Jahren aus - und „die USA können es nicht länger hinnehmen, ihre Technologie und ihr intellektuelles Eigentum durch unfaire Handelspraktiken zu verlieren“. Trump erklärte, sein Land werde auf eine Reaktion Chinas mit eigenen Zöllen wiederum mit neuen Zöllen reagieren.

Ökonomen befürchten, dass die Zölle nicht nur die beiden größten, sondern auch viele weitere Volkswirtschaften belasten werden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte vor negativen Auswirkungen für Verbraucher, Investoren und auf den Finanzmärkten gewarnt. Der Präsident des deutschen Industrieverbandes BDI, Dieter Kempf, sagte, der Handelskonflikt ziehe auch Deutschland in Mitleidenschaft.

Handelt Apple einen Sonderdeal aus?

Die wertvollste Firma der USA, Apple, scheint sich hingegen mit einem diplomatischen Balanceakt um die Handelsstreitigkeiten herumzuwinden. Für Apple ist der chinesische Markt essenziell: Produkte wie I Phones und I Pads werden größtenteils von Auftragsherstellern in Taiwan und China hergestellt. Außerdem war China in den letzten Jahren auch ein wichtiger Absatzort für die hauseigenen Smartphones: Während der Absatz von Smartphones in Europa und den USA in den letzten Jahren eher stagniert, schießt derselbe Markt in der Volksrepublik gerade in die Höhe. Die Umsätze in China machten im vergangenen Geschäftsquartal mehr als ein Fünftel des gesamten Konzernumsatzes bei Apple aus.

Nun meldete die „New York Times“, dass es Apple-CEO Tim Cook gelungen sei, mit Donald Trump eine Sonderregelung auszuhandeln. Demnach habe der US-Präsident dem Apple-Chef zugesagt, keine Zölle auf die in China gefertigten iPhone-Handys erheben zu wollen.

Was genau diese Zusagen beinhaltet und wie dieser Deal zustande gekommen sein soll, gibt der Zeitungsbericht allerdings nicht an. Klar ist nur, dass der Apple-Konzern kurz nach Verabschiedung der Steuerreform im Januar öffentlichkeitswirksam Milliardeninvestitionen und die Schaffung von 20.000 neuen Stellen in den USA bis 2023 versprochen hatte. Ob es sich dabei allerdings um Produktionsstätten handeln soll, wie Donald Trump noch Ende 2017 behauptet hatte, hat das Unternehmen bislang weder bestätigt noch dementiert.

Gegenüber dem Börsensender CNBC sagte der Handelsberater des Weißen Hauses, Peter Navarro, er selbst sei nicht über eine Ausnahme für Apples I Phone bei den aktuellen Zolltarifverhandlungen mit China informiert.

Die FAZ meldet unter Berufung auf den New-York-Times-Bericht, dass Tim Cook auch die Nähe zur chinesischen Regierung sucht. Schließlich möchte der Apple-Konzern nach Möglichkeit in beide Richtungen Zollauflagen für seine Produkte oder Produktbestandteile verhindern.

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