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Hannover Messe 2016

Hannover soll zum Hotspot für Industrie 4.0 und TTIP werden

| Autor/ Redakteur: Karin Pfeiffer / Lisa Hohmann

Die Hannover Messe wird wie erwartet Ende April mit 5.000 Ausstellern zum Industrie 4.0 Botschafter. Die Messe hat sich aber auch das Freihandelsabkommen TTIP auf die Fahnen geschrieben und möchte dieses gemeinsam mit den USA weiter vorantreiben.

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Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe, John B. Emerson, US-Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland und Johann Soder, Geschäftsführer Technik und Innovation bei SEW Eurodrive, auf der Hannover Messe Preview Veranstaltung 2016 (von rechts).
Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe, John B. Emerson, US-Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland und Johann Soder, Geschäftsführer Technik und Innovation bei SEW Eurodrive, auf der Hannover Messe Preview Veranstaltung 2016 (von rechts).
(Bild: Deutsche Messe)

Seine Lieblingsfrage der letzten Monate: „Kommt er oder kommt er nicht?“ US-Präsident Barack Obama kommt, und mit der erneuten Bestätigung konnte Dr. Jochen Köckler, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG, am Mittwoch auf der Preview vor über 100 Journalisten den medialen Auftakt zur Hannover Messe 2016 als „Hotspot für Industrie 4.0“ einleiten. Unter dem diesjährigen Leitthema Integrated Industry – Discover Solutions“ steht die Hannover Messe inzwischen ganz im Zeichen der vernetzten Industrie.

„Im April kommen in Hannover alle Treiber der industriellen Digitalisierung zusammen: die deutschen Unternehmen mit Kernkompetenzen im Maschinenbau und der Elektrotechnik, führende US-Softwareanbieter sowie Unternehmen aus Asien, die ihrerseits die Vernetzung in der Industrie forcieren“, sagte Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG. „Daraus entstehen neue Partnerschaften und Geschäftsmodelle auf dem Weg zu Industrie 4.0.“

Hannover Messe soll TTIP voranbringen

Aus Hannover sollen zudem kräftige wirtschaftspolitische Impulse in alle Welt gehen. „Das Partnerland USA, die deutsche Industrie und ihre europäischen Partner wollen die Messe nutzen, um das Freihandelsabkommen TTIP voranzubringen“, erklärte Köckler. „Wir teilen die Meinung der deutschen Industrieverbände, dass TTIP dem Maschinenbau und der Elektroindustrie auf beiden Seiten des Atlantiks mehr Wachstum und Arbeitsplätze bringen kann. Mit ihrem Schwerpunkt auf Industrieautomation und Energie sowie den rund 5 000 Ausstellern aus 70 Ländern bietet Hannover die perfekte Bühne, um transparent und im konstruktiven Dialog für TTIP Flagge zu zeigen.“ Aus dem Partnerland USA werden mehr als 250 Unternehmen erwartet, darunter führende U wie General Electric, Honeywell, Eaton, Molex, Microsoft, AT&T oder IBM.

IIC stellt auf Sonderfläche aus

Auch John B. Emerson, US-Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, nutzte die für die Medien veranstaltete Preview als Plattform, TTIP voranzutreiben:„Außenpolitik funktioniert immer am besten, wenn sie auf Wirtschaftspartnerschaften aufbaut.“ Neben TTIP werde Obama für Investitionen in den USA werben und die Vereinigten Staaten als wichtigen Anbieter von Industrie-4.0-Technologien positionieren, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung. Da passe es, dass sich das in den USA gegründete Industrial Internet Consortion (IIC) erstmals mit einer Sonderfläche auf der Hannover Messe präsentieren werde. Das IIC beschäftigt sich bekanntlich mit Standardisierungsfragen und zählt inzwischen auch namhafte deutsche Unternehmen zu seinen Mitgliedern.

100 konkrete Anwendungskonzepte für I4.0

Insgesamt werden vom 25. bis 29. April 2016 mehr als 5.000 Aussteller Technologien für die Digitalisierung von Fabriken und Energiesystemen in Hannover zeigen. Köckler verspricht über 100 konkrete Anwendungskonzepte für Industrie 4.0. Dies sei weltweit einzigartig. Besucher aus dem produzierenden Gewerbe sollen erfahren, wie sie ihre Produktionsanlagen Schritt für Schritt zur Industrie-4.0-Fabrik ausbauen. Eine Smart Factory von SEW Eurodrive etwa gilt als ein zukunftsweisendes Beispiel.

Schwerpunkt auf Energie und vorausschauender Wartung

Ein Schwerpunkt wird der Bereich Integrated Energy sein, bei dem Lösungen für die Vernetzung der gesamten Energiekette im Mittelpunkt stehen. „Auf einer Demonstrationsfläche zeigen wir erstmals ein interaktives Modell des Energiesystems der Zukunft. Der Besucher erlebt die Technologien im Zusammenspiel und sieht, wie eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung künftig aussehen kann“, so Köckler. Ein weiterer Fokus richtet sich mit einer Sonderfläche und Anwendungsbeispielen auf Predictive Maintenance, also die vorausschauende Wartung. Denn in den vergangenen Jahren habe die Hannover Messe einen großen Anteil daran gehabt, den Weg in das Industrie-4.0-Zeitalter zu bahnen. Dabei wird es nicht nur um die Technologien gehen, sondern auch um die daraus resultierenden neuen Geschäftsmodelle wie Predictive Maintenance. Dabei setzen Maschinen- und Anlagenbauer auf Sensoren, mit deren Hilfe Maschinen selbstständig melden, dass sie in Kürze gewartet werden müssen. Anhand dieser Daten kann der Anlagenhersteller dem Betreiber frühzeitig Wartungsleistungen anbieten und so sein Servicegeschäft ausbauen.

Ebenfalls ein Kernthema bilden die Smart Materials. Und mit einem großen Schwerpunkt widmet sich die diesjährigen Hannover Messe 2016 zudem dem Thema Robotics. Kuka etwa wird hier mit einer Innovation erwartet, ebenso Neuigkeiten aus dem Mitgliederkreis des Technologie-Netzwerk Intelligente Technische Systeme OstWestfalen Lippe (it's OWL).

* Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Schwesterportal elektrotechnik

Verantwortliche Redakteurin: Sariana Kunze

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