hbs (HBS)

HBS Bolzenschweiss-Systeme GmbH & Co. KG

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11.07.2022

Metall- und Blechbearbeitung - per Automatisierung erfolgreich in die Zukunft

Angefangen von der Werkstoffzusammensetzung über die Herstellung und Bearbeitung bis hin zur Lagerung und Konfektionierung gibt es zahlreiche Einflussgrößen, die sich auf die Eigenschaften von Blechen und daraus gefertigten Produkten auswirken können. Unternehmen der Metall- und Blechbearbeitung stehen somit ständig vor der Herausforderung, die Metalltafeln effizient und prozesssicher zugleich zu verarbeiten. Damit rückt das Thema Automation zunehmend in den Mittelpunkt – auch beim Bolzenschweißen.

Vorteile der Automatisierung in der Blechbearbeitung

Einer der größten Pluspunkte der Automation besteht im Erreichen maximaler Reproduzierbarkeit und Qualität bei gleichzeitiger Reduzierung der Stückkosten. Zugleich bieten Automationslösungen ein höheres Maß an Sicherheit für den Prozess und den Arbeitsplatz.

Auch in Hinblick auf den Fachkräftemangel hat die Automation Vorteile. Entsprechende Lösungen mindern fehlerbegünstigende Faktoren, die der Schweißer beim manuellen Fügen verursachen kann. Ist eine Automationsanlage durch den Betreiber sach- und fachgerecht eingerichtet und vorbereitet, kann der dann automatisch ablaufende Schweißprozess auch von geringer qualifizierten Bedienern ausgeführt werden.


Voraussetzungen für eine erfolgreiche Automation

Automatisierung kann nur funktionieren, wenn die verschiedenen Komponenten einer Lösung exakt aufeinander und die jeweiligen Anforderungen abgestimmt sind. Um beispielsweise eine Bolzenschweißanlage erfolgreich in die Produktion integrieren zu können, gilt es, diverse technische Faktoren zu berücksichtigen. Dazu gehören neben dem gewünschten Produktionsvolumen oder der Gesamtstückzahl auch kundenspezifische Merkmale wie:

  • die erforderlichen Bolzenabmessungen und -geometrien,
  • die Anzahl unterschiedlicher Schweißbolzen,
  • die Anzahl unterschiedlicher Bauteile einschließlich Abmessungen und Störkonturen,
  • Verfahrgeschwindigkeit, Positionsgenauigkeit, Reproduzierbarkeit,
  • Maschinensicherheit (Lärmschutz, Einhausung) sowie
  • Bedienkomfort und Arbeitsplatzanforderungen.


Zu beachten ist, dass auch die intelligenteste Automation keine schlechten Fertigungsprozesse in Ordnung bringen kann. Daher ist es wichtig, sich jeden zu automatisierenden Prozess genau anzusehen und gegebenenfalls zu optimieren und zu verschlanken. Somit wird von Anfang an vermieden, dass die Einbindung von Automatisierungslösungen fehlerhaft verläuft oder Ineffizienzen nach sich zieht.


Maßvolle Automatisierung vermeidet ausufernde Kosten

Dank der Automation ist die Blechbearbeitung heute vielseitiger als je zuvor. Das kommt sowohl den Unternehmen als auch den Kunden zugute. Der Umstieg von manuellen Prozessen auf Automatisierung sollte jedoch überlegt und mit Augenmaß erfolgen. Es geht nicht darum, möglichst viele alte Maschinen gegen neue auszutauschen, sondern darum in gezielt in Technologien zu investieren, die den jeweiligen unternehmerischen Zielen Vorschub leisten.

Im Fokus sollte die Überlegung stehen, was benötigt wird, um in einem festgelegten Zeitraum das angestrebte Wachstum zu erreichen und welche Prozesse und Maschinen dafür erforderlich sind. Dabei empfiehlt es sich, auf überschaubare und sinnvolle Ausbaustufen herunterzubrechen, die mit Blick auf die nötigen Investitionen realistisch sind. Für kleinere Losgrößen ist beispielsweise das halbautomatische Schweißen als kostengünstige Einstiegslösung oftmals interessanter als die Vollautomation.

Halbautomatische Bolzenschweißsysteme bestehen aus einer Schweißstromquelle, die einen Automationsprozess abbilden kann, und aus einer manuell geführten Schweißpistole, in welche die Bolzen per Hand oder automatisch über ein Zuführsystem eingebracht werden. Die Positionierung mehrerer Bolzen auf einem Bauteil kann zum Beispiel über Schablonen erfolgen.

Die derzeit höchste Ausbaustufe im Bereich des Bolzenschweißens sind CNC-Automatikanlagen, bei denen die Werkstücke bzw. Bleche nur noch eingelegt und nach Abschluss des Schweißvorgangs entnommen werden. Mit solchen Lösungen, die als Wechseltischanlage konstruiert, als modulare Roboteranlage aufgebaut oder in Fertigungsstraßen integriert sein können, sind bis zu 30 Bolzen pro Minute problemlos schweißbar. Trotz ihrer Komplexität lassen sich solche Anlagensysteme extrem schnell auf sich ändernde Kundenwünsche oder Marktforderungen anpassen oder umrüsten.


Automatisierung in der Metall- und Blechbearbeitung meist unverzichtbar

Blechbearbeitende Unternehmen, die Kunden gewinnen und zugleich ihren Umsatz steigern wollen, müssen über kurz oder lang die Herausforderungen der Automation angehen. Der Automatisierungsgrad sollte sich dabei in sinnvollen Grenzen bewegen, um unnötige Flexibilitätseinbußen und ausufernde Kosten zu vermeiden. Zudem empfiehlt es sich, nicht nur den Kaufpreis von Automatisierungslösungen im Blick zu haben, sondern auch auf das Beratungs- und Serviceangebot des Herstellers sowie auf mögliche Folgekosten für Verschleißteile, Wartung und Support zu achten. Anderenfalls könnten sich vermeintliche Schnäppchen am Ende als teuer erweisen.