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Herma präsentiert vollkommen trägerloses Etikett

| Redakteur: Gary Huck

Der Etikettenhersteller Herma hat ein trägerloses Versandetikett entwickelt. Mit dem Produkt sollen sich jährlich viele Tonnen Trägermaterial und deren Entsorgung einsparen lassen.

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Mit dem „InNo-Liner“-System lassen sich jährlich viele Tonnen Trägermaterial und deren Entsorgung einsparen.
Mit dem „InNo-Liner“-System lassen sich jährlich viele Tonnen Trägermaterial und deren Entsorgung einsparen.
(Bild: Herma)

Das „InNo-Liner“-System von Herma basiert auf einer patentierten Klebstoffausführung und einer speziellen Mikrozerstäubungseinheit. Laut Dr. Thomas Baumgärtner, Geschäftsführer von Herma, wird das Haftmaterial über diese Zerstäubungseinheit präzise und vollständig aktiviert. Nur in Zusammenspiel damit würde der Kleber die gewünschte Haftfähigkeit erreichen. Das System schaffe die üblicherweise geforderte Taktrate von 40 Etiketten pro Minute im Format A5 oder A6. Bei Bedarf kann der Druck auch in Farbe erfolgen. Die Etiketten selbst kleben nicht. Erst im Moment des Verspendens, wenn die wasserbasierte Zerstäubungseinheit aktiviert wird, haftet das Produkt. Herma plant, das neue System zeitgleich auf der Fachpack vom 24. bis 26. September und auf der Labelexpo vom 24. bis 27. September vorzustellen.

Kein silikonisiertes Thermopapier mehr notwendig

Nach Angaben des Etikettenherstellers gab es ähnliche Anwendungen bereits in der Vergangenheit. Diese hätten jedoch Einschränkungen mit sich gebracht und wären deswegen nur Nischenlösungen gewesen. Sie wären wegen der Silikonbeschichtung nicht bedruckbar oder könnten nur einfarbig bedruckt werden oder die Lösungen wären mit Blick auf Druckgeschwindigkeit limitiert. Beim „InNo-Line“-System stehen laut Hersteller unterschiedliche Etikettenmaterialien zur Auswahl, man ist nicht mehr auf silikonisiertes Thermopapier angewiesen. Das Herma-Etikett ist zwar auch auf eine Rolle gewickelt, da das Trägermaterial aber entfällt, ist die leichter und bietet Platz für mehr Einzeletiketten.

„Das Material ist absolut prozesssicher. Sowohl im Klimalabor als auch im Praxistest bei Druck und Verarbeitung liefert es die erforderliche Beständigkeit“, sagt Baumgärtner. Zudem verringere sich der klimarelevante CO2-Fußabdruck bei einem trägerlosen Etikett drastisch. Mit dem System reagiere Herma auf die immer weiter anwachsende Zahl von Paketsendungen. Laut dem „Parcel Shipping Index“ könnten es bis 2020 etwa 100 Mrd. Pakete pro Jahr werden. Die meisten dieser Pakete werden mit einem Versandetikett versehen. Das Trägermaterial für diese Etiketten müsse entweder entsorgt oder recycelt werden. Bei dem neuen Etikett entfällt dieser Prozess.

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