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Hersteller von Präzisionswerkzeugen warten mit zahlreichen Neuheiten auf

29.09.2006 | Redakteur: Udo Schnell

Die Hersteller von Präzisionswerkzeugen belegten auf der diesjährigen EMO die Hallen 3 bis 6 des Messegeländes in Hannover. Auf den Messeständen erwarteten den Besucher zahlreiche technische...

Die Hersteller von Präzisionswerkzeugen belegten auf der diesjährigen EMO die Hallen 3 bis 6 des Messegeländes in Hannover. Auf den Messeständen erwarteten den Besucher zahlreiche technische Neuheiten rund ums Fräsen, Bohren und Drehen. Nach einem guten wirtschaftlichen Verlauf der ersten Monate des Jahres hoffen die Hersteller von Präzisionswerkzeugen auf ein insgesamt positives Jahresergebnis.Auf ein erfolgreiches Jahr 2001 können die Hersteller von Präzisionswerkzeugen zurückblicken. Wie der Fachverband Präzisionswerkzeuge im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Frankfurt, anlässlich der EMO mitteilte, war die Nachfrage nach Präzisionswerkzeugen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2001 sehr lebhaft. Die Branche konnte an die gute Entwicklung des vergangenen Jahres anknüpfen. In den Produktbereichen Zerspanwerkzeuge, Spanzeuge und dimensionale Messtechnik stieg der Auftragseingang insgesamt um rund 11%. Für das Gesamtjahr 2001 wird mit einem Umsatzplus von 4% gerechnet, wobei nach Ansicht der Experten des VDMA das Wachstum im Werkzeugbau kleiner und in den anderen Bereichen der Branche größer ausfallen dürfte. Die Präzisionswerkzeuge würden damit erstmals einen Jahresumsatz von mehr als 14 Mrd. DM erzielen.,,Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist ein Beleg dafür, wie glänzend die mittelständisch geprägte Branche auf dem Weltmarkt positioniert ist", erläutert Dr. Wolfgang Sengebusch, Geschäftsführer des Fachverbandes Präzisionswerkzeuge. Darüber hinaus komme den Herstellern zugute, dass der Trend zu verkürzten Produktionszeiten, steigenden Design- und Qualitätsansprüchen, fortschreitender Automatisierung und neuen Materialien den Bedarf an qualitativ hochwertigen Werkzeugen erhöht habe.Zu den Qualitätsansprüchen der Industrie, die die Werkzeughersteller erfüllen müssen, gehört eine hohe Oberflächengüte. Die Iscar Hartmetall GmbH, Ettlingen, präsentierte auf der EMO ein neues Frässystem mit tangential angeschraubten schmetterlingsförmigen Wendeschneidplatten LNKX Schraubenklemmung und tangentiale Anordnung der Wendeschneidplatten schaffen auf unterschiedlichen Fräsertypen optimale Voraussetzungen auch bei der Schwerzerspanung mit gleichzeitig hoher Oberflächengüte. Ein zusätzlicher Schlichtschnitt kann, wie das Unternehmen mitteilt, meistens eingespart werden. Die Wendeschneidplatte bietet gegenüber den herkömmlichen flachen quadratischen Wendeschneidplatten gravierende Vorteile, heißt es weiter. Die neue Geometrie hat mehr Schneidkanten und positive Spanwinkel. Daraus resultieren geringere Schnittkräfte und eine höhere Zerspanungsleistung. Fräser gibt es zum 90°-Eckfräsen und mit einem Einstellwinkel von 45° und 75° zum Planfräsen. Jede Wendeschneidplatte hat acht Schneidkanten - vier rechts- und vier linksschneidende. Die am Umfang geschliffenen Wendeschneidplatten sind laut Iscar sehr genau und erreichen eine hohe Oberflächengüte. Diese Oberflächengüte (ohne spezielle Wiper-Wendeschneidplatte) von Ra # 0,8 µm wird unter unterschiedlichsten Bearbeitungsparametern wie Vorschub, Schnittiefe, Schnittgeschwindigkeit und Werkstückstoff erzielt. Bei normalen Schnittwerten ist die Oberflächengüte noch besser: Ra # 0,2 bis 0,8 µm.Hohe Fertigungspräzision ermöglicht weichen Schnitt Eine Weiterentwicklung der HL-PKD-Schaftfräser-Serie stellte die Mapal Präzisionswerkzeuge Dr. Kress KG, Aalen, vor. Kennzeichen des Mapal-WWS-PKD-Stollenfräser ist die optimierte Schneidenaufteilung mit vergrößertem Achswinkel und idealer Schneidengeometrie. Dies ermöglicht, wie Mapal erläutert, den wirtschaftlichen Einsatz auf Werkstücken, die sich durch großes Volumen, zum Beispiel Getriebe-, Kurbel- oder Wandlergehäuse, auszeichnen. Die gesteigerte Schnittleistung ist nur ein wesentliches Element, das andere liegt in der Laufruhe und Reduzierung der Bearbeitungsgeräusche. Der weiche Schnitt ist mit der hohen Fertigungspräzision zu erklären. Die effektive Mehrschneidigkeit dieser Werkzeuge garantieren Rundlaufgenauigkeit und Zylinderform innerhalb 10 µm, heißt es weiter.Um die Leistungsfähigkeit seiner Zirkulärfräser zu erhöhen, hat man sich bei der Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH, Tübingen, entschlossen, die Zähnezahl dieser Schneidplatten zu verdoppeln. Doppelte Zähnezahl heißt aber, so führt das Unternehmen aus, nicht ohne weiteres doppelter Vorschub. Aufgrund des niedrigeren Spanraumes und der daraus resultierenden schlechteren Entspanung kann immer noch mit einem Leistungsgewinn von 30 bis 50% je nach zu zerspanendem Material gerechnet werden. Zirkulärfräser als Dreischneider zum Nutfräsen bietet Horn schon seit Jahren an. Es handelt sich dabei um stirnseitig geschraubte Fräsplatten. Die Kraftübertragung erfolgt über eine patentierte Verzahnung. Die Schneidplatten mit doppelter Zähnezahl werden unter den Bezeichnungen 611, 613 und 628 angeboten, Die Schneidkreise liegen unverändert bei 17,7, 21,7 und 27,7 mm. Ein Nebeneffekt aufgrund der höheren Zähnezahl ist ein angenehmes Fräsgeräusch, heißt es weiter.Der Walzenstirnfräser M390 mit Stirnschneidenring gehörte zu den Neuheiten, die die Widia GmbH, Essen, in Hannover vorstellte. Die Fräser sind, wie das Unternehmen mitteilt, hervorragend geeignet zum Fräsen großer Nuten und Absätze. Die effektive Nutzung jeder Zahnreihe gewährleistet vielseitige Anwendung und hohe Leistung, heißt es weiter. Das Programm umfasst Fräser mit 50 bis 80 mm Durchmesser mit Steilkegelaufnahme DIN2080 oder mit Steilkegelaufnahme DIN 69871 und die Wendeschneidplatten SDMT 1204PDR-MH und SDMT 1204PDR-ML.Das Bearbeiten von tiefen Gravuren im Formen- und Werkzeugbau erweist sich häufig als schwierig. Bei den relativ schlanken Werkzeugen treten Vibrationen auf, die sich negativ auf das Bearbeitungsergebnis auswirken. Für diese Fälle bietet die Toshiba Tungalov Europa GmbH, Langenfeld, den Multifunktionsfräser EVX an. Der Fräser ist ein zweischneidiger Schaftfräser mit Zentrumsschneide zum vertikalen Zeilenfräsen, Schulter- und Nutenfräsen. Das bohrfähige Werkzeug ermöglicht, so das Unternehmen, die Zerspanung in Fräser-Z-Richtung. Dies bedeutet optimale Krafteinleitung in die Maschinenspindel und nur geringe Biegemomente. Dadurch werden Vibrationen minimiert und der Prozess optimiert, heißt es weiter.Wendeschneidplatten zum Bearbeiten von Aluminium Aluminium wird als Werkstoff für die Industrie immer wichtiger. Allerdings neigen nichtaushärtbare und aushärtbare Aluminium-Legierungen im weichen Zustand ohne oder mit geringem Silizium-Gehalt sehr stark zum Schmieren und zur Bildung von Aufbauschneiden. Dabei entstehen ungünstig geformte Bandspäne, die den Produktionsprozess empfindlich stören. Mit den Komet-Wendeschneidplatten W57 und W58 für die Aluminiumbearbeitung und den dazugehörigen Kometric-Werkzeugen steht, wie der Anbieter erläutert, dem Anwender ein leistungsfähiges Konzept für die Bearbeitung sämtlicher Aluminium-Werkstoffe zur Verfügung. Vorteile der Wendeschneidplatten sind laut Komet die optimierte Spangeometrie, die polierte, extrem glatte Spanfläche, die scharfe Schneide mit hoher Kantenstabilität, das feinkörnige Substrat und die hochpositive Schneide. Die Gühring oHG, Albstadt, Anbieter von Werkzeugen für die rotierende Zerspanung, präsentiert auf der EMO in Hannover das neue Werkzeugprogramm SL Plus. Mit dieser Innovation setzen die Zerspanspezialisten aus Albstadt nach eigenen Angaben völlig neue Maßstäbe für die Fertigung maßgeschneiderter Werkzeuge. Binnen 24 Stunden nach Anfrage liegt ein verbindliches Angebot beim Kunden vor. Die Sonderwerkzeuge liefert Gühring innerhalb von 4 Wochen. Damit kann der Kunde Spezialanfertigungen doppelt so schnell einsetzen wie bisher, heißt es weiter. Zunächst startet das SL Plus-Programm mit Vollhartmetallbohrern in drei Varianten: Typ N sowie RT 100 ohne beziehungsweise RT 100 mit Innenkühlung. Alle Versionen können als Spiral- und Stufenbohrer mit individuellen Geometrien bestellt werden. Sie decken 80% der meist bestellten Bohrergeometrien im Sonderwerkzeugsektor ab.Die Ingersoll Werkzeuge GmbH, Burbach, stellte auf der EMO ihre Quad-Drill Vollbohr-Senkwerkzeuge vor. Dabei handelt es sich laut Ingersoll um mit Wendeschneidplatten bestückte Bohrer und Senker für alle Industriezweige zum Herstellen von Bohrungen und Ansenkungen. Quad-Drill besteht aus drei Werkzeugreihen: eine komplette Vollbohrer-Reihe mit 16 bis 50 mm Durchmesser und einem L-D-Verhältnis 2,5:1 und 4:1, Senkwerkzeugen mit 15 bis 48 mm Durchmesser und Bohrsenkfräsern mit 16 bis 40 mm Durchmesser. Mit der neuen Spanbruchgeometrie HPM der Kennametal Hertel AG, Fürth, wird der Anwendungsbereich des KSEM-Bohrer-Programms erweitert. Der für diese Geometrie angebotene Schneidstoff KC7235 vereint hohe Zuverlässigkeit mit ausgezeichneter Standzeit. Das neu gestaltete Anschliffprofil wurde für Bauteile aus langspanenden und rostfreien Stählen entwickelt. Bohroperationen können mit 20% geringerer Vorschubkraft durchgeführt werden, heißt es weiter. Sanfte Schleifübergänge ab der extrem scharfen Schneide sorgen für leichte Späneabfuhr mit reduziertem Leistungsverlust. Der ganze Spitzenanschliff und die Querschneide sind für verbesserte Zentriereigenschaften konzipiert. Das Programm umfasst den Durchmesserbereich von 12,5 bis 40 mm.Das Herstellen von Gewinden ist in vielen Fällen ein kritischer Fertigungsschritt. Deshalb ist gerade bei diesem Verfahren eine hohe Prozesssicherheit erforderlich. Ohne Späne zu mehr Prozesssicherheit, dies soll mit den neuen Gewindeformern der Prototyp-Werke GmbH, Zell, erreicht werden. Das Gewindeformer-Programm wurde, wie das Unternehmen mitteilt, überarbeitet und ist nun in einer noch besseren Ausführung erhältlich. Eine weiterentwickelte TIN-Beschichtung, bessere Schneidstoffeigenschaften, sowie eine neue Formkanten-Geometrie tragen dazu bei, dass deutlich höhere Standmengen erreicht werden. Ein Standzeittest verdeutlicht, dass mit den neuen Werkzeugen im Vergleich zu den herkömmlichen Formern eine Erhöhung der Anzahl der geformten Gewinde um rund 70% erzielt werden kann, heißt es weiter. Die Vorteile für den Anwender bestehen somit in einer längeren Werkzeug-Lebensdauer und kürzeren Fertigungshauptzeiten. Weil beim Formen von Gewinden keine Späne und Späneknäuel entstehen, wird auch die Bearbeitungssicherheit erhöht.Mit einer so genannten TINAL Futura Top Beschichtung sind die Sprint Gewindebohrer der Titex Plus Günther & Co. GmbH, Frankfurt/Main, ausgestattet. Die konsequente Abstimmung von Schneidstoff (HSS-E-PM), spezieller Geometrie und extrem glatter TFT-Oberfläche garantieren, wie das Unternehmen erläutert, hohe Prozesssicherheit und höchste Produktivität bis zu einer Gewindetiefe von 3 3 d, auch in langspanenden und zähen Stahlwerkstoffen. Dieser Anwendungsbereich war, so heißt es weiter, bisher blanken oder gedampften Werkzeugen vorbehalten. Gegenüber solchen Gewindebohrern erreichen die Sprint 50 TFT die 2- bis 3-fachen Standzeiten, und das bei 2- bis 3-facher Schnittgeschwindigkeit.Doppelten Erfolg beim Drehen verspricht die Plansee Tizit AG, Reutte/Österreich, mit dem Werkzeugsystem Double Edge. Der Name steht für die doppelte Schneidenzahl bei maximaler Vorschubgeschwindigkeit. Wie das Unternehmen angibt, werden aufgrund einer völlig neuartigen patentierten Schneidecke bei Drehwendeplatten bisher ungeahnte Leistungen beim Bearbeiten von mittleren bis großen Werkstücken erreicht. Bei dem System wird der klassische Einfachradius an der Schneidecke durch einen Doppelradius abgelöst, was eine doppelte Schneidenanzahl bedeutet. Die Einbaulage im Halter erlaubt die gleichzeitige Längs- und Planbearbeitung mit nur einem Werkzeug.Die neue Drehgeometrie -3J zum Bearbeiten von rostbeständigen Stählen und hochwarmfesten Legierungen stellte die Stellram GmbH, Heusenstamm, auf der EMO vor. Die neue Geometrie mit ihren 16,5° positiven Spanwinkeln sorgt, wie Stellram mitteilt, für weiche Schnitte und reduziert die Schnittkraft bis zu 30%, wodurch sich die erforderliche Maschinenleistung verringert und die Bearbeitungskosten gesenkt werden.Erstmals öffentlich vorgestellt hat die Wohlhaupter GmbH, Frickenhausen, die modulare Ausdrehwerkzeugreihe Combi-Line. Der Gedanke mit einem Werkzeug zu schruppen und schlichten ist nicht neu, die neue Baureihe ist aber laut Wohlhaupter stärker auf diese Anforderung ausgerichtet. Zwei Plattenhalter mit definierter Aufgabenverteilung durch einen axialen Höhenversatz sind für das Ergebnis verantwortlich. Ein Teilstrich der Skala der Feinverstellung für die Schlichtschneide entspricht einer Durchmesserverstellung von 0,01 mm. Aufgrund der einzeln voreinstellbaren Plattenhalter ist ein Anpassen an die erforderliche Spantiefe leicht durchführbar, heißt es. Die Feinverstellung beeinflusst die Schruppschneide nicht.

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