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SEDOTEC GmbH & Co. KG

Hightech-Pulverbeschichtungsanlage bringt neuen Glanz für Mehdorns Bahn

05.10.2006 | Redakteur: Stéphane Itasse

„Wenn Sie mit der Bahn fahren, kommen Sie automatisch mit uns in Berührung“, betont Sedotec Geschäftsführer Alexander Döring. „Denn viele Bauteile in Lokomotiven und Wagen der Deutschen Bahn, sind mit

„Wenn Sie mit der Bahn fahren, kommen Sie automatisch mit uns in Berührung“, betont Sedotec Geschäftsführer Alexander Döring. „Denn viele Bauteile in Lokomotiven und Wagen der Deutschen Bahn, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit durch unsere High-Tech Pulverbeschichtungsanlage gelaufen.“ Dirk Seiler, ebenfalls Geschäftsführer des Ladenburger Blechspezialisten ergänzt: „Und wenn in 30 Jahren Ihre Enkel mit dem gleichen Zug fahren, dann sehen Sie immer noch den gleichen Lack.“

1.000 Stunden in der Salz-Nebel-Hölle als Test

Die Prüfung ist gnadenlos: 1.000 Stunden im Salz-Sprühnebel-Test muss der Lack klaglos aushalten, damit die Bahn ihr begehrtes und sehr selten vergebenes Zertifikat erteilt. Selbst Premium Automobilproduzent Daimler-Chrysler verlangt in seinem Pflichtenheft nur 504 Stunden. Beim Traktorenhersteller John Deere sind es 480 Stunden. „Wir legen sehr großen Wert auf die gründliche und sorgfältige Vorbehandlung“, lüftet Seiler ein Geheimnis. Und so werden Bleche bei Sedotec in sechs Stufen vorbereitet, bevor das mit 40 – 80 kV statisch aufgeladene Pulver gleichmäßig aufgesprüht wird. Davor wird vorentfettet, entfettet, zwei Mal mit voll entsalztem Wasser (VE-Wasser) gespült und eine rund 20 µ starke Eisen-Dickschicht-Phosphatierung als Grundierung aufgetragen und getrocknet. „Durch die beiden Entfettungs- und Spülbäder erhöhen wir den Wirkungsgrad signifikant und arbeiten mit konstant hoher Vorbehandlungsqualität.“ Die Schaltschränke für die Bahn sind aus Gewichtsgründen aus Aluminium und werden in der Vorbehandlung passiviert oder chromatiert statt phosphatiert, damit die Pulverschicht entsprechend haftet.

Wenn dann das aufgesprühte Pulver im Ofen getrocknet wird, müssen die Blechteile auf 160° C erhitzt und je nach Farbe 10 – 15 Minuten auf dieser Temperatur gehalten werden. Je nach Blechdicke und Teilegröße wird die Heizkraft des Ofens und die Transportgeschwindigkeit entsprechend berechnet und gesteuert. „Die Pulverbeschichtung ganzer LKW-Motorblöcke mussten wir kürzlich leider ablehnen, da die Zeit und der Energiebedarf zur Aufheizung auf 160° C zu groß gewesen wären,“ bedauert Döring, „denn technisch wäre es durchaus machbar und etwas herausragend Neues gewesen.“

Hohe Qualität auch für sehr große Teile

Um einen aufwändigen Farbwechsel in kürzester Zeit durchführen zu können, arbeitet Sedotec mit zwei Multi-Color-Automatikkabinen. Während in der einen Kabine lackiert wird, kann die andere vorbereitet werden. Bei Farbwechsel werden die Kabinen, die auf Schienen laufen, einfach hinzu oder weg gefahren. „So geht ein Farbwechsel im Handumdrehen“, erklärt Döring stolz. Für Einzelteile, Kleinserien, sperrige Teile oder eilige Aufträge gibt es außerdem große Hand- und Automatikkabinen mit eigenen Kammeröfen. In ihr beschichtet Sedotec Teile bis 3200 x 1200 x 1400 mm LxBxH.

Die hohe Qualität der vom Spezialisten Eisenmann gelieferten Anlage und der Ergebnisse werden regelmäßig sicher gestellt. So werden die Werte der Bäder zur Vorbehandlung täglich gemessen, geprüft und vom Verantwortlichen mit seiner Unterschrift bestätigt. Ebenso werden die Schichtdicke regelmäßig vermessen und so genannte Ofenkurven erstellt. Und auch die Umwelt wird geschont. Die Pulverbeschichtungsanlage arbeitet auf Rückgewinnung und abwasserfrei durch Verdampfer.

Alle Maßnahmen der Pulverbeschichtung bei Sedotec haben schließlich das Ziel, die Anforderungen der Kunden zu erfüllen. Neben dem Salz-Sprüh-Test können das zum Beispiel die 10-stündige Dieselkraftstoffbeständigkeit oder 96-stündige Ölbeständigkeit bei Traktorentüren für John Deere sein, die Beständigkeit gegenüber Konservierungsmittel bei Unterbodenteilen für Daimler-Chrysler oder der Glanz für Mehdorns Bahn, der 30 Jahre strahlen soll.

Vom Konzernteil zum inhabergeführten Mittelständler

Die Sedotec GmbH & Co. KG aus Ladenburg bei Mannheim ist ein industrieller Metallverarbeiter, der Blechteile hoch automatisiert für unterschiedlichste Anwendungen fertigt. Was vor über 40 Jahren als BBC Werksteil begann und über die ABB Schaltanlagentechnik weiter ging, hat sich nach einem Management-Buy-In (MBI) zu einem inhabergeführten Unternehmen mit Kunden in aller Welt entwickelt. Bestellungen von Losgröße eins bis zur Großserie können vollautomatisiert termintreu bearbeitet werden. Die Produkte finden sich in Schaltanlagen genauso wie als Verkleidungsteile bei Maschinen oder als Gehäuse von Heizungs- und Klimageräten. Auf Wunsch erhalten Kunden Beschichtungen in allen möglichen Farben. 2005 hat das Unternehmen weltweit etwa 12 Mio. Euro Umsatz erzielt.

18.01.2006

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