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Fakuma 2018 Hightech und Klassiker der Kunststofftechnik

| Redakteur: Peter Königsreuther

Nicht allein die klassische Kunststoffverarbeitung per Spritzgießen, Extrusion oder Thermoformen können die Fakuma-Besucher hautnah erleben, wie P. E. Schall verspricht. Auch neue Materialien samt passender Hightech-Verarbeitung sowie endlosfaserverstärkte Komponenten würden fokussiert.

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(Bild: BMW)

Hochbelastbare, endlosfaserverstärkte und funktionale Kunststoffbauteile bieten für die Automobil- und Luftfahrtindustrie und zahlreiche andere Industriesektoren, wie es heißt, eine große Chance um Leichtbaupotenziale noch besser auszuschöpfen, wie Schall anmerkt. Faserverstärkte Ideen aller Art, die für die Produktion von leichten und beständigen Bauteilen ideal seien, zeige nun die Fakuma – Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung vom 16. bis 20. Oktober 2018 in Friedrichshafen.

Spritzgießen von faserverstärkten Duroplasten im Visier

Die steigende Nachfrage nach Kunststoffbauteilen mit Endlosfaserverstärkung hat ihren Grund, wie der Messeveranstalter weiß. Denn sie kombinieren eine hohe mechanische Festigkeiten mit einem um bis zu 25 % geringerem Gewicht als es funktionsgleiche Metallbauteile auf die Waage bringen. Deshalb sei ihre wirtschaftliche Herstellung ein dringliches Thema diverser Forschungsprojekte. Während FVK-Bauteile (Faserverbundkunststoffe) mit thermoplastischer Matrix bereits industriell hergestellt und genutzt würden, beschäftigten sich Entwickler derzeit mit dem Spritzgießen von endlosfaserverstärktem Leichtbauteile mit duroplastischer Matrix. Denn die harzartigen Duroplaste, oder auch Duromere, sind aufgrund ihrer höheren Kältebeständigkeit sowie der höheren mechanischen und thermischen Belastbarkeit in manchen Anwendungen den Thermoplasten überlegen. Duroplaste, wie Epoxide sind im Übrigen die klassischen Matrixsysteme für faserverstärkte Bauteile. Gelingt das prozesssichere Spritzgießen, können auch diese Hightechmaterialien wesentlich günstiger zu Bauteilen werden als bisher.

Spritzgießtechnik dominiert die Fakuma-Präsentationen

Als die Nummer eins beim Spritzguss sieht Schall auch seine 26. Fakuma. Zahlreiche Technologieführer in diesem Gebiet tummeln sich laut Veranstalter beim hochkarätigen Event in Friedrichshafen. Und im Vergleich zum 3D-Printing, dem Schäumen, dem Extrudieren und der Thermoformung seien die Spritzgießer mit ihren flexibel einsetzbaren Möglichkeiten und stetig effizienter werdenden Prozessen klar in der Überzahl. „Wer Leichtbau und hohe Bauteilkomplexität verbinden möchte, der kommt am Spritzgießen nicht vorbei“, konstatiert Projektleiterin der Fakuma, Annemarie Schur. Sie beobachte seit Jahren den Trend, dass sich immer mehr Innovationstreiber, Anwender und Experten aus diesem Bereich in Friedrichshafen sehen ließen.

Dreiländereck-Kunststoffmesse lockt immer mehr Asiaten an den Bodensee

Aber nicht nur die neusten Materialien und ihre Anwendungsmöglichkeiten werden in Friedrichshafen vorgestellt, wie es weiter heißt. Die Investitionsbereitschaft in neue Maschinen und Systeme bleibe hoch, was sich am ungebrochenen Interesse an Herstellungskomponenten und Peripherie im Kunststoffsektor ablesen ließe. Fachbesucher, Experten und Entscheider kamen zur 25. – quasi Jubiläums -Fakuma in 2017 aus mehr als 120 Ländern. Dem Ruf der etwa 1900 Aussteller folgten nach Aussage von Schall insgesamt 48.375 Experten ins Dreiländereck am Bodensee – Tendenz steigend. Neben zahlreichen Teilnehmern aus Deutschland und Europa, steige vor allem der Anteil asiatischer Fakuma-Interessenten.

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