Klebstoffdosierung Hoch gefüllte Klebstoffe können doch gefahrlos dosiert werden

Redakteur: Peter Königsreuther

Mechanisch angetriebene Dosieranlagen werden bei hoch gefüllten Klebstoffen und Vergussmassen eigentlich durch Abrasion gefährdet. Delo und Viscotec haben jetzt bewiesen, dass diese Gefahr zu bannen ist.

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Abrasive, weil hoch gefüllte, Klebstoffe und Vergussmassen schaden eigentlich den zur Applikation nötigen Dosiersystemen langfristig. Viscotec und Delo haben diesen Umstand jetzt näher untersucht und in Langzeittests bewiesen, dass Dispenser, wie dieser Viscotec 3RD8, auch auf lange Sicht gegen Abrasion und Verschleiß widerstehen.
Abrasive, weil hoch gefüllte, Klebstoffe und Vergussmassen schaden eigentlich den zur Applikation nötigen Dosiersystemen langfristig. Viscotec und Delo haben diesen Umstand jetzt näher untersucht und in Langzeittests bewiesen, dass Dispenser, wie dieser Viscotec 3RD8, auch auf lange Sicht gegen Abrasion und Verschleiß widerstehen.
(Bild: Delo)

Die Anforderungen an die Temperaturfestigkeit und die chemische Widerstandskraft von Klebstoffen steigen in vielen Branchen, wie etwa in der Automobil- oder der Elektronikindustrie stetig an, sagt Delo. Deshalb, aber auch, um Eigenschaften wie eine elektrische respektive thermische Leitfähigkeit oder angepasste Ausdehnungskoeffizienten zu erreichen, mixen Klebstoffhersteller ihren Produkten zusätzlich gewisse Rohstoffe bei, um diese Ziele zu erreichen, heißt es. Diese meist mineralischen oder metallischen Füllstoffe finden sich in Klebstoffen immer häufiger, gelten jedoch als abrasiv und damit schwer dosierbar – zu Unrecht, wie Langzeittests von Delo, dem Klebstoffspezialisten und Viscotec, einem Dosiergeräteexperten, offenbart haben und wobei über 6 Mio. Dosierzyklen erreicht wurden, wie Delo betont.

Aufwändige Tests in Sachen chemische Resistenz

Dabei wurden Viscotec-Dosiergeräte eco-PEN- und -RD-Baureihe mit je zwei Elastomerstatoren untersucht, erklären die Experten. Als Klebstoffe kamen sechs Epoxidharze von Delo mit jeweils unterschiedlichen Füllstoffen zum Einsatz. Der Füllstoffanteil lag in allen Fällen im für Klebstoffe typischen Bereich zwischen 25 und 50 %. Zunächst wurden die Statoren 168 Stunden in Klebstoff eingelegt, um ihre grundsätzliche chemische Eignung für einen Langzeitkontakt zu überprüfen, beschreibt Delo. Im Anschluss daran wurden die Veränderung der Masse, die Maßhaltigkeit sowie die Härte und Elastizität der Elastomerstatoren untersucht. Dabei sei es zu keinen Auffälligkeiten oder Abweichungen außerhalb der engen Fertigungstoleranzen gekommen. Somit konnten chemische Wechselwirkungen zwischen den beiden Komponenten, die die weiteren Ergebnisse beeinflussen könnten, sicher ausgeschlossen werden.

Dispenser zeigen auch nach langer Zeit keinen Verschleiß

Daran schlossen sich insgesamt 24 Langzeitversuche an wobei zyklisch dosiert wurde, wie es weiter heißt. Genauer gesagt, auf 2 s dosieren folgte 1 s Pause, um ein typisches Dosierverhalten von automatisierten Fertigungsprozessen zu simulieren. Pro Versuchsreihe summierte sich das auf rund 300.000 Dosierzyklen auf, was für die eco-PEN-Dispenser in etwa 30 kg und für die RD-Dispenser circa 240 kg dosierter Klebstoffmenge entspricht, so Delo. Nach jeweils 20 Stunden wurden außerdem drei Dosierschüsse gewogen und über den Zeitverlauf miteinander verglichen. Eine Veränderung der gewogenen Masse, heißt es, ist ein gutes Indiz, das auf Verschleißeffekte am Dispenser durch die abrasive Wirkung der Klebstoffe hindeutet. Tatsächlich, so das Ergebnis der Tests, sei eine präzise und wiederholgenaue Dosierung über alle Versuchspaare gegeben gewesen.

Aggressive Klebstoffe stets prozesssicher applizierbar

„Die Versuche beweisen, dass auch harte Füllstoffe in Kombination mit hohen Füllgraden einer dauerhaft zuverlässigen und reproduzierbaren Dosierung der Delo-High-Performance-Klebstoffe nicht im Weg stehen“, resümiert Karl Bitzer, Gesamtleiter Produktmanagement bei Delo. Vor und nach den Dauerlaufversuchen wurden, wie es weiter heißt, auch die aus hartverchromtem Edelstahl bestehenden Rotoren und die Elastomerstatoren der Dosiergeräte vermessen. Das Ergebnis hat gezeigt, dass die jeweils knapp 300.000 Dosierzyklen an den Rotoren keine und an den Statoren nur minimale Verschleißerscheinungen ausgelöst haben. Die Veränderungen an den Statoren sei dabei so gering, dass die Maße noch immer innerhalb der vorgegebenen Fertigungstoleranzen liegen würden. Und Manuel Paintmayer vom Relationship Management Material Manufacturing bei Delo, merkt an: „Selbst die Langzeittests mit abrasiven Klebstoffen haben unseren Dosiersystemen quasi nichts anhaben können – weder funktionstechnisch noch im Hinblick auf die Präzision.“ MM

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