Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Biogasanlagen

Hocheffiziente Allesfresser sollen Biogas „on demand“ liefern

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Doktorand Jonas Lindner (links) und Projektleiter Dr. Andreas Lemmer im Biogaslabor bei der Beschickung und Kontrolle der Anlage zur bedarfsgerechten / lastabhängigen Methanproduktion (ELAST-2P).
Bildergalerie: 1 Bild
Abb. 1: Doktorand Jonas Lindner (links) und Projektleiter Dr. Andreas Lemmer im Biogaslabor bei der Beschickung und Kontrolle der Anlage zur bedarfsgerechten / lastabhängigen Methanproduktion (ELAST-2P). (Bild: Universität Hohenheim/Winkler)

Die Biogasanlagen von morgen sollen optimalerweise anspruchslose Allesfresser und je nach Energiebedarf Biogas in unterschiedlichen Mengen „on demand“ produzieren. Ein Forscherteam der Universität Hohenheim entwickelt nun einen Prototyp für die neue Generation zweiphasiger Biogasanlagen.

Heute Stroh, morgen Küchenabfälle, übermorgen Mais: Die Biogasanlagen von morgen sollen anspruchslose Allesfresser sein, die das Maximum aus verschiedensten Ausgangsstoffen herausholen und bei niedrigen Betriebskosten reinstes Methangas liefern. Je nach Energiebedarf sollen sie außerdem Gas in unterschiedlichen Mengen produzieren, das ohne weitere Aufbereitung direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Agrartechniker der Universität Hohenheim sind diesen Zielen bereits denkbar nah.

In drei Forschungsprojekten feilen sie am Prototyp einer zweiphasigen Biogasanlage, die im Inneren unter selbst erzeugtem Hochdruck von bis zu 100 Bar steht. In einem Jahr soll sie in den Pilotbetrieb gehen. Im Rahmen der drei Projekte AG-HiPreFer, Elast2P und MethanoQuant wird die Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie an der Universität Hohenheim mit einem Betrag von über 1,7 Mio. Euro gefördert. Damit gehören die Projekte zu den Schwergewichten der Forschung an der Universität Hohenheim.

Anlagen der Zukunft – zweiphasige Biogasanlagen

Um Biomasse vergären zu können, muss sie zuerst in verschiedene organische Säuren, Zuckerverbindungen und Alkohole umgesetzt werden, um diese Substanzen in einem zweiten Schritt in Methan verwandeln zu können. In herkömmlichen Biogasanlagen geschieht das in einem einzigen Fermenter. Eine neue Generation von Biogasanlagen teilt diesen Prozess auf zwei Fermenter auf.

„Es gibt eine Reihe zweiphasiger Biogasanlagen, die bereits im Pilotbetrieb laufen“, berichtet Dr. Andreas Lemmer von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie an der Universität Hohenheim. „Die neue Technologie macht sie gewissermaßen zu Allesfressern, die ganz unterschiedliche Arten von Biomasse vergären können. Außer Energiepflanzen z.B. auch Heu, Stroh oder Küchenabfälle. Auch der kurzfristige Wechsel unterschiedlicher Ausgangsstoffe ist dann für die Anlagen kein Problem. Das steigert die Flexibilität im Betrieb gegenüber herkömmlichen Anlagen enorm. “

Ein Ziel der Agrartechniker der Universität Hohenheim ist es nun, den vielversprechenden neuen Anlagen-Typ noch weiterzuentwickeln und insbesondere die Effizienz erheblich zu steigern.

Unter Hochdruck: Biogas vom Bioreaktor direkt ins Netz

Unter anderem arbeiten die Wissenschaftler an einem Verfahren, mit dem das Bio-Methangas ohne weitere Aufbereitung direkt vom Gärkessel ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Der Schlüssel dazu liegt im zweiten Fermenter. Die Wissenschaftler lassen das erzeugte Gas dort so lange nicht entweichen bis eine Druckatmosphäre von ca. 100 bar erreicht ist.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42470106 / Energietechnik)

Themen-Newsletter Betriebstechnik abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung und AGB einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

24 Gadgets zur Weihnachtszeit

Geschenkideen

24 Gadgets zur Weihnachtszeit

07.12.17 - Die Vorweihnachtszeit hat begonnen und es wird Zeit, sich um die Weihnachtsgeschenke zu kümmern. Wie wäre es mit einem praktischen, nützlichen oder verrückten Gadget? Für beinahe jeden Anlass gibt es eine passende technische Spielerei. Wir zeigen Ihnen 24 Gadgets, die gut unter den Weihnachtsbaum passen. lesen

MM Innovationstag - Fachvorträge, Ausstellung und Networking

MM Akademie

MM Innovationstag - Fachvorträge, Ausstellung und Networking

11.12.17 - Am 7. Dezember 2017 fand in Düsseldorf der erste MM Innovationstag zum Thema Fertigungstechnik 4.0 statt. Führende Unternehmen wie Siemens, Renishaw, Meusburger oder Open Mind stellten Methoden und Kompetenzen für die digitale Fertigungstechnik vor und präsentierten Lösungen aus der Praxis. lesen

Marokko auf dem Weg der Industrialisierung

Auslandsmärkte

Marokko auf dem Weg der Industrialisierung

11.12.17 - Die Montagehalle war zum Festsaal geworden, als der marokkanische Minister für Industrie, Investition, Gewerbe und digitale Wirtschaft, Moulay Hafid El Alamy, sowie Siemens-Gamesa-CEO Dr. Markus Tacke die erste Rotorblattfertigung in Afrika eröffneten. Doch in Nordafrika, dem Nahen Osten und Südeuropa gibt es einen fruchtbaren Boden für die Produkte aus der neuen Fertigung. lesen