Supply-Chain-Management Hohe Lieferbereitschaft bei schwankender Nachfrage

Autor / Redakteur: Anja Hartmann und Bernd Reineke / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Der Anbieter von Gießereichemikalien ASK Chemicals kam mit weitestgehend automatisierter Absatzplanung zu besseren Verfügbarkeiten. Abels & Kemmner hat beim Spezialanbieter in Hilden den Absatz- und Bedarfsplanungsprozess optimiert.

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Steigende Kundennachfrage bei gleichzeitiger Verknappung der Rohstoffe stellte die Supply Chain der ASK Chemicals GmbH, eines der weltweit größten Anbieters von Gießereichemikalien, vor eine große Herausforderung in der Produktionsversorgung mit Rohstoffen. Während der Finanzkrise wurden vielerorts Kapazitäten reduziert, was anschließend mit steigendem Auftragseingang zu Lieferengpässen führte.

Absatzerhöhung traf die meisten Unternehmen unvorbereitet

Die Absatzerhöhung traf die meisten Unternehmen unvorbereitet und die Prozesse waren auf solch kurzfristige Bedarfsschwankungen nicht ausgelegt. ASK konnte die Marktsituation gut parieren, da der Absatz- und Bedarfsplanungsprozess gerade mit Unterstützung der Unternehmensberatung Abels & Kemmner optimiert worden war. Das Ergebnis sind heute weitestgehend automatisierte und durchgängige Absatz- und Bedarfsplanungsprozesse, die trotz minimiertem Aufwand zu besseren Verfügbarkeiten führen.

Die ASK Chemicals GmbH ist bevorzugter und innovativer Partner der weltweiten Gießereiindustrie. Produkteffiziente Problemlösungen, maßgeschneiderte Produkte und überdurchschnittlicher technischer Service weltweit vor Ort zeichnen das innovative Unternehmen aus, das unter anderem Gießereichemikalien und Kunstharze herstellt. Davon profitieren insbesondere die Automobil-industrie und der Maschinen- und Anlagenbau.

Starkes Umsatzwachstum, fehlende Prozessanpassung

Die Jahre vor der Finanzkrise waren geprägt von stark steigenden Absätzen sowie entsprechender Zunahme des Kundenspektrums. In der Folge passten die alten Strukturen zur Planung und Steuerung der Beschaffung und Produktion nicht mehr.

Es blieb aber keine Zeit, die Prozesse zu optimieren und geeignete Methoden zu entwickeln. Ein typisches Bild für stark wachsende Unternehmen. Um Abhilfe zu schaffen, beauftragte ASK Chemicals Abels & Kemmner damit, die notwendig gewordenen neuen Strukturen zu erarbeiten und passende Methoden und geeignete Tools einzuführen.

In der Vergangenheit waren die Abläufe bei ASK Chemicals geprägt durch Ad-hoc-Planungs- und Steuerungsaktionen, um kurzfristige Kundenaufträge bedienen zu können. Der hohe Aufwand und Abstimmungsbedarf zur Feinsteuerung der Produktion waren aber nicht verursacht durch mangelnde Planungskompetenz, die sich gegebenenfalls durch ein Feinplanungstool hätte verbessern lassen.

Im Rahmen der ersten Analysen wurde deutlich, dass es sich hierbei eher um Symptome handelte, deren Ursache in der übergeordneten Planung lag. Das aktuelle Marktgeschehen floss nicht durchgängig in den Planungsprozess ein. Fehlende Prognosen sowie ungenügende Sicherheiten zur Abfederung von Absatzschwankungen führten ursächlich zu den oben beschriebenen Symptomen. Daher wurde entschieden, den Planungsprozess grundlegend neu aufzusetzen und mit einer geeigneten Software zu unterstützen.

Mit geringem Aufwand maximalen Nutzen erzielen

Ziel des neuen Prozesses war es, den Aufwand möglichst gering zu halten, aber dennoch zu einem guten Planungsergebnis zu kommen. Schließlich wollte man sich nicht einen zu großen Overhead für diese zusätzliche Planung schaffen, sondern weiterhin möglichst schlank agieren. Sehr zupass kam deshalb der Vorschlag von Abels & Kemmner, die zukünftigen Bedarfe weitestgehend über statistische Prognosen zu bestimmen, also automatisiert mittels Software alle zu disponierenden Produkte zu planen.

Die statistischen Prognosen sollten nur dann mit Vertriebsinformationen ergänzt werden, wenn Abweichungen von den Prognosen zu erwarten sind. Dadurch besteht die Aufgabe des Absatzplaners nur noch darin, Ausnahmen zu planen – was viel Zeit und Aufwand spart. Das hört sich gut an, ist auch möglich, bedarf aber einiger Rahmenbedingungen.

Zusätzliche Anforderungen an die Software

Da es keine Regel ohne Ausnahme gibt, müssen neben der automatisierten Disposition selbstverständlich auch die Fälle berücksichtigt werden, die eben nicht standardisiert prognostiziert werden können. Jeder Vertriebsverantwortliche muss folglich die Möglichkeit haben, zum Beispiel Aktionen zu hinterlegen, Neulistungen der Kunden oder auch Abkündigungen durch bestehende Kunden einzugeben. Weitere Ereignisse, die manuell geplant sein wollen, sind neue Produkte beziehungsweise Produktvarianten, die aufgrund fehlender Vergangenheitswerte nicht prognostizierbar sind, sowie auslaufende Produkte, für die keine statistischen Prognosen mehr gerechnet werden.

Um solche Analysen durchführen zu können, bedarf es einer Software, die es dem Vertrieb leicht macht, die Ausnahmen zu identifizieren. Die Software muss also imstande sein, die Planung nicht nur auf Stücklisten der Komponenten, sondern auf Artikelebene des Kunden zu beschreiben.

Mathematisch-statistisch sollte die Software zudem in der Lage sein, die am besten geeigneten Prognose- und Sicherheitsbestandsverfahren automatisch zu ermitteln, um die gewünschte Lieferbereitschaft mit möglichst geringem Bestand zu erreichen.

Denn es reicht nicht, irgendein beliebiges Prognoseverfahren anzuwenden, sondern es sollte genau das Prognoseverfahren angewandt werden, welches das jeweils optimale Ergebnis liefert. Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied, der in der Praxis allzu oft nicht berücksichtigt wird, weil das Know-how über die unterschiedlichsten Verfahren oft fehlt und zudem die eingesetzten ERP-Systeme solche Variantentests meist nicht zulassen.

Gewählte Software überzeugt durch Methodenkompetenz

Weltweit sind nicht viele Softwaretools am Markt verfügbar, welche ERP-Systeme bei der Optimierung der Planung und Disposition unterstützen. Unter den verfügbaren hat man sich für Diskover SCO der SCT GmbH entschieden, da dieses System sowohl von der Programmiertechnologie als auch der Methodenkompetenz am meisten überzeugte. Die Software ist mit modernsten Java-Technologien entwickelt worden und damit schnell und leicht an neue Anforderungen adaptierbar.

Sonderfunktionen durch einfaches Klicken sichtbar

Auf Knopfdruck lassen sich zudem die angebotenen Methoden auf die Möglichkeiten des zum Einsatz kommenden SAP-Systems reduzieren, was sowohl die hohe Kompatibilität von Diskover SCO zu SAP als auch die hohe fachliche Methodenkompetenz an sich leicht sichtbar macht, denn durch einfaches Klicken werden erweiterte Methoden sichtbar, die in gewissen Planungsfällen zu noch besseren Ergebnissen führen.

Sofern diese Sonderfunktionen nicht genutzt werden, werden die Daten, die aus dem SAP-System über Standardschnittstellen bezogen werden, im in Diskover SCO integrierten Regelwerk analysiert und mit aktualisierten Werten an das SAP-System zurückgegeben. Hierbei wird in Diskover SCO bestimmt, wie die Artikel einzustellen sind und in welcher Form die Absatzzahlen in die Planung und Disposition einfließen sollen.

Über das Diskover-Modul Sales Forecast können die Vertriebsmit-arbeiter die Ausnahmen wie oben beschrieben auf Artikel-Kunden-Ebene erfassen und damit in die Planung einfließen lassen. Unabhängig vom Standort können die Daten weltweit erfasst und zentral verarbeitet werden.

In der konsolidierten Planungssicht werden die Zusatzbedarfe beziehungsweise Absatzkorrekturen sichtbar und an die Bedarfsrechnung übergeben. Mit Übergabe der so entstandenen Planzahlen und neu berechneten Dispositionsparameter (zum Beispiel Melde- und Sicherheitsbestände) an das SAP-System schließt sich die durchgängige Planungskette.

Anja Hartmann ist Senior Manager Supply Chain bei der ASK Chemicals GmbH in 40721 Hilden. Dr. Bernd Reineke ist Berater der Abels & Kemmner GmbH in 52134 Herzogenrath.

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