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Hannover-Messe 2017/HTW Dresden HTW Dresden erweckt Modellfabrik zum Leben

| Autor / Redakteur: Nicole Jäpel / Beate Christmann

Wissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden bauen eine produktionsnahe Testumgebung, die teilautomatisierte Fertigungsprozesse möglichst real und detailliert abbilden soll. Damit wollen sie vor allem dem Mittelstand den Einstieg in die digitalisierte Fertigung erleichtern.

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Die HTW Dresden will der Wirtschaft den Einstieg in die intelligente Fabriksteuerung erleichtern – ein Teil der Modellfabrik wird vom Steuerungs- und Automatisierungstechnikhersteller Festo bezogen.
Die HTW Dresden will der Wirtschaft den Einstieg in die intelligente Fabriksteuerung erleichtern – ein Teil der Modellfabrik wird vom Steuerungs- und Automatisierungstechnikhersteller Festo bezogen.
(Bild: HTW Dresden)

Unter dem Motto „Digitalisierung der Fertigung erlebbar machen“ baut die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden gegenwärtig eine Modellfabrik auf, das sogenannte „Industrial Internet of Things Test Bed“ (IIoT Test Bed). Es soll teilautomatisierte Fertigungsprozesse möglichst real und detailliert abbilden. Die Fertigstellung der Testumgebung ist für Mitte 2017 vorgesehen. Den aktuellen Stand der Dinge präsentiert die HTW Dresden auf der Hannover-Messe 2017. Im Rahmen der Leitmesse Research & Technology sind die Wissenschaftler vom 24. bis 28. April 2017 in Halle 2, Stand A38 vertreten.

Fertigungslogistikstraße mit moderner Sensorik und RFID-Technik

Die zu Forschungszwecken konzipierte produktionsnahe Testumgebung verfügt über eine Fertigungslogistikstraße, die durch Robotermodule, manuelle Arbeitsplätze und autonome Transportfahrzeuge unterstützt wird. Die mit modernster Sensorik ausgestattete Fabrik ermöglicht es dem Nutzer, Prozess- und Verbrauchsdaten zu erfassen sowie Umweltparameter wie Luftdruck, Temperatur, Akustik, aber auch Energieverbrauchswerte während des Fertigungsprozesses zu messen. Mittels RFID-Technik und weiteren drahtlosen Lokalisierungssystemen wird eine lückenlose Verfolgung und Lokalisierung von Materialien angefangen vom Wareneingang bis hin zum Versand möglich.

Die in der Modellfabrik verbauten Technologien zeigen auf, wie finanzielle und zeitliche Ressourcen konkret durch die Einsparung der manuellen Datengewinnung, Erhöhung der Informationstransparenz in Echtzeit, Reduzierung von menschlichen Fehlern sowie eine umfassende Produktinformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette geschont werden. Die mittels einer adaptiven Lichtsteuerung (Human Centric Lighting) ausgerüstete Fabrik unterstützt neben der visuellen Orientierung des Anwenders zudem die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Mit der von der HTW Dresden bereitgestellten Modellfabrik können für den Mittelstand erforderliche Produktionsabläufe zur Realisierung einer intelligenten Fertigungslandschaft umgesetzt werden. Die Fabrik soll dem industriellen Mittelstand die Chance bieten, Innovationen hinsichtlich neuer Fertigungsabläufe und Produkte auf Basis verschiedener Digitalisierungstechnologien zu entwickeln und im Zusammenspiel einer komplexen Fertigungslandschaft interaktiv zu testen.

Weiterbildungsangebot und Workshops für den Mittelstand

In Kooperation mit regionalen Verbänden, beispielsweise der IHK Dresden, sind ab Herbst 2017 Weiterbildungsangebote für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu grundlegenden Themen wie Digitalisierung und Automatisierung geplant. Zusätzlich werden spezielle Workshops, zum Beispiel zum Themenbereich RFID - intelligente Materiallokalisierung, Schlanke Automatisierung und Informationstechnologien angeboten. Obendrein wird die HTW Dresden speziell auf die individuellen Bedürfnisse eines KMU ausgerichtete Workshops anbieten, bei denen der eigene Digitalisierungsgrad bestimmt und unter Verwendung der produktionsnahen Testumgebung Optimierungspotenziale für die Produktion abgeleitet werden. Diese führen zu neuen Erkenntnissen in der Geschäftstätigkeit.

Die HTW Dresden als Forschungseinrichtung bietet somit der Wirtschaft die Möglichkeit, konkrete, jedoch vor allem einfache Einstiegsmöglichkeiten in den Themenbereich intelligente Fabriksteuerung zu finden. Die Modellfabrik wird unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Reichelt als interdisziplinäre Forschungsumgebung aufgebaut. Das Projekt wird im Rahmen des Programms Forschung an Fachhochschulen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Summe von 1,5 Mio. Euro gefördert.

* Nicole Jäpel ist Forschungsmitarbeiterin der Arbeitsgruppe Smart Production Systems an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden in 01069 Dresden, Tel. (03 51) 4 62 30 49, nicole.jaepel@htw-dresden.de

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