Grindinghub 2022 Hybride Prozesse sichern auch die Zukunft der Schleiftechnik

Ein Gastbeitrag von Dag Heidecker

Es lohnt sich, Fertigungsprozesse zu kombinieren. Das eröffnet auch für die Schleif- und Feinbearbeitungspraxis neue Chancen, wie bald auf der neuen Messe Grindinghub demonstriert werden wird.

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Hybride Bearbeitungsmaschinen sind auf dem Vormarsch. Denn mit ihnen erreicht man eine bisher nicht vorhandene Fertigungsflexibilität. Die Schleiftechnikmesse Grindinghub 2022 wird deshalb auch diesen Trend widerspiegeln. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf den Mai.
Hybride Bearbeitungsmaschinen sind auf dem Vormarsch. Denn mit ihnen erreicht man eine bisher nicht vorhandene Fertigungsflexibilität. Die Schleiftechnikmesse Grindinghub 2022 wird deshalb auch diesen Trend widerspiegeln. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf den Mai.
(Bild: Fritz Studer)

Kommen moderne Automations- und Digitalisierungskonzepte zu den klassischen Bearbeitungsverfahren hinzu, winken deutliche Produktivitätssteigerungen. Die international ausgerichtete Messe für Schleiftechnik Grindinghub verdeutlicht das vom 17. bis zum 20. Mai 2022 in Stuttgart. Sie bietet das anhand eines kompakten Marktüberblicks, für Produktionsverfahren in diesem anspruchsvollen Umfeld. Als internationale Plattform bietet die Grindinghub 2022 sämtliche Prozesse für Schleiftechnik und Superfinishing ab. Der Veranstalter VDW schafft in Kooperation mit der Messe Stuttgart und Swissmem die dafür notwendige solide Basis. Schleifmaschinen, Werkzeug-Schleifmaschinen und Schleifmittel stehen hierbei im Fokus, flankiert von passender Software, Automationsmöglichkeiten und begleitenden Dienstleistungen.

Hybride Maschinen lösen Probleme beim Getriebebau

Große Stückzahlen, enormer Kostendruck und präzise Fertigungsabläufe zählen heute zu den schwierigsten Hürden im Getriebebau. Und sie werden sogar noch schwerer zu nehmen sein, denn die Veränderungen in der Automobilindustrie betreffen gerade diesen Bereich besonders. Es gilt die Herausforderung, künftig deutlich mehr Getriebevarianten herzustellen. Wie begegnen Unternehmen dieser Herausforderung nun? Eine gute Antwort kann der Maschinenbauer Emag aus Salach mit einer neu entwickelten Baureihe von hybrid konzipierten Maschinen geben. Denn deren große Stärke ist, dass sie aufgrund der Kombination aus Schleifen und Drehen (plus weiterer Verfahren) und inklusive Automation zahlreiche Fertigungsmöglichkteiten gestatten. Damit lässt sich quasi die vollständige spanende Bearbeitung von Getriebebauteilen lässt abbilden.

Inzwischen hat Emag noch eine weitere Maschine im Portfolio, die zum einen größer ist und für Bauteile bis zu 350 Millimeter Durchmesser ausgelegt ist Zum anderen gibt es erstmals die Option, eine Schleifspindel mit NC-Schwenkachse zu integrieren. Sie kann dann beispielsweise einen zylindrischen Schleifkörper tragen, mit dem sich innen liegende Bohrungen schleifen lassen. Emag hat nach eigener Aussage unter anderem Herstellungsprozesse mit kleineren Losgrößen im Blick, bei denen es zwangsläufig zu vielen Umrüstprozessen kommt. Denn in so einem Anwendungsfall ist es von Vorteil, wenn die Maschine von vorneherein verschiedene Schleifspindeln beinhaltet. Dazu steht genügend Platz im Arbeitsraum zur Verfügung. Sie ist dann auf alle Aufgaben vorbereitet. Folglich kann in der Werkzeugmaschine die klassische Hartbearbeitung von Getrieberädern und vielen weiteren Futterteilen mit Innenkegeln erfolgen. Das Machbarkeitsspektrum reicht dann vom Hartdrehen der Planflächen über das Vordrehen der Bohrung und des äußeren Synchronkegels bis hin zum Fertigschleifen dieser Konturen. Emag steht auf der Grindinghub natürlich mit dem passenden Know-how parat.

Bessere Oberflächen für additiv gefertigte Bauteile

Der Vormarsch additiver Fertigungsverfahren scheint unaufhaltsam, denn sie überzeugen durch eine Palette von Vorteilen. Außer Produktivitätsgewinnen, weil teure und komplizierte Werkzeuge obsolet sind, bestechen generative Fertigungsverfahren durch die konturflexible Produktion, die große geometrische Gestaltungsvielfalt erlaubt. Das sind die Argumente, dass sich inzwischen auch kleine bis mittlere Stückzahlen mit industriellem 3D-Druck umsetzen lassen. Allerdings müssen die Bauteile in der Regel nachbearbeitet werden. Je nach Bauteil und Prozess gilt es nämlich, mögliche Hilfs- und Stützstrukturen des additiven Verfahrens zu entfernen. Sonst müssen Oberflächenbearbeitungen wie Fräsen, Schleifen oder Superfinish und eine Bauteilkontrolle vorgenommen werden. Weitere Abläufe wie das Reinigen und Markieren von Bauteilen gehören auch dazu, wie das gesamte Handling inklusive Sortierung und Verpackung.

Für mehr Effizienz ist es allerdings notwendig, sowohl die additive als auch die übliche Fertigung als hybrides System zu erfassen. Schon beim Bestimmen des 3D-Modells müssen die Bedürfnisse der Nachbearbeitung berücksichtigt werden. Denn zu viel Materialauftrag führt zu Mehrkosten und zu wenig macht die Nachbearbeitung des Werkstücks schwierig bis unmöglich. Im Idealfall findet eine direkte Datenintegration entlang der Prozesskette statt. In der Praxis heißt das, dass die Prozesse präzise aufeinander abgestimmt sind und ohne weiteres Werkstückhandling durchgeführt werden. Robotergestützte und automatisierte Systeme wie die neue Fertigungszelle für die automatisierte Oberflächenbearbeitungen von Supfina Grieshaber aus Wolfach setzen nun genau hier an. In nur einer Aufspannung lassen sich damit Prozesse flexibel kombinieren und nahtlos in die Produktion integrieren. Das führt sowohl zu einer hohen Oberflächentreue als auch zu verbesserter Wirtschaftlichkeit. Über das Thema reden die Schwarzwälder Spezialisten als Aussteller gerne auch im Mai auf der Messe.

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