Fachkräftemangel IAB: Es gibt keinen Ingenieurmangel

Redakteur: Stéphane Itasse

Nürnberg (si) - Es gibt Engpässe in einigen Ingenieurberufen, aber keinen flächendeckenden Ingenieurmangel. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), wie das Institut am Dienstag mitteilte.

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Der Ingenieurarbeitsmarkt ist noch nicht leergefegt, geht aus der Studie hervor. Derzeit suchen rund 24000 Ingenieure eine Beschäftigung. Wer bereits länger arbeitslos ist, habe trotz guter Konjunktur Schwierigkeiten, einen Job zu bekommen. Ältere und Frauen seien hiervon besonders betroffen. So ist den Angaben zufolge immer noch jede zwölfte Ingenieurin arbeitslos.

Maschinenbauingenieure bleiben begehrt

Die Arbeitsmarktlage ist in den einzelnen Ingenieurberufen sehr unterschiedlich. Während die Arbeitslosigkeit bei Architekten und im Bergbau hoch bleibt, deuten auf unter 4% gesunkene Arbeitslosenquoten bei Maschinenbau-, Elektro- und Wirtschaftsingenieuren auf Engpässe hin, wie es heißt.

Die Arbeitslosenquote liegt bei Ingenieurinnen mehr als doppelt so hoch wie bei den Ingenieuren. Wertvolles Potenzial bleibt ungenutzt: Selbst in den Sparten, in denen Engpässe herrschen, haben die Bewerberinnen noch immer schlechtere Karten. „Derzeit scheint also allenfalls ein Mangel an jungen männlichen Ingenieuren bestimmter Fachrichtungen zu bestehen“, so die IAB-Studie.

Weibliche Ingenieure werden weniger eingestellt

Um Ingenieurinnen künftig besser zu integrieren und das Berufsbild damit auch für junge Frauen interessanter zu machen, müsse sich nicht zuletzt die Unternehmenskultur in Deutschland ändern. Das IAB fordert unter anderem mehr Kinderbetreuung und mehr Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit im Ingenieurbereich.

Die Dauer der Stellenbesetzung hat sich bei den Ingenieuren in den letzten Jahren kaum verändert. Betrug sie im Jahr 2000 120 Tage, vergingen im Jahr 2006 122 Tage vom Beginn der Personalsuche bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn. Mittlerweile haben es die Betriebe aber eiliger bei der Stellenbesetzung: Nur 58 Tage planten die Firmen 2006 für eine Besetzung ein im Vergleich zu 103 Tagen im Jahr 2005.

Demografischer Wandel verschärft Ingenieurmangel

Der Bedarf an Hochqualifizierten steigt, während das Erwerbspersonenpotenzial wegen des demografischen Wandels abnimmt. Ohne eine neue Bildungsexpansion, die mehr Akademiker pro Jahrgang hervorbringt, wird dies schon in weniger als zehn Jahren zu einem erheblichen Akademikermangel führen.

Technische Berufe werden davon besonders betroffen sein. Der Rückgang an qualifizierten Arbeitskräften wird hier durch die sinkenden Studienanfängerzahlen noch verstärkt. Sie gingen beispielsweise im Studiengang Maschinenbau 2006 um 8% zurück.

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