Covestro auf der JEC World 2018 Ideen für den wirtschaftlichen Leichtbau

Redakteur: Peter Königsreuther

Auch Covestro macht sich Gedanken darüber, wie der Leichtbau mit Composites & Co. produktiver und damit wirtschaftlicher werden kann. In Paris zeigt man, was man Neues entwickelt hat. Halle 5 am Stand C28.

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Covestro hat nach eigenen Angaben eine ganz neues Herstellverfahren für Coposites geschaffen, das die großindustrielle Produktion besonders dünner, leichter sowie hochfester und dennoch ästhetischer Teile aus Faserverbundwerkstoffen (FVK) ermögliche. JEC World 2018 in Halle 5 am Stand C28.
Covestro hat nach eigenen Angaben eine ganz neues Herstellverfahren für Coposites geschaffen, das die großindustrielle Produktion besonders dünner, leichter sowie hochfester und dennoch ästhetischer Teile aus Faserverbundwerkstoffen (FVK) ermögliche. JEC World 2018 in Halle 5 am Stand C28.
(Bild: Covestro AG)

Covestro engagiert sich, wie es heißt, seit vielen Jahren in der Entwicklung von für Verbundwerkstoffe geeigneten Materialsystemen. Ganz gleich, ob es sich dabei um miniaturisierte Elektronikprodukte, wärmegedämmte Fassaden oder Windkraftanlagen handle: Energie- und ressourcenschonende Composites gehörten zusammen mit effizienten Herstellmethoden zu den Kernbestandteilen des Nachhaltigkeitskonzepts des Unternehmens.

Sehr dünne Compositefolien und -platten fertigen

Covestro hat nach eigenen Angaben eine ganz neues Herstellverfahren für Coposites geschaffen, das die großindustrielle Produktion besonders dünner, leichtgewichtiger sowie hochfester und dennoch ästhetischer Teile aus Faserverbundwerkstoffen (FVK) ermögliche. Die neue Idee basiert auf endlosfaserverstärkten thermoplastischen Composites (Continuous Fiber-Reinforced Thermoplastic Polymers, CFRTP), die, wie Covestro erklärt, in verschiedenen Faser- und Thermoplastvariationen hergestellt werden.

Als thermoplastische Basismaterialien werden unter anderem Polycarbonat (PC) und thermoplastisches Polyurethan (TPU) eingesetzt, heißt es. In puncto Fasermaterialien setzt man auf Carbon- und Glasfasern. Covestro stelle daraus unidirektional verstärkte Folien und Platten für die weitere Verarbeitung durch die Anwender her und habe jetzt seine Produktionskapazität am Standort Markt Bibart mit mehreren Anlagen zur Massenfertigung beider Produkte deutlich erweitert, um von dort aus als globaler Zulieferer zu agieren.

Gefundenes „Fressen“ für die Elektronikbranche

Insbesondere in der Elektronikindustrie gehe der Trend hin zu immer dünneren Gehäusen, zum Beispiel für Laptops und Smartphones. Laptopdeckel können laut Covestro in einem einstufigen Prozess aus CFRTP-Platten gefertigt werden und sorgen dabei kürzere Zykluszeiten und deutliche Kosteneinsparungen: Im Vergleich zu Magnesiumlegierungen bringe die polymere Variante rund 15 % weniger auf die Waage und könne auch noch mit optisch ansprechenden Oberflächenstrukturen ausgestattet werden.

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Polyurethanmatrix macht Rotorblattfertigung wirtschaftlicher

Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen wie beispielsweise der Windenergie schreitet weiter voran, so Covestro. Das bedinge eine noch intensivere Nutzung dieser Energieerzeugungs-Alternative sowie eine kosteneffizientere Herstellung von Windkraftanlagen. Covestro hat nun ein spezielles Polyurethan-Infusionsharz für Rotorblätter entwickelt,heißt es. In Kombination mit verstärkenden Glasfasern und einem effizienten Vakuum-Fertigungsverfahren verkürze diese Harzmatrix die Zykluszeiten für die Herstellung und bringe so Kostenvorteile. Das, wie es weiter heißt, in China entwickelte Harz ist mit der DNV-GL-Zertifizierung ausgestattet – eine Voraussetzung für den Markteintritt in die dortige Windkraftbranche. In China wurde damit jetzt ein neuer Prototyp eines Rotorblatts mit einer Blattlänge von 59,5 m gefertigt. Covestro will weitere Blätter mit noch größeren Blattlängen herstellen, um eine noch effizientere Nutzung der Windenergie zu ermöglichen.

Hausdämmung wird ohne Dickensteigerung effektiver

In der Region Benelux gelten strenge Vorgaben hinsichtlich der thermischen Effizienz der Gebäudehülle. Vor allem was Büro- und Industriegebäuden betreffe, sind den Hauswänden vorgehängte, hinterlüftete Fassaden (VHF) weit verbreitet, so Covestro. Mit bisher existrierenden Materiallösungen seien die weiter steigenden Anforderungen aber entweder nur mit steigenden Dämmstoffstärken oder schlimmstenfalls gar nicht mehr erfüllbar.

Für die regionale Situation hat das Unternehmen Fisco composite solutions aus Zusmarshausen zusammen mit weiteren Entwicklungspartnern jetzt einen neuen Wandhalter entwickelt, mit dem die Auflagen erfüllt werden können und dessen Einsatz außerdem den Montageprozess erheblich vereinfacht. Das Befestigungssystem ist Teil der Unterkonstruktion für VHF-Fassaden und besteht aus zwei verschiedenen Elementen: einem Kern aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), der die Last aus Eigengewicht und Wind von der Fassade in das Mauerwerk abführt, und einer zylindrischen Dämmstoffplatte, welche den GFK-Kern umschließt und die Dämmwirkung verbessert.

Effizientere Gebäudedämmung wird pultrudiert

Aufgrund des herausragenden Brandverhaltens und der guten mechanischen Eigenschaften verwende Fisco den markenrechtlich geschützten Werkstoff Desmocomp von Covestro als Matrixmaterial für den GFK-Kern. Das aliphatische Polyurethanharz wurde laut Hersteller vor allem für Außenanwendungen entwickelt, weil es über eine sehr gute Wetterbeständigkeit verfügt. Das System könne per Pultrusionprozess (Strangziehverfahren) relativ einfach verarbeitet werden.

Wässrige Polyurethandispersionen des Baybond-Sortiments, ergänzt Covestro, werden als Filmbildner in Glas- und Carbonfaserschlichten in thermoplastischen Verbundwerkstoffen eingesetzt. Die Dispersionen zeichneten sich durch eine sehr gute Filmbildung, Elastizität sowie Haftung aus. Außerdem sollen sie kaum vergilben und für eine hohe mechanische Stabilität des Verbundwerkstoffs sorgen. Zu diesem Thema gehören auch Baybond-Typen, die für den Lebensmittelkontakt zugelassen sind, so Covestro. Außerdem arbeite der JEC-World-Aussteller auch an duroplastisch matrizierten Composites für entsprechende Anwendungen.

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