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Arbeitswelt IG Metall fordert neue Arbeitszeitkultur

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Wie sieht die Arbeitszeitkultur der Zukunft aus? Mit dieser Frage setzt sich die Gewerkschaft IG Metall auseinander und hat auch schon konkrete Forderungen.

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Die IG Metall fordert eine Abwendung von der Arbeitszeitkultur der Vergangenheit. Ziel sei eine Arbeitszeit, die zum Leben passt.
Die IG Metall fordert eine Abwendung von der Arbeitszeitkultur der Vergangenheit. Ziel sei eine Arbeitszeit, die zum Leben passt.
(Bild: © Peter Atkins - Fotolia.com)

„Wir brauchen einen arbeitszeitpolitischen Aufbruch. Die Arbeitswelt von morgen lässt sich nicht mit der Arbeitszeitkultur der Vergangenheit bewältigen“, forderte Jörg Hofmann anlässlich einer arbeitszeitpolitischen Konferenz Ende Juni in Mannheim. „Das Konzept ‚Vollzeit plus Überstunden plus Leistungsverdichtung plus Flexibilität‘ hat ausgedient“, so der erste Vorsitzende der IG Metall weiter.

Dem vorangegangen war eine bundesweite Befragung von über 680.000 Beschäftigte Anfang 2017. Diese zeigte, dass die Angestellten ihre Arbeitszeiten an ihr Leben anpassen möchten. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage war, dass sich die große Mehrheit der Beschäftigte eine 35-Arbeitsstunden-Woche wünscht. Ebenfalls auf der Wunschliste steht, die Arbeitszeit temporär beispielsweise auf 28 Stunden verkürzen zu können, verbunden mit einem Rückkehrrecht auf 35 Stunden. Werde die Arbeitszeit aufgrund der Betreuung von Kindern oder der Pflege von Familienangehörigen reduziert, sei zudem ein Entgeltausgleich gefordert, um die finanzielle Versorgung zu gewährleisten. „Wir wollen diesen Entgeltausgleich als eine zeitgemäße Sozialleistung tariflich regeln, weil Zeit für Kinder und Pflege gesellschaftlich notwendig ist“, so Hofmann.

Die IG Metall möchte die Arbeitnehmer bei ihren Wünschen unterstützen und diskutierte mit über 800 Teilnehmern der regionalen Tarifkommission darüber, wie sich dieser Anspruch mittels Tarifpolitik umsetzen ließe. Im Rahmen der Konferenz wurde zudem allen Bestrebungen der Arbeitgeber nach einem Aufweichen des Arbeitszeitgesetzes eine Abfuhr erteilt. In den kommenden Wochen wird man laut Gewerkschaft Diskussionen in den Betrieben fortsetzen, um im Herbst die Forderungen für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie beschließen zu können.

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