Luxus-Reisemobil kostet min. 500.000 Euro

Im 18-Tonner auf Campingurlaub

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Neugierige Blicke, wo er auftaucht, und immer wieder Fremde im Flur – schon als Ebner und seine Frau Stefanie in die Planung gingen, keimte in ihnen die Erkenntnis, dass sie den Magellano vielleicht doch nicht nur aus Eigennutz bauen. Und nachdem sie mittlerweile bereits 12.000 Kilometer damit unterwegs waren, ist daraus Gewissheit geworden. „Das Interesse war so groß, dass wir auch in die Auftragsfertigung eingestiegen sind“, sagt Ebner, der seitdem auch noch Geschäftsführer der Xaxoa GmbH ist und in Saal an der Saale gerade Richtfest für eine neue Fabrik gefeiert hat.

In der Halle arbeiten eine Handvoll festangestellter Mitarbeiter und vor allem viele lokale Handwerker, die binnen sechs bis acht Monaten aus einem Lastwagen eine Luxusvilla auf Rädern machen und dabei dieselben Maßstäbe anlegen, wie beim Hausbau: Die Fenster sind ordentlich isoliert und haben stabile Beschläge, die Schränke sind aus Massivholz statt Pressspan, der Strom fließt mit 220 Volt, die Arbeitsplatte in der Küche ist aus Marmor, und im Bad mit der von unten in verschiedenen Farben beleuchteten Glasdusche sitzt man auf Keramik statt Kunststoff. Wozu hat der Actros schließlich ein zulässiges Gesamtgewicht von 18 Tonnen? Selbst mit dem Massivhaus auf dem Buckel und vollen Tanks für über 1000 Liter Frisch- und Liter Brauchwasser sowie 300 Liter Diesel im Bauch kann man da noch 1,5 Tonnen zuladen, sagt Ebner: „So viel Urlaubsgepäck und Vorräte nimmt man nicht einmal auf eine Weltumrundung mit.“

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Zwar kostet der Magellano, so wie Ebner ihn sich selbst gebaut hat, 680.000 Euro. Auch mit abgespeckter Ausstattung ist unter 500.000 Euro nicht viel zu machen. Und den Lkw-Führerschein braucht man dafür auch noch. Doch das Interesse an der Hotelsuite mit Mercedes-Stern ist groß: Den ersten Wagen hat er gerade verkauft, mit einer Handvoll Kunden führt er „sehr ernsthafte Verhandlungen“ und nebenbei plant er auch schon ein Carsharing-Modell für Luxuscamper, bei dem sich mehrere Partien die Investition und somit auch das Fahrzeug teilen, während Ebner Wartung und Pflege übernimmt und den Kalender für die Kunden führt.

So oft, wie seitdem das Telefon klingelt, muss Ebner bereits aufpassen, dass ihm der Magellano nicht über den Kopf wächst, selbst wenn jede Testfahrt ein bisschen was von Urlaub hat und er bei Kundenbesuchen wenigstens nicht mehr ins Hotel muss. Aber viel mehr als vier Autos pro Jahr will der Unternehmer nicht bauen. Denn weil er nebenbei ja auch noch seinen Job in der Softwarebranche hat, bleibt sonst keine Zeit mehr für die Reisen in den eigenen vier Wänden. Und die will Ebner eigentlich nicht einschränken, sondern sogar noch ausweiten. Spätestens wenn die Kinder aus der Schule sind, will sich die Familie nämlich einen Traum erfüllen und mit dem Magellano nach Amerika – schließlich haben sie ihr Wohnmobil nicht umsonst nach einem Weltumsegler benannt.

Der Beitrag erschien zuerst auf unserer Schwesterseite KFZ-Betrieb.

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