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Konjunktur

Im Aufschwung fliegt der Mittelstand auf Sicht

| Autor/ Redakteur: Peter Steinmüller /

Mittelständische Industrieunternehmen erwarten früher ein Ende der Krise als die Gesamtwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage im Auftrag der Commerzbank. Doch über den richtigen Weg aus dem Konjunkturtal herrscht Unsicherheit in den Betrieben.

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„Zu defensives Wirtschaften mit einseitigem Blick auf die Kosten ist keine Lösung zur Bewältigung der aktuellen Situation“, warnt Commerzbank-Vorstand Markus Beumer. Bild: Commerzbank
„Zu defensives Wirtschaften mit einseitigem Blick auf die Kosten ist keine Lösung zur Bewältigung der aktuellen Situation“, warnt Commerzbank-Vorstand Markus Beumer. Bild: Commerzbank
( Archiv: Vogel Business Media )

Aktionismus lassen sich deutsche Firmenchefs nicht vorwerfen: Vielmehr sehen fast zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen keinen Anlass, wegen der aktuellen Krise ihre strategische Ausrichtung auf den Prüfstand zu stellen. Für sie ist die derzeitige wirtschaftliche Schieflage lediglich konjunkturell bedingt. Entsprechend planen die meisten Betriebe keine größeren Umstrukturierungen. „Absichern und konsolidieren“ lauten die Gebote der Stunde.

Mittelstand achtet mehr auf Profitabilität

So wollen 41% der Befragten verstärkt auf ihre Profitabilität achten. Das ist die grundlegende Aussage der von der Commerzbank veröffentlichten Studie „Mittelstand in der Krise “. Für die Veröffentlichung befragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest mehr als 4000 mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 2,5 und mehr als 100 Mio. Euro.

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Entschiedener als die Mehrheit der Wirtschaft reagieren jedoch viele Maschinenbaubetriebe, die immerhin 37% der von TNS Emnid befragten Unternehmen stellen: Angesichts des Produktionsrückgangs im vergangenen Jahr um ein Viertel sind besonders die exportorientierten Betrieb zu strategischen Veränderungen bereit.

Defensives Wirtschaften führt nicht aus der Krise

Damit entsprechen sie der Forderung von Commerzbank-Vorstandsmitglied Markus Beumer: „Zu defensives Wirtschaften mit einseitigem Blick auf die Kosten ist keine Lösung zur Bewältigung der aktuellen Situation“, warnt Beumer, der für das Mittelstandsgeschäft seines Kreditinstituts zuständig ist. „Strategien sollten auf den Prüfstand gestellt werden, um strukturelle Defizite zu beseitigen und Potenziale frühzeitig zu erkennen.“

Im Februar hatte Dr. Manfred Wittenstein, Präsident des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), seine Mitgliedsfirmen „nahe am Tiefpunkt“ gesehen und einen Aufschwung erst für das kommende Jahr prognostiziert. Das deckt sich mit den Einschätzungen der für die Commerzbank-Studie befragten Industrieunternehmen.

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