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Konjunktur

Im Aufschwung fliegt der Mittelstand auf Sicht

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Viele erwarten für 2010 lediglich eine Konsolidierung ihrer Geschäfte, aber zwei Drittel rechnen mit einem Aufschwung im Jahr 2011. Dabei ist das verarbeitende Gewerbe optimistischer als die Gesamtwirtschaft: 72% erwarten, dass die Krise 2012 überstanden ist. Gestärkt aus dem Konjunkturtal hervorgehen wollen besonders häufig die exportorientierten Industriebetriebe. Die regional orientierten Anbieter dagegen zählen sich deutlich öfter zu den Verlierern der Krise.

Industrie rechnet für 2011 mit Ende der Zurückhaltung

Als Konsequenz aus ihrer Konjunktureinschätzung rechnen die Industriebetriebe bereits im nächsten Jahr mit einem Ende der Kaufzurückhaltung. Viele befürchten aber, dass sich die Kunden an das niedrigere Preisniveau gewöhnt haben und dieses Preisbewusstsein auch im Aufschwung beibehalten. Zugleich würden sich die Abnehmer bei Qualität, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit anspruchsvoller zeigen (Grafik 1).

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Diese Entwicklungen werden nach Überzeugung der Befragten ihre Spuren in der Branche hinterlassen: Insolvenzen und Unternehmensaufkäufe werden im laufenden Jahr zunehmen, lautet der Tenor der Aussagen. Allerdings werde sich die Situation bereits 2011 wieder entspannen (Grafik 2).

Wettbewerb aus dem Ausland wird härter

Kein Aufatmen verheißt dagegen das Auftreten ausländischer Wettbewerber: Beobachteten 2009 noch 38% der exportorientierten Unternehmen Aktivitäten von ausländischen Konkurrenten, so rechnen 47% von ihnen für das nächste Jahr damit.

Commerzbank-Vorstand Markus Beumer sieht eine mögliche Reaktion der einheimischen Betriebe im Einstieg in den Niedrigpreissektor: „Hier liegen unter Umständen Segmente brach, in denen die Kunden ohnehin nicht im Hightech-Regal zugegriffen hätten.“

International orientierte Unternehmen zeigen sich flexibler

Zwar wird, ähnlich wie in der Gesamtwirtschaft, auch von der Mehrheit des verarbeitenden Gewerbes die Wirtschaftskrise nicht zum Anlass genommen, die Unternehmensführung und die Organisationsstrukturen grundsätzlich in Frage zu stellen. Firmen mit internationaler Ausrichtung zeigen sich jedoch häufig veränderungsbereiter als jene mit einem inländischen Absatzmarkt. Bei 42% der ersten Gruppe hat die Krise zu einem Strategiewechsel geführt, bei der zweiten trifft dies nur auf 32% zu.

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