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Mobiles Arbeiten

Immer weniger Deutsche kleben an ihren Schreibtischen

| Redakteur: Robert Horn

Nach Einschätzung des Berliner Wirtschaftspsychologen Prof. Dr. Jochen Prümper stellt das mobile Arbeiten hohe Anforderungen an die Führungskräfte. Schließlich müsse über Distanzen hinweg eine Vertrauenskultur geschaffen werden.
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Nach Einschätzung des Berliner Wirtschaftspsychologen Prof. Dr. Jochen Prümper stellt das mobile Arbeiten hohe Anforderungen an die Führungskräfte. Schließlich müsse über Distanzen hinweg eine Vertrauenskultur geschaffen werden. (Bild: Jack Tillmanns/Spring Messe Management)

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Sie arbeiten typischerweise mit Remote-Desktop – zu Hause, im Hotel, im Café, oder auf Flughäfen. Kurzum: Überall dort, wo Internetzugriff besteht. Die Rede ist von den sogenannten Digitalnomaden, einer Spezies von Werktätigen, die auch hierzulande schwer im Kommen ist. Die Zahl der Arbeitnehmer, die im sprichwörtlichen Sinne an ihren Schreibtischen kleben, nimmt weiter ab.

Die Mehrheit der Berufstätigen arbeitet heute nicht mehr ausschließlich an einem festen Arbeitsplatz. Diese bemerkenswerte Erkenntnis präsentierte Prof. Dr. Jochen Prümper, Wirtschafts- und Organisationspsychologe an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, auf der Messe Personal 2016 Süd in Stuttgart. Basis ist die von seinem Institut in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern durchgeführte Studie „Mobiles Arbeiten“.

An der Befragung hatten von März und April 2016 insgesamt 674 Unternehmensvertreter teilgenommen. In den Betrieben der Befragten nutzen die Mitarbeiter für die mobile Arbeit mehrheitlich Laptops und tragbare Computer (97 %), gefolgt von Smartphones (93 %), Tablets (62 %) und anderen mobilen Geräte (36 %).

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Bereits mehr als die Hälfte der Beschäftigten, nämlich 54 %, sind überwiegend oder ausschließlich mobil an wechselnden Arbeitsplätzen tätig. 29 % der mobilen Werker gehen ihrer Tätigkeit sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens an wechselnden Arbeitsplätzen nach. Deutlich weniger Personen arbeiten vorwiegend innerhalb des Betriebs mobil (14 %) und noch weniger (11 % ) primär außerhalb des Unternehmens an wechselnden Arbeitsplätzen oder Einsatzorten.

Anforderungen an Arbeitnehmer steigen

Doch hat jede Medaille bekanntlich zwei Seiten: Digitale Mobilität sorgt zwar für mehr persönliche Freiheit, allerdings steigen nach Meinung von 52 % der Befragten auch die Anforderungen an die die Beschäftigten. So benötigen mobile Mitarbeiter, wie Prof. Prümper in Stuttgart hervorhob, vor allem mehr „Selbstkompetenzen“ wie Eigenständigkeit, Flexibilität, Zuverlässigkeit oder Verantwortungsgefühl. Auch muss man gewisse kommunikative Kompetenzen mitbringen, um sich in der mobilen Arbeitswelt erfolgreich zu behaupten. Auch die die Führungskräfte sehen sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, schließlich gelte es, über Distanzen hinweg eine Vertrauenskultur zu schaffen, so der Berliner Arbeitswissenschaftler.

Grundsätzlich aber sehen sich die Unternehmen für die Anforderungen IT-gestützter, mobiler Arbeitsformen hinreichend gerüstet (55 % Zustimmung). Dabei nutzt die „Mobilmachung“ der Jobs offenbar allen Playern. So verbessert sich nicht nur die Arbeitszufriedenheit (67 % Zustimmung); auch die die Arbeitsleistung liegt bei den Mobilen offenbar höher als bei den Stationären (55 % Zustimmung).

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