China Market Insider Importmesse CIIE in Shanghai - Große Beteiligung deutscher Konzerne

Autor / Redakteur: Henrik Bork / Melanie Krauß

Während die Messen in Deutschland reihenweise abgesagt werden, legt die chinesische China International Import Expo sogar an Fläche zu. Trotz Quarantänepflicht sind auch viele deutsche Konzerne dabei.

Firmen zum Thema

Was bewegt den Markt in China aktuell und was müssen deutsche Unternehmen wissen? Darauf gibt unser „China Market Insider“ Antworten.
Was bewegt den Markt in China aktuell und was müssen deutsche Unternehmen wissen? Darauf gibt unser „China Market Insider“ Antworten.
(Bild: ©Eisenhans - stock.adobe.com)

Die dritte China International Import Expo (CIIE) wird vom 5. bis 10. November in Shanghai stattfinden. 400.000 Besucher werden erwartet, darunter auch viele Repräsentanten ausländischer Unternehmen. „Obwohl sie von Covid-19 beeinflusst ist, zieht die diesjährige CIIE scharenweise ausländische Aussteller an”, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Messe stehen in diesem Jahr mit 360.000 m2 noch einmal 20 % mehr Ausstellungsfläche zur Verfügung, berichten die Ausrichter. Obwohl sich Besucher aus dem Ausland bei der Einreise nach Shanghai noch immer eine vierzehntägige Corona-Quarantäne in einem Hotel über sich ergehen lassen müssen, seien wieder in etwa genau so viele Fortune-500-Unternehmen aus dem Ausland dabei wie im vergangenen Jahr, schreibt Xinhua.

Es gibt diesmal die sechs Ausstellungsbereiche für F&B und Landwirtschaft, Automobile, Technologie und Ausrüstung, Konsumgüter, Medizinische Geräte, Medizin und Healthcare, sowie für die Service-Industrie. Die drei größten Aussteller seien in diesem Jahr Hyundai und Volkswagen im Autobereich der Messe und Fast Retailing bei den Konsumgütern. „Unternehmen aus aller Welt setzen für ihre Geschäftsentwicklung und Wachstumschancen zunehmend auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde”, kommentierte stolz die englischsprachige Zeitung China Daily.

Besonders für größere Konzerne ist es wichtig, auf der CIIE Flagge zu zeigen. Die Importmesse gilt als Lieblingsprojekt des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping, der diesmal allerdings bei der für Mittwoch dieser Woche geplanten Eröffnung nur eine Rede via Video-Link halten will, wie ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking ankündigte.

Für internationale und auch deutsche Unternehmen sind die Messe und der sie begleitende Medienrummel eine gute Gelegenheit, ihr „Commitment” für den chinesischen Markt zu kommunizieren. „Wir planen, Kooperationsvereinbarungen mit wichtigen Kunden zu unterzeichnen, um gemeinsam die Innovation zu fördern”, zitierte das Wirtschaftsblatt Diyi Caijing beispielsweise den China-Präsidenten von ABB, Gu Chunyuan.

Im Messebereich Technologie und Ausrüstung werden rund 340 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen anpreisen, darunter solche aus den Sparten High-Tech-Ausrüstung, Materialverarbeitung, Maschinenbau, industrielle Automation und Energie. Neu sind in diesem Jahr spezielle Ausstellungsflächen für die Themen Energie-Einsparung und Umweltschutz mit etwa 20 Ausstellern auf 8000 m2.

Besonders für Anbieter von Lösungen für „Smart Manufacturing” entwickele sich die CIIE immer mehr zu einem „Express-Zug” auf den chinesischen Markt, schreibt Diyi Caijing. Die fortgeschrittene Fertigungsindustrie werde in China in den kommenden Jahren durchschnittlich mit rund 10 % pro Jahr wachsen, und bis zum Jahr 2024 ein Volumen von mehr als drei Billionen Yuan (rund 385 Mrd. Euro) erreicht haben, zitiert die Wirtschaftszeitung aus einer Studie des Qianzhan-Forschungsinstitutes.

Großkonzerne aus der deutschen Fertigungsindustrie haben in diesem Jahr unter anderem deshalb wieder eine große Präsenz auf der CIIE geplant, weil „digitale und intelligente Technologien eine große Rolle bei der Eindämmung der Epidemie gespielt haben”, schreibt die Wirtschaftszeitung. Die Nachfrage nach Lösungen für die digitale Transformation sei im Zuge der Coronakrise noch einmal beschleunigt worden. „Das schafft neue Marktchancen für multinationale Unternehmen wie ABB oder Siemens.”

* Henrik Bork ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking. „China Market Insider“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vogel Communications Group, Würzburg, und der Jigong Vogel Media Advertising in Beijing.

(ID:46969438)