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EMO Hannover 2017

In der Zerspanungsbranche verschläft niemand Trends

| Autor / Redakteur: Walter Frick / Victoria Sonnenberg

Zukunft steht im Zeichen der Automation

Und wohin geht die Reise? Das ist für Daniel Demlang ganz klar: „Das Thema Automation wird uns künftig noch viel mehr beschäftigen, allein schon, weil die Anwender ihre Stückkosten damit weiter senken können.“ Was bei den Horizontalbearbeitungszentren inzwischen schon selbstverständlich ist, wird sich auch in den Portalanlagen immer weiter etablieren. Abhängig ist dies natürlich davon, ob ein Betrieb einzelne Aufträge nacheinander seriell abwickelt oder sich seine Auftragslage und sein Teilespektrum erheblich unterscheiden. Aber schon bei Klein- oder Kleinstserien kann Automation Nebenzeiten reduzieren. „Das Problem bei der normalen klassischen Portalmaschine ist: Hauptzeit ist gleich Neben- oder Rüstzeit“, erläutert Demlang. „Die Maschine kann noch so kurze Durchlaufzeiten erreichen, das nützt mir alles nichts, wenn ich mein Werkstück aufwendig und damit zeitfressend auf- und abspannen muss.“

Während sich die Portalmaschinen inzwischen auf einem so hohen Niveau befinden, dass sich Optimierungen in Leistung und Dynamik eher im Kleinen abspielen, nimmt das Thema Service weiter zu. Denn was macht eigentlich eine gute Beziehung zwischen Anbieter und Anwender aus? „Die Kunden erwarten eine hohe Anlagenverfügbarkeit über die komplette Laufzeit“, weiß Demlang. „Wir bieten dafür einen umfassenden Service. Dazu gehört eine Hotline, die auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit erreichbar ist, sowie Ferndiagnosesysteme, die kürzeste Reaktionszeiten im Notfall ermöglichen. Sind mechanische Komponenten defekt, garantiert der Maschinenbauer eine Lieferung in Deutschland innerhalb von 24 Stunden. Die Zimmermann-Anwendungstechniker optimieren zudem individuell mit dem Kunden das Zusammenspiel von Kopf, Spindel, Werkzeug und Spannmittel bei den Maschinen. „Wir verkaufen nicht nur Anlagen, wir bieten komplette Lösungen“, verspricht Demlang. „Denn die Maschine ist immer Teil des Ganzen.“

Um den Service weiter zu erhöhen, arbeiten die Entwickler aktuell an einer App, die den Zustand der Maschine beim Kunden jederzeit ersichtlich macht. Tritt ein Fehler auf, bekommt der Anwender sofort eine Meldung, die umgehend an Zimmermann geschickt wird. „Damit wollen wir die Vernetzung weiter steigern“, betont Demlang. Dabei stellt sich die Frage, für welches Unternehmen sich wie viel Vernetzung lohnt. Ein 5-Mann-Betrieb mit zwei Maschinen benötigt keine Leitrechneranbindung mit entsprechenden Auswertoptionen. Ein Serienfertiger aus der Luftfahrtindustrie mit 20 Maschinen und aufwendiger Automatisierung dagegen schon. „Beide Firmen gehören zu unseren Kunden, und beiden wollen und werden wir die entsprechenden Lösungen anbieten“, versichert Demlang.

Maschinenaufstellfläche um 30 % verkleinern

Fast jeder zerspanende Betrieb nutzt vertikale Bearbeitungszentren. Die Anwender legen dabei nicht nur Wert auf hohe Geschwindigkeiten, moderne Steuerungen und Ergonomie. Besonders die steife Struktur, so wie bei Kreuztischmaschinen, ist einer der wichtigsten Aspekte für die Käufer. Der sehr große Platzbedarf dieser Bauweise war bis jetzt oft ein Ausschlusskriterium. Für diese besonderen Anforderungen bilden die Modelle der VC1650-Reihe von Spinner eine Lösung. Durch ein neuartiges Abdeckungskonzept der Führungsbahnen kann die benötigte Aufstellfläche um 30 % kleiner gestaltet werden. Der Abstand vom Maschinentisch zur Umhausung beträgt nur noch 20 mm, die ungenutzte Fläche wurde somit auf ein Minimum reduziert. Durch das neue Abdeckungskonzept werden also nicht nur die kompaktesten Modelle am Markt realisierbar, zusätzlich erhöht sich die Laufruhe bei schnellen Bewegungen. Teure Abdeckkästen wurden durch unauffällige Abstreiferlippen ersetzt, die im Wartungsfall schnell und kostengünstig zu wechseln sind.

Wissenstransfer in der Industrie muss keine Einbahnstraße sein

Interview mit Dr. Heinz-Jürgen Prokop

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