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EMO Hannover 2017

In der Zerspanungsbranche verschläft niemand Trends

| Autor / Redakteur: Walter Frick / Victoria Sonnenberg

Neue Wege im Spänemanagement

Als Folge dieser Innovation sind auch neue Wege im Spänemanagement möglich. Die Umhausung der Maschine fällt extrem steil aus, das macht eine Bettspülung überflüssig und erleichtert nebenbei die Reinigung nach getaner Arbeit beachtlich. Auch der Bediener freut sich über ungewohnt angenehme Arbeitsverhältnisse: Der Abstand von Ladekante zum Tisch beträgt nur noch 20 cm. Das erleichtert die Beladung enorm und ist bei Maschinen in Kreuztischbauweise bisher unerreicht.

Im Bereich Großbearbeitungszentren herrscht weiterhin ein harter Wettbewerb, „preislich mit asiatischen Wettbewerbern, technologisch mit europäischen Wettbewerbern“, erläutert Alain Reynvoet, Vertriebsvorstand der Schiess GmbH, Aschersleben: „Technologisch erwarten die Kunden eine Maschine, die alles kann. Die Verfahrensintegration, die bei kleineren Maschinen noch als Trend zu beobachten ist, ist bei XXL-Maschinen Standard.“ Hierzu gehören vor allem additive Fertigung (Hybridbearbeitung) und Automatisierung. Bei diesen Themen sind die kleinen Maschinen bereits etwas weiter.

Wunsch nach ganzheitlichen Fertigungslösungen

Viele Kunden haben starkes Interesse an Optimierungen bestehender Prozesse. Zudem werde das Thema Retrofit bei XXL-Maschinen immer wichtiger. Schneller und unkomplizierter Service sowie umfangreiche Wartung (auch präventive / predicitive maintenance) haben in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen.

„Im engen Dialog mit unseren Kunden stellen wir schon seit geraumer Zeit fest, dass der Wunsch nach ganzheitlichen Fertigungslösungen mehr und mehr zunimmt“, sagt Andreas Soiné, Geschäftsführer der Ibarmia Werkzeugmaschinen GmbH, Eislingen/Fils. Diesem Wunsch „kommen wir mit unseren multiprozessfähigen Bearbeitungszentren nach“. Diese multiplen Fähigkeiten einer Werkzeugmaschine müssen selbstverständlich auch von Seiten der Werkzeug- und Werkstückautomation unterstützt werden.

Grundvoraussetzung ist es, dass trotz hohem Automatisierungsgrad und multipler Bearbeitung, die Möglichkeit erhalten bleibt, durch die Größe des zu bearbeitenden Werkstücks nicht beeinträchtigt zu werden und absolut flexibel zu bleiben. Der Austausch von Daten, zwischen Mensch, Maschine und Roboter, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer zukünftigen Produktionssysteme, um Fehler- und Hilfediagnostik sowie Prozessbeobachtungen, Messungen und vieles mehr abzurufen, um von extern gegen steuern zu können oder um die entsprechenden Daten in die ERP-Systeme unserer Kunden einzubinden

„Auch Großzentren aus dem Bearbeitungsbereich der Schwerzerspanung werden immer mehr vollintegriert und vollautomatisiert“, erklärt Dipl.-Ing.(FH) Olaf Furtmeier, Geschäftsführer der Burkhardt+Weber Fertigungssysteme GmbH, Reutlingen. Die Vernetzung der großen Bearbeitungszentren innerhalb des ganzen Produktionsprozesses bietet ein hohes Optimierungspotential. Als Maschinenbauer reiche es heute nicht mehr aus, einzelne Maschinen zu bauen, „sondern das Unternehmen muss unterschiedlichste Technologielösungen entwickeln, die in das komplette Wertschöpfungsnetzwerk eines Unternehmens eingebunden werden können.“

Meilenstein in der modernen und vernetzen Fertigung

Als aktuell realisiertes Beispiel dient eine der modernsten Fertigungslinien in Südamerika. Dort setzt ein Anwender für die Fertigung seiner komplexen und präzisen Werkstücke auf Großbearbeitungszentren von Burkhardt+Weber. Die Installation stellt einen Meilenstein in der modernen und vernetzen Fertigung dar. Der gesamte Prozess, vom Auftragseingang, Beschaffungsprozess, Teilebereitstellung, Werkzeug-, Programm- und Palettenverwaltung, Werkzeugeinstellung und bis zur Standzeitkalkulation wird ganzheitlich betrachtet. Darüber hinaus erfolgt eine Protokollierung der mittels Messtaster ermittelten Werte, welche gleich als Qualitätsnachweis mit dem Bauteil in die Montage geliefert werden. Um eine gleichbleibend hohe Verfügbarkeit des Systems sicherzustellen, werden Maschinendaten online an den Hersteller zur Analyse und Auswertung ermittelt. So können zum Beispiel vorzeitig erforderliche Ersatzteile beim Maschinenhersteller geordert werden.

Predictive Maintenance in der Werkzeugmaschine

Interview zur EMO Hannover 2017

Predictive Maintenance in der Werkzeugmaschine

27.03.17 - Vorausschauende Wartung hilft, den optimalen Wartungszeitpunkt für die Werkzeugmaschine zu erkennen. Predictive Maintenance spielt auch auf der EMO Hannover 2017 eine große Rolle. Worauf es dabei ankommt, erklärt das Fraunhofer IPK. lesen

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