Nutzfahrzeug-Bau In drei Bearbeitungsstufen zur präzisen Lkw-Bremstrommel

Autor / Redakteur: Markus Isgro / Peter Königsreuther

In Deutschland kommen rund 71 Prozent der Waren per Lkw zum Ziel. Nutzfahrzeuge sind also gefragt. Zu deren Herstellung braucht es produktive Maschinen. Dazu gehört das hier vorgestellte Emag-System.

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Mit einem speziell abgestimmten Maschinenkonzept von Emag können große Bremstrommeln für Nutzfahrzeuge in nur drei Steps per Drehmaschine bearbeitet werden. Hier ein Blick auf Stufe zwei, in der es um den Schraubring samt Schraubenlöcher geht.
Mit einem speziell abgestimmten Maschinenkonzept von Emag können große Bremstrommeln für Nutzfahrzeuge in nur drei Steps per Drehmaschine bearbeitet werden. Hier ein Blick auf Stufe zwei, in der es um den Schraubring samt Schraubenlöcher geht.
(Bild: Emag)

Angesichts der momentan präferierten Art des Warenumschlags wird deutlich, dass der Lkw trotz der Konkurrenz auf Schiene, dem Wasser und in der Luft das wichtigste Transportmittel der Logistikbranche bleibt. Die Nutzfahrzeug-Hersteller spüren den Boom natürlich, stehen aber produktionsmäßig enstsprechend unter Druck. Deshalb sind produktivere und zuverlässige Fertigungssystemen gefragt, die dabei helfen, den Bedarf wirtschaftlich zu decken. Als Emag von einem führenden Hersteller gefragt wurde, ob das Know-how aus der Automotive-Industrie nicht auch speziell für die Herstellung von Lkw-Bremstrommeln einsetzbar ist, musste Emag man nicht lange überlegen.

Bremstrommelbearbeitung in nur drei Schritten

Emag setzt dabei auf sehr kompakte Fertigungsanlagen. Das liegt vor allem am großen Automatisierungsgrad und dem vertikalen Aufbau der verwendeten Pick-up-Maschinen. Dieses Konzept ermöglicht es, die Maschinen zu sehr kompakten Fertigungszellen anzuordnen, wobei sie dann je nach geforderter Ausbringungsmenge einfach kopiert und vervielfältigt werden können. Auch bei der Auslegung der Fertigungslinie für die Lkw-Bremstrommeln hatte man diese Philosophie im Blick. So hat man es geschafft, die komplette Bearbeitung der Bremstrommeln in nur drei Operationen zu erledigen.

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Das komplette Fertigungssystem ist einfach zu bedienen. Dabei ist besonders zu betonen, dass die Maschinen (ausschließlich VL-8-Drehmaschinen für die Zerspanung), das Roboterhandling nebst Automationsablauf bis hin zur Peripherie, den Spannmitteln, den Werkzeugen allein von Emag stammt. Dabei übernimmt der Hersteller auch den kompletten Service. Es ist also egal, um welche Komponente es sich handelt, weil man sich lediglich mit dem Emag-Service in Verbindung setzen muss, der dann alles veranlasst.

Die Lkw-Bremstrommel-Komplettbearbeitung im Detail

Zunächst werden die Rohteile auf Paletten angeliefert. Ab hier übernimmt die flexible Automationeinheit das komplette Teilehandling. Es handelt sich dabei um ein Roboterschienensystem, weil dieses die maximalen Freiheitsgrade samt hoher Leistung bringt. In Operation 1 (OP 10), die aufgrund der Taktzeit auf zwei Maschinen ausgeführt wird, erfolgt die komplette Drehbearbeitung der ersten Seite der Bremstrommel – sowohl innen als auch außen.

Zwischen OP 10 und OP 20 wird das Teil gewendet. Nun geht es an den Schraubring der Bremstrommel (inklusive Bohrungen der Schraubenlöcher). Erledigt wird das von einem Lifetool-Revolver, der auch mit angetriebenen Werkzeugen arbeiten kann.

In OP 30 erfolgt das abschließende Wuchten, das auf einem von Emag entwickelten System geschieht. Vor dem Abstapeln auf die Fertigteilpalette könnte man durchaus noch eine weitere Station dazwischen schieben – etwa an eine Messstation. Die VL-8-Drehmaschinen sind jedoch optional mit Messtastern ausgestattet, mit denen sich Messungen vor und nach der Bearbeitung durchführen lassen. Das ist der Grund, warum man auf eine weitere Station verzichtet hat.

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