Automatica 2016 „Individualisierung ist das Gebot der Stunde“

Redakteur: Florian Stocker

Die Automatica verzeichnet in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord. Falk Senger weiß die Gründe dafür. Der Geschäftsführer der Messe München erörtert im Interview den Automatisierungsboom und beantwortet die Frage, worin für ihn die großen Zukunftschancen für die Branche liegen.

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Falk Senger ist seit 2015 Geschäftsführer der Messe München. Der Jurist war zuvor als Prokurist im Unternehmen tätig und verantwortete als Leiter des Zentralbereichs Innere Dienste die Abteilungen Zentraleinkauf, Finanzen, Recht und Beteiligungsverwaltung Inland.
Falk Senger ist seit 2015 Geschäftsführer der Messe München. Der Jurist war zuvor als Prokurist im Unternehmen tätig und verantwortete als Leiter des Zentralbereichs Innere Dienste die Abteilungen Zentraleinkauf, Finanzen, Recht und Beteiligungsverwaltung Inland.
(Bild: Messe München)

Die Automatica wird digitaler. Das zeigt zum einen die erstmals parallel zur Automatisierermesse stattfindende Plattform „IT2Industry“, zum anderen die heute intensivere Überlappung von Themen aus den verschiedensten Branchen. Automatisierung und Informationstechnologie werden immer häufiger zusammengedacht. Ist die Automatica also mittlerweile eine „Digitalisierungsmesse“? Falk Senger beantwortet uns diese und weitere Fragen im großen Interview zum Automatisierungsevent des Jahres.

Herr Senger, die Automatica 2016 verzeichnet einen neuen Anmelderekord. Kommen die Themen Industrie 4.0, Internet of Things und digitale Transformation langsam im industriellen Mainstream an? Erwarten Sie daher noch mehr Besucher?

Die industrielle Produktion ist auf dem Sprung in die digitale Ära. Flexible Produktionsprozesse sind dabei maßgeblich und die Informationstechnologie macht das möglich. Deswegen müssen Maschinenbau und die Softwareindustrie künftig zusammenwachsen, um maximal erfolgreich zu sein. Dieser Trend spiegelt sich auch auf unserer neuen Plattform IT2Industry wider, die im Rahmen der Automatica stattfindet. Durch die inhaltliche Erweiterung des Portfolios erwarten wir tatsächlich mehr Interessenten auf der Messe.

Stichwort inhaltliche Erweiterung: Die IT2Industry findet ja nun zum ersten Mal parallel zur Automatica statt. Ist das ein Zeichen für eine Neuverortung der Branche? Welchen Mehrwert soll denn die zusätzliche Veranstaltung liefern?

Es geht hier um eine Win-win-Situation: Automatisierer entdecken die Vorteile der digitalen Fabrik. Und für Softwareanbieter eröffnen sich neue Geschäftspotenziale. Auf der IT2Industry werden sich circa 40 Aussteller aus den Bereichen Embedded Systems, Industriesoftware, Sensorik, Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M), Cloud Computing, Big Data und industrielle IT-Sicherheit vorstellen. Außerdem gibt es ein spezielles Seminarforum für IT-Themen und einen Kongress der OPC-UA Foundation. Die OPC-UA ist mit ihrem offenen Ansatz eine der maßgeblichen Institutionen mit dem Ziel, eine hersteller­unabhängige Maschinenkommunikation zu ermöglichen.

Ist die Parallelität vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass sich Automatisierer und Robotiker diesen Themen noch intensiver als bisher widmen müssen?

Produzierende Unternehmen aller Branchen müssen automatisieren, um global wettbewerbsfähig zu bleiben. Robotik und Automation haben daher Hochkonjunktur. Die Datenerfassung und Verarbeitung in Echtzeit schafft die Fähigkeit, flexibel auf Marktanforderungen reagieren zu können. Das produzierende Gewerbe ist deshalb gefordert, in diese neuen Technologien zu investieren. Die Digitalisierung bietet also enorme Chancen für Anbieter und Anwender. Deswegen ist dieses Thema ein Muss für alle, die sich mit Produktion beschäftigen.

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