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Automatisierung Industrie 4.0 funktioniert nicht ohne Normung

| Autor / Redakteur: Alexander Völkert / Jürgen Schreier

Konsensbasierte Normen und Spezifikationen legen das Fundament für eine erfolgreiche Umsetzung neuer Konzepte und Technologien im Umfeld Industrie 4.0. Daher trafen sich in der Hauptstadt Experten um zu präsentieren und zu diskutieren.

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Die intelligente und vernetzte Fabrik ist unter dem Motto „Integrated Industry – die Industrie der Zukunft ist vernetzt“ Kernthema der diesjährigen Hannover-Messe.
Die intelligente und vernetzte Fabrik ist unter dem Motto „Integrated Industry – die Industrie der Zukunft ist vernetzt“ Kernthema der diesjährigen Hannover-Messe.
(Bild: Deutsche Messe)

Industrie 4.0 bietet Deutschland die Chance, sich auch im 21. Jahrhundert als einer der weltweit führenden Industriestandorte und Fabrikausrüster zu positionieren. Technische Voraussetzungen dafür sind die Integration von cyber-physischen Systemen in die Produktion und Logistik sowie die Anwendung des Internets der Dinge und Dienste in industriellen Prozessen. Doch auch die Normung spielt eine wichtige Rolle um neue Konzepte und Technologien in die industrielle Praxis umzusetzen.

Vor diesem Hintergrund veranstalteten die Normungsorganisationen VDE/DKE und DIN sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Kooperation mit der Plattform Industrie 4.0 am 19. Februar 2015 die Tagung „Normen für Industrie 4.0 - grundlegende Methoden und Konzepte“. Etwa 200 Experten kamen in das BMWi-Konferenzzentrum in Berlin, um sich über Normen, Standards, Konzepte und Modelle für Industrie 4.0 zu informieren, aber auch um darüber zu diskutieren.

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Was auf der Tagung zur Normung präsentiert wurde

Experten stellten wichtige Informationen zum Stand der Dinge aus den Bereichen Referenzarchitektur, Engineering, Semantik und Kommunikation vor. Prof. Ulrich Epple, Vorsitzender des initiierenden DIN/DKE-Steuerkreises „Industrie 4.0“ kündigte die nächste Version der Normungs-Roadmap „Industrie 4.0“ für diesen Herbst an, nachdem 2013 eine erste erschien. Auch die Anregungen aus den Diskussionen während der Tagung werden in die neue Normungs-Roadmap einfließen.

Referenzmodelle, Datenmodelle der digitalen Fabrik, Cloud-Dienste und MES-Produktionsplanung wurden in der Auftaktsession besprochen. Konkret fanden die Konzepte der I40-Komponente, einer Kombination von Dingen und ihrer virtuellen Repräsentation, und das „Reference Architecture Model Industrie 4.0“ (RAMI4.0) großes Interesse. RAMI4.0 ist ein kubisches Schichtenmodell, das neben den Kommunikationslayern den Lebenszyklus von Anlage bzw. Produkt und der Automatisierungs- und IT-Ebenen betrachtet.

Die zweite Session griff das Thema Semantik auf. Diese Disziplin ermöglicht nicht nur den Austausch von Daten, sondern ist auch für ein gemeinsames Verständnis und die korrekte Interpretation der Daten essentiell. Die letzte Session befasste sich mit wichtigen und spezifischen Aspekten der Kommunikationstechnik. Neben der Normungswelt der heutigen Kommunikationstechnologien wurden insbesondere Zuverlässigkeit, Echtzeitfähigkeit und Sicherheit als wesentliche Anforderungen an die Kommunikation für Industrie 4.0 herausgestellt.

Die I40-Komponente als Basiselement für CPS

Prof. Dr.-Ing. Christian Dietrich von der Universität Magdeburg konstatierte, Industrie-4.0-Komponenten seien bisher kein Gegenstand einer Normung, würden jedoch zusammen mit einem Referenzmodell für Industrie 4.0 in den VDI/VDE Richtlinien im Rahmen eines Arbeitskreises erarbeitet. Er sprach in Berlin über die Integration von Industrie 4.0-Komponenten in der Produktion und erklärte: „Die „Industrie 4.0-Komponente“ (I40-Komponente) kann als Basis-Element für CPS verstanden werden.“

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