Hrsflow-Expertengespräch Industrie 4.0 in der Spritzgieß-Industrie

Autor / Redakteur: Georg Sposny / Peter Königsreuther

Was bedeutet Industrie 4.0 für die Spritzgieß-Industrie? Dieser Frage stellte sich der italienische Heißkanalspezialist Hrsflow während der K-Messe. Um Antworten zu finden, wurde eine Diskussionsrunde mit dem Titel „Industrie 4.0: Effizienzsteigerung durch vernetzte Kompetenz oder virtuelle Fantasie?“ einberufen.

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V.l.: Stephan Berz (Hrsflow), Prof. Christian Hopmann (IKV), Gerhard Gotzmann (Hanser Verlag), Dr. Stefan Engleder (Engel) und Dr. Erwin Bürkle diskutierten auf der K-Messe 2016 darüber was Industrie 4.0 für die Spritzgieß-Industrie bedeutet.
V.l.: Stephan Berz (Hrsflow), Prof. Christian Hopmann (IKV), Gerhard Gotzmann (Hanser Verlag), Dr. Stefan Engleder (Engel) und Dr. Erwin Bürkle diskutierten auf der K-Messe 2016 darüber was Industrie 4.0 für die Spritzgieß-Industrie bedeutet.
(Bild: Hrsflow)

Gerhard Gotzmann, ehemaliger Chefredakteur und jetziger Herausgeber der Zeitschrift Kunststoffe, moderierte das Gespräch. Dabei waren Prof. Dr.-Ing. Christian Hopmann, Inhaber des Lehrstuhls für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen als Vertreter von Wissenschaft & Forschung, Dr. Stefan Engleder, CTO von Engel und seit 1. Dezember 2016 Vorsitzender der Geschäftsführung, als Vertreter der Spritzgießmaschinenhersteller, Stephan Berz, Vice President Hrsflow Automotive Sales, als Vertreter der Werkzeug- und Heißkanaltechnik und Dr. Erwin Bürkle, langjähriger Impulsgeber der Spritzgießbranche. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung vom 21. Oktober 2016 am K-Messestand von Hrsflow kann bei youtube unter folgendem Link abgerufen werden

Industrie 4.0 heißt Veränderung für alle

Die sogenannte vierte industrielle Revolution zeichnet sich durch Individualisierung, das Zusammenführen von Produktion und Dienstleistung und die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse aus. In Folge werden digitalisierte Daten aus den unterschiedlichen Bereichen über offene Schnittstellen transferiert und miteinander vernetzt. Industrie 4.0 bedeutet Veränderungen für alle Branchen und Unternehmen, die sich dieser Thematik öffnen. Für die Spritzgießindustrie äußert sich Prof. Christian Hopmann dazu im Leitartikel zur K: Es gilt Produktionssysteme zu schaffen, „die physische und virtuelle Systeme vernetzen, um effizientere und nachhaltigere Produktionsabläufe zu ermöglichen. Für den Spritzgießprozess bedeutet es, die Optimierung von Prozesseinstellungen bereits in der Simulation durchzuführen und die Ergebnisse auf die Maschine zu übertragen.“ Im Gespräch bei Hrsflow empfiehlt er den Unternehmen, den Prozess Industrie 4.0 zu begleiten und nicht einfach passieren zu lassen.

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Spritzgieß-Experten haben schon mal was vorbereitet...

Institutionelle und industrielle Netzwerke geben hier Anregungen für das Umsetzen der neuen Strategien. Dr. Stefan Engleder erläutert, dass Industrie 4.0 bereits ein strategisch wichtiger Baustein bei Engel in Österreich ist und erfolgreich in Maschinenkonzepten umgesetzt wird. Stephan Berz sieht in der Digitalisierung eine große Chance für den Werkzeugbau. Die beim Spritzgießprozess im Werkzeug zu erfassenden Parameter böten die Möglichkeit, mehr Regelkreise im Werkzeug einzuführen, um flexiblere Prozesse zu entwickeln, wie es Hrsflow mit Flexflow durch schnellere Ansprechzeiten der Heißkanaldüsen bereits verwirklicht hat. Das große Ganze sieht Dr. Erwin Bürkle im Zusammenführen von Simulation und erfassten echten Daten, um Prozesse besser zu abzubilden. Ein Beispiel hierfür sei der von Hrsflow entwickelte Kaskadenspritzguss von großflächigen Bauteilen wie Stoßfängern und Spoilern für Automobile.

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