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Dr. Heinz-Jürgen Prokop im Exklusiv-Interview:

Industrie 4.0: Schrittweise zur vernetzten Fabrik

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Elektromobilität ist eine große Chance

MM: Ein anderes derzeit sehr aktuelles Thema ist die Elektromobilität, das im Bereich der Zerspanung durchaus für Unruhe sorgt. Was bedeutet die Elektromobilität denn für die Blechverarbeiter?

Prokop: Wir sehen in der Elektromobilität eine große Chance, und zwar im Zusammenspiel mit unseren Fähigkeiten in der Lasertechnik. Wir haben mit der Lasertechnik Fertigungsverfahren entwickelt für die Batterie- und die Motorenfertigung und für die Fertigung von Elektronikbausteinen, die die Elektromobilität ermöglichen. Es gibt neue Schweißverfahren, wie unser Bright-Line-Weld, weiterhin den grünen Laser, den im Moment so nur wir bauen können. Damit ist es möglich, Kupfer sehr gut und spritzfrei zu schweißen. Dies sind Basistechniken, die die Elektromobilität benötigt.

MM: Wie arbeiten Sie da mit der Autoindustrie zusammen?

Prokop: Wir stehen in ganz enger Zusammenarbeit mit den Enwicklungsabteilungen der Automobilhersteller. Und beim Streetscooter, bei dem die vollständige Prozesskette, also Schneiden, Biegen und Schweißen, der Bleche zum Tragen kommt, hat Trumpf die gesamte Fertigungslinie eingerichtet. Im Fahrzeug gibt es viele Teile, die aus Blech gefertigt werden. Davon profitieren wir sehr, auch wenn die Stückzahlen noch nicht so hoch sind.

MM: Bedeutet Elektromobilität nicht auch Leichtbau, den Ersatz von Blech beispielsweise durch faserverstärkte Kunststoffe? Betrifft Sie das auch?

Prokop: BMW hat viel mit Carbon gemacht. Es ist teuer, es ist schwer zu bearbeiten. Es hat immer wieder die Befürchtung gegeben, dass Blech durch Kunststoff oder Faserwerkstoffe ersetzt werden könnte. Bisher hat sich das nicht bewahrheitet, weil in der Materialentwicklung sehr viel passiert. Es gibt immer hochfestere Bleche, die immer dünnere Wandstärken ermöglichen, die dann auch sehr viel leichter sind. Wir haben im Moment noch keine Angst, dass es wirklich dazu kommt, dass Blech völlig ersetzt werden könnte.

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