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Industrie 4.0

Industrie 4.0: Vom Schlagwort zu Lösungen

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Mithilfe eines Cloud-basierten Systems zur zentralen Aufnahme, Speicherung und Analyse einer großen Anzahl von Anlagen wurde in der ABB Forschung ein zentrales, intelligentes Alarmmanagement-System entwickelt. Aus den Daten werden KPI-Berechnungen durchgeführt, die für das Benchmark zwischen Anlagen verwendet werden können und Best Practices zum Alarm Management identifiziert und ausgerollt werden können. Das System ermöglicht die Darstellung in einem web-basierten Dashboard für die Analyse aller Anlagen auf einen Blick. Big-Data-Analysen der Alarmhistorie, unter anderem durch „Machine Learning“, werden dabei eingesetzt, um Alarmfluten und deren Muster zu identifizieren. Die Ergebnisse der Analysen können dann im lokalen System eingespielt werden, und reduzieren dort die Alarmlast auf den Anlagenfahrer. So können Prozessanlagen sicherer und effizienter betrieben werden.

Virtuelles Abbild der Leitwarte an jedem beliebigen Ort

Große Anlagen der Prozessindustrie wie Chemieanlagen, Raffinerien oder Papierfabriken werden heute durch Prozessleitsysteme gesteuert und überwacht. Alle Informationen über die Anlage und die Prozesse laufen in einer Leitwarte zusammen und werden dort auf mehreren großen Bildschirmen in vielfältiger Weise den Anlagenfahrern angezeigt, die mit diesen Informationen aus der Warte das Leitsystem bedienen. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Alarmzuständen, müssen oft zusätzliche Experten herangezogen werden, die normalerweise nicht in der Leitwarte vor Ort sind.

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Die heute verfügbaren mobilen Computer wie Tablet-PCs und moderne Visualisierungsgeräte wie 3D-Datenbrillen ermöglichen es jedoch, dem Experten ein virtuelles Abbild der Leitwarte an jedem beliebigen Ort mit Internetzugang zur Verfügung zu stellen, sodass er die gleiche Sicht und Bedienmöglichkeit des Leitsystems hat wie der Anlagenfahrer in der Warte und diesem unverzüglich zu Hilfe kommen kann. ABB hat diese innovative Bedienmöglichkeit für ihr Leitsystem 800xA prototypenhaft in der Forschung realisiert.

All diese auf Daten basierenden Dienste, die Unternehmen ihren Kunden zur Verfügung stellen können, sind nur mit Data Analytics möglich – also der Verarbeitung riesiger Datenmengen. Dafür greifen Data Scientists auf die relevanten Daten aus unterschiedlichsten Quellen zu und nutzen spezielle Algorithmen, um den Kunden sinnvolle Dienste bereitzustellen. Doch auch wenn nun der Eindruck besteht, dass der Anteil an Softwareentwicklung in einem Unternehmen wie ABB kontinuierlich steigt, so bleibt das physische Objekt immer noch die Basis der Wertschöpfung. Krüger: „Gibt es das Gerät nicht mehr, sind auch unsere Services sinnlos.“

ABB auf der SPS IPC Drives 2016: Halle 4, Stand 420

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt