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Neue Bundesländer Industrie reißt ostdeutsche Wirtschaft mit sich

| Redakteur: Peter Steinmüller

Im letzten Quartal des vergangenen Jahres hat die Rezession die ostdeutsche Wirtschaft erfasst, meldet das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle an der Saale. Das Bruttoinlandsprodukt war das zweite Mal in Folge gesunken, und zwar mit 1,6% deutlich kräftiger als zuvor. Der Produktionseinbruch kam aus der Industrie, die hohe Umsatzeinbußen im Ausland hinnehmen musste.

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Auch die Geschäfte im Inland ließen nach, jedoch hielt sich hier der Rückgang in Grenzen. Unter dem Produktionseinbruch litten vor allem die Hersteller von Investitionsgütern und von Vorleistungsgütern. Die vergleichsweise geringe Ausrichtung auf die Auslandsmärkte bewahrte das ostdeutsche Verarbeitende Gewerbe vor Schlimmerem. Die industrielle Wertschöpfung lag den IWH-Erkenntnissen zufolge um 4,4% unter dem Stand vom Schlussquartal des Vorjahrs. Auch die Bauleistungen haben nachgegeben.

Erste Schätzungen des IWH für das laufende Quartal weisen auf eine Verschärfung des Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Aktivität hin. Die bereits seit drei Quartalen immer spärlicher eintreffenden Auftragseingänge dürften zu einer beträchtlichen Einschränkung der industriellen Produktion im zweistelligen Ratenbereich geführt haben.

Besonders ausgeprägt ist der Nachfragerückgang aus dem Ausland, und zwar vor allem bei Investitionsgütern. Bei Vorleistungsgütern sinkt inzwischen auch die Nachfrage aus dem Inland nicht minder kräftig. Die Abwärtstendenz in der Industrie bestätigen auch die Einschätzungen der vom IWH regelmäßig befragten Unternehmen. In Ostdeutschland dürfte der Produktionseinbruch ähnlich stark ausfallen wie im gesamtdeutschen Durchschnitt.

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