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Einkaufsmanagerindex Industrie steht laut Einkaufsmanagern vor schwierigen Zeiten

| Redakteur: Stéphane Itasse

Das Bild von der Lage der deutschen Industrie hat sich im September stark eingetrübt. Der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanagerindex schloss knapp unterhalb der neutralen 50-Punkte-Grenze, wie der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Für die Industrie in Deutschland sieht es derzeit nicht gut aus, wie sich aus dem jüngsten Einkaufsmanagerindex ergibt.
Für die Industrie in Deutschland sieht es derzeit nicht gut aus, wie sich aus dem jüngsten Einkaufsmanagerindex ergibt.
(Bild: Siemens)

Im Vergleich zum August sank der Einkaufsmanagerindex von 51,4 auf aktuell 49,9 Punkte und weist damit derzeit eine weitgehende Stagnation im deutschen Industriesektor aus, wie es heißt. Belastet durch den größten Rückgang der Auftragseingänge seit Ende 2012 sei der Einkaufsmanagerindex auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen. Befragte Unternehmen machten vor allen das schwache Marktumfeld, die Russland-Sanktionen und ein geringes Wachstum der Hauptexportmärkte für das enttäuschende Ergebnis verantwortlich.

Einkaufsmanagerindex zeigt Ende des Aufschwungs an

„Die jüngsten Einkaufsmanagerindex-Daten bestätigen unsere Befürchtung, dass sich der Aufschwung in Deutschland seinem Ende nähern könnte. Offensichtlich wird die Vielzahl geopolitischer Risiken zu einer Last für die Unternehmen“, analysiert BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Feldmann. „Der Abschwung ist in vollem Gang und wird vermutlich auch nicht vor dem Frühjahr 2015 sein Ende finden“, sagt Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, laut Mitteilung.

Das heiße aber nicht, dass Deutschland in eine Rezession fallen werde. Traud: „Die hohe Dynamik des ersten Halbjahres von 1,7 % wird die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr aber nicht halten können. Mit etwas Glück erreichen wir noch die Marke von 1,5 %. Unabhängig von der Abkühlung in der Industrie, die der Einkaufsmanagerindex anzeigt, wachsen der Konsum und die Wohnungswirtschaft weiterhin stark.“

Schwache Auftragseingänge bremsen Industrieproduktion

Für die Industrieproduktion wiesen die September-Daten auf ein weiter verlangsamtes Wachstum hin. Die Fertigungsvolumina seien zwar den 17. Monat in Folge gestiegen, allerdings sei das aktuelle Plus das zweitniedrigste der derzeitigen Wachstumsphase. Die Abschwächung wurde laut BME primär durch rückläufige Auftragseingänge infolge des schwachen Marktumfeldes bedingt.

Schlechter sehe es beim Auftragseingang aus: Nachdem die Auftragsvergabe an Industrieunternehmen 14 Monate hintereinander zugenommen hatte, verzeichneten sowohl Global Player als auch KMU des verarbeitenden Gewerbes im September einen Rückgang. Während knapp unter 23 % von ihnen ein Plus verbuchen konnten, zeichnete sich bei rund 29 % ein Minus ab, wie es heißt. Hauptursache hierfür sei nach Angaben der Befragten vor allem die schwindende Binnennachfrage.

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