Logistik Industrie verzichtet trotz Lieferengpässen nicht auf „Just in Time“

Quelle: dpa

Zwar sind die Lieferketten angespannt oder gar gestört, doch sind Experten sicher, dass man sich von altbewährten Konzepten nicht verabschieden kann. Hier wird erklärt, warum das so ist.

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Wie dpa meldet, kommen die Experten von Euler Hermes zum Ergebnis, dass die deutsche Industrie auf eine Logistik gemäß „Just in Time“ nicht herum kommen wird – trotz herrschender Lieferengpässe und Materialmangel. Hier mehr Details.
Wie dpa meldet, kommen die Experten von Euler Hermes zum Ergebnis, dass die deutsche Industrie auf eine Logistik gemäß „Just in Time“ nicht herum kommen wird – trotz herrschender Lieferengpässe und Materialmangel. Hier mehr Details.
(Bild: T. Treppert)

Die Industrie dürfte trotz Materialengpässe und gestörter Lieferketten langfristig nicht auf das kostensparende, aber empfindliche Logistikkonzept „Just in Time“ verzichten. Zu dieser Einschätzung kommen die Volkswirte des Kreditversicherers Euler Hermes in ihrer jüngsten Welthandelsstudie. Demnach würden die meisten Unternehmen schon wegen der Kosteneffizienz schrittweise zur "Just in time"-Lagerhaltung zurückkehren. Das jedenfalls ist die Meinung von Milo Bogaerts, dem neuen Deutschlandchefs der Allianz-Tochter Euler Hermes. Er glaubt nämlich, dass Hamstern auf Dauer schlichtweg zu teuer kommt.

Wir erinnern uns: Wer das Konzept „Just in Time“ verfolgt, verlagert seine durchaus kostspielige Lagerhaltung praktisch auf Schiffe, Bahnen oder Lkw. Statt eventuell benötigtes Material länger auf Lager zu halten, werden genau die benötigten Teile zeitlich exakt beim Anwender angeliefert. Das spart zwar Kosten und erhöht die Flexibilität, kann aber schnell die Produktion lahmlegen, sobald die Lieferungen ausbleiben, so der Experte.

Heimische Fertigung führt weiterhin ein Schattendasein

Weil das zum Beispiel mit Blick auf den Halbleitermangel während der Corona-Pandemie zu einem großen Problem wurde, wird auch immer wieder eine größere heimische Fertigung von wichtigen Zulieferteilen diskutiert, wie es weiter heißt. Dieses Thema stellt sich allerdings weiterhin eher als ein Lippenbekenntnis dar, denn als Selbstverständlichkeit, stellt die Euler-Hermes-Studie fest.

„Über Reshoring oder Nearshoring wird aktuell zwar viel geredet, aber an konkreten Projekten mangelt es“, betont Bogaerts.

Eine Umfrage zum Thema Lieferkette habe gezeigt, dass die Unternehmen in den USA und in Europa nicht sehr häufig die Absicht haben, ihre Produktion zu verlagern, sagen die Ökonomen des Kreditversicherers. Auch bei der Analyse von „entfernungsgewichteten Importen“ zeige sich kein eindeutiger Trend zum Warenbezug aus näher gelegenen Standorten. Die einzige Ausnahme sei Großbritannien, weil es möglicherweise von Störungen wegen des Brexits betroffen war.

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