VDMA Industrielle Bildverarbeitung bricht alle Rekorde

Redakteur: Udo Schnell

Die europäische Bildverarbeitungsbranche ist im Jahr 2014 um 16 % gewachsen. Für das Jahr 2015 erwarten die Unternehmen ein Umsatzwachstum von 11 %. Dies ist das Ergebnis des VDMA Market Survey 2015 Machine Vision in Europe.

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Die Automobilindustrie war 2014 wichtigster Absatzmarkt für industrielle Bildverarbeitungssysteme.
Die Automobilindustrie war 2014 wichtigster Absatzmarkt für industrielle Bildverarbeitungssysteme.
(Bild: Isra Vision)

Messtechnik – us. „Die europäische Branche der Industriellen Bildverarbeitung bricht alle Rekorde. Laut der aktuellen Marktbefragung des VDMA stieg der Umsatz in diesem Sektor 2014 um 16 % an. Für 2015 gehen die befragten Unternehmen von einem weiteren Wachstum in Höhe von 11 % aus“, berichtet Dr. Olaf Munkelt, Vorstandsvorsitzender der VDMA Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung und Geschäftsführer der MV-Tec Software GmbH.

Starke internationale Nachfrage

Die Nachfrage nach europäischer Bildverarbeitung stieg den Angaben zufolge außerhalb von Europa um 20 % an. Der Exportanteil lag bei 37 %. Nordamerika (mit einem Anteil von 14 % am Gesamtumsatz und einem Umsatzwachstum von 21 % im Vergleich zum Vorjahr) sowie Asien (20 % am Gesamtumsatz, plus 19 %) waren die Wachstumstreiber. China mit einem Anteil von 7 % am Gesamtumsatz (plus 13 %) bleibt der drittwichtigste Markt für die europäische Bildverarbeitungsindustrie.

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Die inländische Nachfrage nach europäischer Bildverarbeitung erholte sich in fast allen Ländern und wuchs um 14 %. Deutschland war wieder der wichtigste Markt: 34 % des europäischen Bildverarbeitungsgeschäfts findet in Deutschland statt.

Starke Nachfrage nach industriellen und nicht-industriellen Anwendungen

Die europäischen Hersteller von Bildverarbeitung haben der Studie zufolge von der starken Nachfrage sowohl im industriellen als auch im nicht-industriellen Umfeld profitiert. Industrielle Anwendungen machten nahezu 76 % der gesamten Anwendungen aus und verzeichneten 2014 ein Umsatzplus von 16 % im Vergleich zum Vorjahr.

Die Automobilindustrie war 2014 mit einem Anteil von 21 % am Gesamtumsatz und Umsatzwachstum in Höhe von 17 % erneut die größte Kundenbranche für die Industrielle Bildverarbeitung, gefolgt von der Elektronik- und Elektroindustrie einschließlich Halbleiter (14,6 %), der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie (6,5 %) und der Metallindustrie (5,7 %).

Nicht-industrielle Anwendungen verzeichneten 2014 ein Umsatzplus von 17 % und machten bereits 24 % des gesamten Umsatzes aus. Dabei ging der größte Impuls von den Bereichen Logistik und Postsortierung aus.

Rekordumsatz von Kameras

2014 wuchs das Systemgeschäft stärker als der Komponentenbereich, teilt der Verband weiter mit. Die europäischen Hersteller anwendungsspezifischer und konfigurierbarer Systeme steigerten ihren Umsatz um 19 %, die Hersteller von Komponenten um 14 %. Kameras, die größte Produktkategorie unter den Komponenten, steigerten ihren Umsatz um 14,5 % und erreichten einen gemeldeten Rekordumsatz in Höhe von über 411 Mio. Euro.

Bildverarbeitung in Deutschland

Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie steigerte 2014 ihren Umsatz auf eine Rekordsumme von 1,9 Mrd. Euro. Die Wachstumsimpulse kamen hauptsächlich aus dem Export: Während die Inlandsumsätze, so der VDMA, um „nur“ 12 % zulegten, wuchsen die Exporte aus Deutschland um 19 %. Der Exportanteil stieg von 57 % auf ein Allzeithoch von 59 %. Für 2015 wird ein Umsatzanstieg von 10 % erwartet, der den Branchenumsatz auf über 2 Mrd. Euro ansteigen lassen wird.

Über den VDMA Market Survey 2015 Machine Vision in Europe

Die VDMA Marktbefragung Industrielle Bildverarbeitung wird jährlich durchgeführt und basiert auf Unternehmensrückmeldungen. Bei den Rückmeldern handelt es sich sowohl um europäische Unternehmen, die in Europa produzieren sowie um einige ausländische, die importierte Produkte von Europa aus verkaufen. Die Umfrage steht allen Unternehmen offen – ob VDMA-Mitglied oder nicht. Nur rückmeldende Firmen erhalten die detaillierten Ergebnisse.

Für die der Pressemitteilung zugrunde liegende Statistik wurden die Daten von 175 Unternehmen ausgewertet, wovon 115 aus Deutschland stammen. Obwohl 2014 die Zahl der Beteiligung außerhalb Deutschlands auf 60 Unternehmen anstieg (2013 waren es noch 48), die teilnehmenden Unternehmen einen repräsentativen Querschnitt der Branche bilden und das gemeldete Umsatzvolumen mit 1,4 Mrd. Euro relativ hoch ist, ist die Basis dennoch noch zu gering, um das europäische Umsatzvolumen zu schätzen. Für Deutschland ist die Extrapolation möglich: Der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie betrug 2014 insgesamt 1,9 Mrd. Euro und macht geschätzt um die 40 % des kompletten europäischen Marktes aus.

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