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22.01.2021

Brexit: Sich bei der Palette keine Blöße geben

Lange Lkw-Staus in den britischen Häfen, auf der Ladefläche der Lkw verderbender Fisch. Niederländische Zöllner, die Schinkensandwiches der aus Großbritannien einreisenden Lkw-Fahrer beschlagnahmen, weil der Proviant als verbotener Rohfleischimport gewertet wird: Trotz des Austrittsabkommens kommt es nach dem Brexit an den Grenzen zu Schwierigkeiten. Auch für Paletten gelten seit Jahresbeginn im Verkehr zwischen der Europäischen Union und Großbritannien neue Regelungen. Wie beim Warenaustausch mit vielen anderen Drittstaaten greift hier nun der Pflanzenschutzstandard ISPM 15. Inka-Einwegpaletten aus Pressholz können auch nach dem Brexit ohne Vorbehandlung und Markierung für den Im- und Export ins Vereinigte Königreich genutzt werden.

Nach einer Presseinformation des Bundesverbands Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e. V. vom 18. Januar 2021 erfüllen derzeit nur schätzungsweise die Hälfte der Holzpaletten die Vorgaben des ISPM 15-Regelwerks. Hintergrund der Regelung ist, dass Paletten im grenzüberschreitenden Verkehr frei von Holzschädlingen sein müssen, da die Einschleppung invasiver Arten Ökosysteme ernsthaft schädigen kann.

Bislang waren im Warenaustausch zwischen der EU und Großbritannien keine besonderen Regelungen zu beachten, nun hingegen müssen Holzpaletten den Vorgaben der ISPM 15 entsprechen. Peter Fischer, Geschäftsführer der Inka Paletten GmbH, rät Exporteuren dringend dazu, sich bei der Palettenfrage keine Blöße zu geben: „Sendungen auf nicht konformen Holzpaletten können an den Grenzen zurückgewiesen werden, was in den ohnehin überlasteten Terminals viel Ärger macht.“ Für Exporteure, die Pressholzpaletten von Inka einsetzen, ändert sich dagegen nichts: Die Paletten gelten als „processed wood“ und sind damit von den Bestimmungen der ISPM 15 ausgenommen. Weil nicht alle Beschäftigten in den Zollstationen mit diesen Regelungen vertraut sind, bietet die Inka Paletten GmbH unter www.inka-paletten.com individualisierbare Exportzertifikate für das Vereinigte Königreich zum Download an. „Formaljuristisch sind die Zertifikate nicht notwendig“, erklärt Peter Fischer. „Trotzdem sind die Papiere im Einzelfall hilfreich und können dazu beitragen, dass es bei der Zollabfertigung weniger zwickt.“