Wema Glauchau auf der AMB-2016 Innovationen und globaler Auftritt steigern den Absatz

Autor / Redakteur: Peter Königsreuther / Peter Königsreuther

Unternehmen, die den Schritt zur Internationalisierung wagen, eröffnet sich in aller Regel die Chance auf steigende Nachfrage nach den eigenen Produkten. Bleibt man technisch auch noch stets mit der Nase vorne, steht dem Erfolg kaum noch etwas im Wege.

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Wema Glauchau belebt die Schleifmaschinenmarke Wotan wieder. Hier eine des Typs S6, die für 70 Werkzeuge Platz bietet. Außerdem können die schleifenden „Götterväter“ jetzt wesentlich längere Werkstücke bearbeiten.
Wema Glauchau belebt die Schleifmaschinenmarke Wotan wieder. Hier eine des Typs S6, die für 70 Werkzeuge Platz bietet. Außerdem können die schleifenden „Götterväter“ jetzt wesentlich längere Werkstücke bearbeiten.
(Bild: Wema)

Die Wema Werkzeugmaschinenfabrik Glauchau GmbH erfreut derzeit an einer stetig steigenden Nachfrage ihrer Produkte, was sich nicht zuletzt positiv auf die Umsätze und das Betriebsergebnis auswirkt. Dieser Erfolg ist das Resultat einer konsequenten Neuausrichtung des Unternehmens.

Die Grundvoraussetzung, neue Wege zu gehen, war die 2013 erfolgte Integration in die weltweit agierende NSH Group mit ihrem Hauptsitz in Chemnitz. Denn die Werkzeugmaschinen-Gruppe konnte durch diesen Schritt ihr Produktportfolio um Schleifmaschinen erweitern. „Wir profitieren von der internationalen Struktur der NSH Group und können zunehmend Aufträge aus dem Ausland gewinnen“, erklärt Ronald Krippendorf, Geschäftsführer der Wema Glauchau. Dabei setzen namhafte internationale Zulieferer aus den Bereichen des Maschinen- und Automobilbaus bei der Fertigung ihrer Präzisionskomponenten auf die in Glauchau entwickelten Schleiftechnologien.

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Multifunktionschleifen für längere Werkstücke

Auch in Asien konnte das Unternehmen seine Aktivitäten durch die Neuausrichtung erweitern und beispielsweise Projekte bei chinesischen Kunden akquirieren. Ebenso stehen bisher schwer zugängliche Märkte wie Nordamerika verstärkt im Fokus der Wema Glauchau. Erste Anfragen nach Schleifmaschinen „made in Glauchau“ werden derzeit bereits bearbeitet. Trotz der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen, ist das Unternehmen auch weiterhin auf dem russischen Markt aktiv, auch wenn die europäischen Wirtschaftssanktionen einen Export von Schleifzentren und -maschinen nahezu unmöglich machen, weil diese Systeme zu den sogenannten „Dual-Use-Gütern“ zählen. Insgesamt erzielt die Wema Glauchau etwa zwei Drittel ihres Umsatzes mittlerweile durch Export. Die gesamte Jahresleistung wuchs dabei von 5,6 Mio. Euro im Jahr 2013 auf 7,3 Mio. Euro im Vorjahr.

Technologieausbau hat´s gebracht

Parallel zu den Synergieeffekten durch die Einbindung in die NSH Group, hat dazu insbesondere auch der gezielte Ausbau des eigenen technologischen Know-hows beigetragen. Die neu entwickelten Universalschleifmaschinen zum Beispiel zeichnen sich durch ihre Multifunktionalität aus und sind für hochpräzise Komplettbearbeitungen komplexer Bauteile konzipiert.

Germanen-Gott mit fünf Werkzeugplätzen

„Mit der neuen, markenrechtlich geschützten sowie kompakten Wotan S3 können Werkstücke bis maximal 1 m Länge in einer Aufspannung bearbeitet werden“, erklärt Krippendorf. Bisher konnten nur deutlich kürzere Werkstücke bearbeitet werden, und die Innen- und Außenrundschleifprozesse waren voneinander getrennt. Außerdem ist jetzt auch ein automatischer Werkzeugwechsler integriert. Die Wotan-S3-Baureihe bietet fünf Werkzeugplätze, die größere Ausführung, die Wotan S6 hat sogar Platz für 70 Werkzeuge. „Die neuen Universalschleifmaschinen unterstützen durch diese Features die Kunden dabei, Fertigungsprozesse zu optimieren und dabei höchste Präzision zu erzielen“, erläutert Krippendorf.

Am alten Erfolg anknüpfen

Die Wema Glauchau hat ihr erweitertes Portfolio im September auf dem Gemeinschaftsstand der NSH Group auf der AMB in Stuttgart vorgestellt. Dabei spielte auch der Name Wotan eine tragende Rolle, denn das Unternehmen arbeitet in der Tradition der 1909 gegründeten Wotan-Werke: unter dem Namen Wotan wurden ab 1928 in Glauchau sehr erfolgreich Schleifmaschinen hergestellt. Insgesamt gingen bis 1943 mehr als 100.000 Wotan-Werkzeugmaschinen, die unter anderem auch in Werken in Chemnitz und Leipzig gefertigt wurden, in den Verkauf. Ein Großteil davon gelangte ins europäische Ausland sowie auch nach Übersee. Der bis 1969 aktiv genutzten Marke Wotan will die Wema Glauchau jetzt wieder neues Leben einhauchen. „Wir wollen diese Traditionsmarke wieder zu altem Erfolg führen. Das passt zu unserer Neuausrichtung, bei der wir auf eine kontinuierliche Produktentwicklung mit Mehrwert für den Kunden setzen“, merkt der Geschäftsführer der Wema Glauchau dazu an.

Aussichtsreiche Zukunfts-Chancen

Damit warten auf die aktuell rund 60 Mitarbeiter, darunter sechs Auszubildende, auch zukünftig attraktive und herausfordernde Aufgaben. „Wir bieten interessante Arbeitsplätze in der Konstruktion und der Fertigung an, wie beispielsweise im Bereich der Softwareentwicklung, denn das Thema Industrie 4.0 und alle damit verbundenen Prozesse machen auch vor unseren Maschinen nicht halt“, beschreibt Krippendorf die berufliche Perspektive, die sich Interessierten bei der Wema Glauchau eröffnet. MM

* Weitere Informationen: Ronald Krippendorf, Geschäftsführer der Wema Glauchau GmbH in 08371 Glauchau, Tel. (0 37 63) 61-0, info@wema-glauchau.de, www.wema-glauchau.de

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