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Fraunhofer-Gesellschaft Innovationscluster fördern Netzwerke von Unternehmen und Hochschulen

| Redakteur: Frank Fladerer

München (ff) - Die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) will künftig verstärkt auf Netzwerke setzen. Das „Bündeln und Fokussieren der relevanten Kräfte zu Leitthemen“ stünde nun auf der Agenda,

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Von der Forschung in die Praxis: Innovationscluster sollen die Verbindung von Hochschulen und Unternehmen stärken. Hier eine Entwicklung von Siemens VDO, die im Innovationscluster Mechatronischer Maschinenbau vertreten sind. Bild: Siemens VDO
Von der Forschung in die Praxis: Innovationscluster sollen die Verbindung von Hochschulen und Unternehmen stärken. Hier eine Entwicklung von Siemens VDO, die im Innovationscluster Mechatronischer Maschinenbau vertreten sind. Bild: Siemens VDO
( Archiv: Vogel Business Media )

München (ff) - Die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) will künftig verstärkt auf Netzwerke setzen. Das „Bündeln und Fokussieren der relevanten Kräfte zu Leitthemen“ stünde nun auf der Agenda, so die FhG. Die Fraunhofer-Institute eigneten sich dabei als Keimzellen, um regionale Innovationscluster aufzubauen. Ziel sei, die Vernetzung von Unternehmen mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtigen voranzutreiben.

„In den vergangenen Jahren haben Wirtschaft, Politik und auch die Medien zunehmend erkannt, welche Schlüsselrolle Innovationen im globalen Wettbewerb spielen und welche Bedeutung Bildung und Forschung für künftigen Wohlstand haben“, bestätigt Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, den Aufwärtstrend in der öffentlichen Wahrnehmung von Forschung und Technik.

Zwölf Forschungsgebiete als Zukunftsmärkte

Um Orientierung im Strukturwandel zu geben, der von wachsenden Unsicherheiten geprägt ist, hat die Fraunhofer-Gesellschaft in einem umfangreichen Bewertungsprozess zwölf Forschungsgebiete identifiziert, die für Deutschland marktrelevante Innovationen erwarten lassen. Diese „Perspektiven für Zukunftsmärkte“ werden gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft erschlossen.

Besonders rasch gelang es dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), alle wichtigen Player für das Gebiet des „Internets der Dinge“ zusammenzubringen. Mit der RFID-Technologie entwickelt sich hier ein stark nachgefragtes Forschungsfeld. Besondere Aktualität haben durch die jüngsten Ölpreissteigerungen die Themengebiete Leichtbau und Energietechnik erhalten. Aber auch die anderen Gebiete erweisen ihre Anziehungskraft für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder.

Um die Innovationskraft der Wirtschaft zu stärken, hat die Fraunhofer-Gesellschaft in dem mit Bund und Ländern vereinbarten Pakt für Forschung und Innovation die Bildung von Innovationsclustern sowie den Aufbau einer Fraunhofer Technology Academy vorgeschlagen. Mit den Innovationsclustern verfolgt die FhG das Ziel, die Kompetenz der Institute in einer neuen Form der Partnerschaft zwischen Forschungseinrichtungen, Hochschulen und der Wirtschaft zu bündeln.

Fünf Innovationscluster bereits verwirklicht

Dabei steht im Vordergrund, gemeinsame Standards zu vereinbaren, Systems Engineering für den gemeinsamen Kundenkreis und Weiterbildungsmaßnahmen zur qualifizierten Durchsetzung neuer Technologien zu schaffen. Bislang wurden fünf Innovationscluster verwirklicht: In Sachsen koordiniert das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) den Innovationscluster Mechatronischer Maschinenbau. Der Jenaer Innovationscluster Optische Technologien wird vom Fraunhofer-Institut für Optische Technologien und Feinmechanik (IOF) organisiert. Der Fokus liegt auf optischen Systemen zur digitalen Informationsaufnahme und -wiedergabe in Volumenmärkten. Erste Leitprojekte wurden in Zusammenarbeit mit Industrie und Hochschulen gestartet.

Mit dem Innovationscluster Digitale Produktion in Stuttgart, der von den Fraunhofer-Instituten für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) koordiniert wird, soll die vorhandene Standortqualität durch intelligente Produkte, effiziente Prozesse und exzellente Ressourcen weiter ausgebaut werden.

Der Innovationscluster Personal Health in Erlangen hat sich zum Ziel gesetzt, neue Formen der Diagnostik, Therapie und Pflege zu fördern. Jüngster Spross ist der Innovationscluster Nanotechnologie in Dresden, mit dem die produktionstechnische Umsetzungen von Neuentwicklungen im Nanobereich gefördert werden soll.

Eigene „Technology Academy“ gegründet

Um den aktuellen technischen Weiterbildungsbedarf der Industrie befriedigen zu können, hat die Fraunhofer-Gesellschaft die Fraunhofer Technology Academy gegründet. Die Academy greift auf das am Bedarf der Wirtschaft ausgerichtete Technologie-, Prozess- und Systemwissen der Fraunhofer-Institute zurück und vermittelt ihren Absolventen die Kompetenz, technologieorientierte Fragestellungen fundiert zu lösen.

Seit September 2006 werden drei Studiengänge angeboten: Executive MBA für Technologiemanager, Master of Environmental Sciences sowie Master in Logistic Engineering. Die Akkreditierung für die Studiengänge erfolgt in Kooperation mit Partnern wie der Universität St. Gallen, der Fernuniversität Hagen und der RWTH Aachen.

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