VDW Intelligente Produktionstechnik für wettbewerbsfähige Fertigung in Deutschland

Redakteur: Alexander Strutzke

Wie sich Deutschland als Hochlohnland weiterhin gegenüber den Niedriglohnländern durchsetzen kann, spielt für den Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) als Veranstalter der Metav auch beim Eröffnungsmesserundgang eine wichtige Rolle.

Anbieter zum Thema

Dipl.-Ing. Lutz Schapp, Geschäftsführung des Exzellenzclusters am Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen der RWTH Aachen, vertritt die These: „Die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller müssen aufpassen, dass sie sich nicht nur in den Premiummarkt drängen lassen, auch wenn dort hohe Renditen zu erzielen sind. Für eine langfristige positive Entwicklung ist auch das Mediumsegment wichtig.“

Für eine wettbewerbsfähige Fertigung in Deutschland wird meist auf die Automatisierung der Prozesse gesetzt. Dr. Thorsten Schmidt, Vorstand Vertrieb und Service der Gildemeister AG, sagt: „Wir sehen die Bearbeitung nicht als isolierten Prozess. Auch das Entgraten, das Ausmessen und das Waschen des Werkstücks gehören dazu.“

Verfahrensintegration verkürzt Stand- und Durchlaufzeiten

Ähnlich sieht man das bei der A. Monforts Werkzeugmaschinen GmbH & Co. KG, die auf Verfahrensintegration setzt. Dr.-Ing. Dominic Deutges, Konstruktionsleiter bei Monforts: „Wir verkaufen immer mehr komplexe Maschinen; das ist eine Entwicklung, die wir vorantreiben wollen.“ Die Idee der Verfahrensintegration auf einer Werkzeugmaschine ist, die Stand- und Durchlaufzeiten zu verkürzen.

Bei einem Referenzkunden ist man so auf 20% der ursprünglichen Bearbeitungszeit gekommen. Auch Dr.-Ing. Dirk Prust, Geschäftsführer Technik der Chiron-Werke GmbH & Co. KG, sagt: „Wir brauchen integrierte Lösungen, um Automation zu ermöglichen.“

Die zunächst höheren Kosten sind schnell wieder eingeholt. Prust: „Automatisierung treibt zwar die Erstinvestition in die Höhe, aber sie armortisiert sich sehr schnell.“

Doppelspindelmaschine steigert Produktivität deutlich

Ebenfalls zur Verkürzung der Bearbeitungszeit trägt die Doppelspindelmaschine von Chiron bei. Die Maschine kostet nach Angaben des Unternehmens 1,4-mal so viel, wie eine einfache Spindelmaschine, bearbeitet aber bei gleicher Qualität zwei Werkstücke in der gleichen Zeit und braucht zusätzlich weniger Platz als zwei Maschinen.

Der starke Euro und der schwache Dollar sind zwar bemerkbar, machen den Firmen aber noch nicht allzusehr zu schaffen. Prust sieht die derzeitige Phase als „Durststrecke, durch die wir durch müssen“. Wichtig sei, die Wertschöpfungskette in den USA zu erhöhen, um die Wechselkursverluste ausgleichen zu können.

Alle drei Unternehmen profitieren derzeit jedoch von dem allgemeinen Boom im Maschinenbau und wachsen kräftig. Teilweise übersteigt der Auftragseingang sogar die Möglichkeiten der Zulieferer der Unternehmen.

Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V. (VDW), Halle 16, Stand F37

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:249357)