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Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Intelligente Windkraftanlagen, effiziente Energiespeicher und 40 Jahre Energieforschung

| Redakteur: Stéphane Itasse

Neue Ideen für Windkraftrotoren, Energiespeicher für die Industrie und ein Jubiläum – das ist das Programm des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Hannover-Messe vom 25. bis 29. April 2016.

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Um FVK-Strukturen, beispielsweise bei Rotoren für Windkraftanlagen, schnell ausbessern zu können, stellt das DLR diesen Reparaturkoffer vor.
Um FVK-Strukturen, beispielsweise bei Rotoren für Windkraftanlagen, schnell ausbessern zu können, stellt das DLR diesen Reparaturkoffer vor.
(Bild: DLR/info@foto-eppler.de)

Rotorblätter sind aufgrund der ungleichmäßigen Windverteilung in Bodennähe und im oberen Teil der Windkraftanlage einer stark schwankenden Last ausgesetzt. Die Folge: hohe Belastungen für das Material des Rotorblattes und eine Herausforderung bei der Regelung der Anlage. Das DLR arbeitet daher an Rotorblättern, die ihre Geometrie an die Windeinwirkungen anpassen können. Möglich wird dies zum Beispiel durch bewegliche Klappen. Zudem stellt das DLR die Software Ewitac vor, mit der das Gesamtsystem einer Windkraftanlage optimiert werden kann.

Einfache Reparatur von FVK-Strukturen ermöglicht

Strukturen aus faserverstärkten Kunststoffen (FVK) werden vermehrt in der Luft- und Raumfahrt, im Fahrzeugbau oder in Windkraftanlagen eingesetzt. Um FVK-Strukturen wirtschaftlich interessanter zu machen, haben DLR-Wissenschaftler des Instituts für Bauweisen und Strukturtechnologie ein neuartiges Reparaturkonzept entwickelt. Der mobile Reparaturkoffer am DLR-Stand umfasst alles nötige und zeigt das Verfahren.

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Kraftwerke und viele Industriebetriebe arbeiten mit hohen Temperaturen. Große Mengen dieser Wärme können in Salzschmelzen gespeichert werden. Mit der Testanlage Tesis untersucht das DLR diese Speichertechnik, um Investitionskosten zu senken sowie die Effizienz und Zuverlässigkeit zu erhöhen.

Auf wesentlich niedrigerem Niveau kann Wärme in einem Taschenwärmer gespeichert werden. Aus wissenschaftlicher Sicht handelt es sich bei den kleinen, mit einem Salz gefüllten Pads um einen regenerierbaren Latentwärmespeicher, die direkt am Stand gefertigt werden. Taschenwärmer speichern die Wärmeenergie nicht wahrnehmbar, sondern latent, und können wiederholt be- und entladen werden.

Simulationsmodell hilft bei Entscheidungen zu Energie

Entscheidungen in der Energiewirtschaft und Energiepolitik haben weitreichende und langanhaltende Folgen. Die Energiesystemanalytiker des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik haben deshalb das Simulationsmodell Amiris entwickelt, um Akteure wie Kommunen oder Windanlagenbauer bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen. Amiris untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen bei der Integration erneuerbarer Energien auf Akteurs- und Systemebene. Diese Analysen helfen, Fördersysteme effektiv zu gestalten .

Vor 40 Jahren gab es noch keinen Begriff für erneuerbare Energien, man sprach von „nicht nuklearen und nicht fossilen Energien“. Erst nach der ersten Ölkrise 1973 verabschiedete die Bundesregierung 1974 das erste Rahmenprogramm „Energieforschung“. Zwei Jahre später wurde die „Energetik“ ein fester Forschungsbereich der DVLR, der Vorgängerorganisation des DLR. Bereits 1978 stellten DLR-Forscher ein Auto vor, das mit flüssigem Wasserstoff angetrieben wurde – das erste seiner Art in Europa. Im selben Jahr wurden auf der schwäbischen Alb erste Test-Windkraftanlagen errichtet. Seitdem forscht das DLR unter anderem an Solarkraftwerken, Brennstoffzellen, umweltfreundlichen Gasturbinen, Energiespeichern und Windenergieanlagen.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Hannover-Messe 2016: Halle 27, Stand 31

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