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Management

Interimsmanager – externe Umsetzungsstärke auf Zeit

| Autor: Rainer Nagel

Ein namhafter Hersteller von Gasmotoren setzt bei herausfordernden Projekten immer wieder auf die Erfahrung von Interimsmanagern. Die Verlagerung der Ersatzteillogistik war eines dieser Projekte. Das Unternehmen konnte in vielerlei Hinsicht von der Zusammenarbeit mit dem Externen profitieren.

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(Bild: MWM)

Trotz wachsender Bedeutung stellt der Einsatz von Interimsmanagement für viele Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau immer noch ein neues, aber verstärkt ernstzunehmendes Thema dar. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die die Atreus GmbH im vergangenen Jahr zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) durchgeführt hat (siehe Kasten).

Ergänzendes zum Thema
Studienergebnisse: Interimsmanagement im Maschinenbau noch nicht allzu stark verbreitet

Atreus hat zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) Anfang 2012 eine Studie zum Einsatz von Interimsmanagement im Maschinen- und Anlagenbau durchgeführt.

Management Summary

  • Bislang werden Interimsmanager im Maschinen- und Anlagenbau nur von einem kleinen Teil der Unternehmen eingesetzt.
  • Üblicherweise werden Interimsmanagern besonders herausfordernde Aufgaben im Unternehmen übertragen. Die Überbrückung von vakanten Führungspositionen erfolgt eher selten.
  • Die überzeugende Persönlichkeit des Interimsmanagers und seine umfassende Branchenerfahrung sind die entscheidenden Auswahlkriterien für die Besetzung.
  • Bislang werden Interimsmanager hauptsächlich über persönliche Netzwerke rekrutiert.
  • Viele Unternehmen haben sehr positive Erfahrungen mit Interimsmanagern gemacht. Es bestehen jedoch auch Vorbehalte gegenüber der Zusammenarbeit mit ihnen.

Trends

94 % der Befragten sind der Meinung, dass sich der Mangel an Fachkräften weiter verschärfen wird. 91,5 % sehen Herausforderungen darin, die Nähe zu den Kunden auszubauen und das Anwendungs-Know-how zu steigern.

Themen

Aufgaben, die besonderes Expertenwissen voraussetzen (78 %), sowie Arbeiten außerhalb des täglichen Aufgabenspektrums (77,5 %) sind nach Einschätzung der Befragten die Themen, die gut durch Interimsmanager abgedeckt werden können.

Auswahlkriterien

Wichtigstes Auswahlkriterium für den Einsatz von Interimsmanagern ist für 93 % der Befragten die Führungs- beziehungsweise Managementerfahrung, dicht gefolgt von der fachlichen Eignung (85 %) und Methodenwissen (84 %).

Bildergalerie

Die Befragung von Geschäftsführern aus der Fertigungsindustrie sollte ergründen, ob und welche Erfahrungen die Maschinen- und Anlagenbauer bisher mit dem Einsatz von Interimsmanagern gesammelt haben. Von den befragten Entscheidern haben erst knapp über 10 % Interimsmanager eingesetzt. Aber: Wer dies erst einmal getan hat, greift immer wieder zur Bewältigung besonderer Herausforderungen auf deren wertsteigernde Wirkung zurück.

Durchweg positive Erfahrungen mit Interimsmanagern

Neben der Übernahme von Arbeiten außerhalb des täglichen Aufgabenspektrums ist es auch das Management großer Transformationsprozesse, mit dem „Interim Executives“ betraut werden. Dazu werden sie in mehr als der Hälfte aller Fälle direkt unter der obersten Entscheidungsebene eingesetzt. Ein Großteil der an der Studie teilnehmenden Unternehmen hat dabei sehr positive Erfahrungen mit den von ihnen eingesetzten Interimsmanagern gemacht. Folglich bauen sich die Vorurteile, die mit Beginn der Etablierung des Interimsmanagements bei Unternehmensverantwortlichen vorhanden waren, zunehmend ab.

Für die befragten Maschinen- und Anlagenbauer ist eine einschlägige Branchenerfahrung ein „Must-have“-Kriterium für die Auswahl eines Interimsmanagers. Fast noch bedeutender ist die Führungs- und Managementerfahrung des Interimsmanagers. „Vieles spricht dafür, dass die zunehmende Internationalisierung die Branche einem Reifeprozess unterzieht, der sich auch in neuen Führungs- und Organisationsstrukturen niederschlägt. Dazu gehört auch Interimsmanagement“, verweist Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Jörg Bullinger, Senatsmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft, auf die geänderten Vorzeichen für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau.

Verlagerung der Ersatzteillogistik mit Interimsmanager bewältigt

Im konkreten Fall standen die Motoren-Werke Mannheim (MWM) vor der Aufgabe, eine Verlagerung der Ersatzteillogistik zu bewältigen. Die weltweite Versorgung der MWM-Kunden mit Ersatzteilen erfolgte bis dahin durch das Logistikzentrum der Deutz AG in Köln. Diese hatte 1985 als Klöckner-Humboldt-Deutz AG die MWM übernommen und daraus 2005 als Deutz AG die eigenständige Tochter Deutz Power Systems geschaffen, die nach der Übernahme durch den Finanzinvestor 3i im Herbst 2007 seit Oktober 2008 wieder unter dem Namen MWM firmiert. Unmittelbar nach dem Einstieg von 3i vereinbarten die beteiligten Unternehmen, den bis Ende 2012 laufenden Servicevertrag zur Abwicklung der Ersatzteillogistik vorzeitig zum Ende des Jahres 2009 zu beenden.

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