Aluminiumverarbeitung

Italienischer Alu-Gießer sichert mit Zerspanung die Zukunft

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Wertvolle Unterstützung aus Chemnitz

Hier kam von Anfang an Dipl.-Ing. Thomas Kässner ins Spiel: Der Salesmanager Heckert spricht fließend Italienisch und half auch bei der Inbetriebnahme in der Lockdown-Zeit, die dank des direkten Kontakts zum Starrag-Werk in Chemnitz nahezu ohne Verzögerung ablief. Für die beiden Bearbeitungszentren entschied sich das Unternehmen wegen der stabilen Bauweise, des damit verbundenen höheren Spanabtrags, der Dauergenauigkeit und des technologischen Leistungspuffers. Bewusst steif ausgelegt sind alle Gestellbaugruppen vom Maschinenbett, Ständer, Tisch bis hin zur Dreh-/Schwenkeinheit. „Ich freue mich besonders über die hohe durchgängige Maschinensteifigkeit, denn wir schlichten die Druckgussteile mit Diamantwerkzeugen“, lobt Becchetti die Bearbeitungszentren. „Selbst bei 20.000 Umdrehungen pro Minute bricht der Diamant nicht, wenn er auf einen Lunker trifft.“

Diamantwerkzeug und Nassbearbeitung im Enklang

Minimalmengenschmierung oder Trockenbearbeitung kommt bei der Bearbeitung von Aluminiumbauteilen in der Regel nicht infrage. Die Italiener verwenden eine elektronisch gesteuerte Kühlschmierstoffzufuhr, die unter anderem für die Temperierung von Werkstück und Werkzeug sorgt. „Ohne effektive Nassbearbeitung käme es nicht zu einem optimalen Späneabtransport“, ergänzt Becchetti. Mit dem Entfernen der Späne steht und fällt aber die saubere und schnelle Bearbeitung, denn Aluspäne bleiben sonst leicht am Diamant kleben und verkratzen oder verletzen das Gussbauteil. Besonders erfreut ist der Zerspanungs-Experte von der Qualität und der sehr schnellen Bearbeitungszeit. „Obwohl viele Bauteile schwer zugängliche Stellen wie Bohrungen oder Taschen besitzen, sank die Bearbeitungszeit gegenüber der unseres Dienstleisters um mehrere Sekunden pro Spannlage, da wir deutlich höhere Schnittgeschwindigkeiten fahren können“, berichtet Becchetti. „Gleichzeitig erreichen wir Spitzenqualität.“ Mit dem Heckert-Duo wird eine Oberflächenrauheit Ra von 20 µm erreicht, sodass eine Nachbearbeitung entfällt.

Aufstiegschancen durch eigene mechanische Fertigung

Der Aufwand hat sich gelohnt: Industria Metalli startete mit der Bearbeitung von einfachen Gehäusen für Ölfilter. Das Unternehmen zerspant in seiner neuen Fertigungsinsel bereits jedes Zehnte seiner Bauteile. „Ich bin optimistisch, dass wir bald weitere Produkte mit den Heckert-Bearbeitungszentren endbearbeiten und dank der mechanischen Fertigung im Haus auch Aufträge für völlig neue Komponenten erhalten“, zeigt sich Becchetti zuversichtlich. „Im nächsten Schritt steht nun die Automatisierung an.“ Doch schon ohne diese Integration kann sich das Ergebnis sehen lassen: Industria Metalli steigerte den Wertschöpfungsanteil an Bauteilen deutlich – sogar mit besserer Marge.

Doch was visiert der Geschäftsführer mit dem strategischen Weitblick langfristig an? „Mit dem Aufbau und der Integration der mechanischen Fertigung in unser Produktionssystem hat sich die Chance zum Aufstieg zum ‚Tier one‘, zum Systemlieferanten, deutlich erhöht“, meint Becchetti. „Wir können nun unsere Produkte im Vergleich zu den vielen Wettbewerbern ohne Inhouse-Machining deutlich wettbewerbsfähiger anbieten. Die beiden Heckert-Bearbeitungszentren sind dabei der erste Meilenstein auf unserem Weg.“

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