IT&Business ITK-Branche fehlen 43.000 Fachkräfte

Autor Robert Horn

Zum Auftakt der Fachmesse IT & Business gaben Veranstalter und Verbände einen positiven Ausblick auf Umsatz und Wachstum der ITK-Branche. Größtes Sorgenkind bleibt aber der mangelnde Fachkräfte-Nachwuchs.

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Die ITK-Branche wächst auch 2015, so der Verband Bitkom. Am 29. September startete die Fachmesse IT & Business, auf der über 300 Aussteller ihre digitalen Prozesse und Lösungen vorstellten.
Die ITK-Branche wächst auch 2015, so der Verband Bitkom. Am 29. September startete die Fachmesse IT & Business, auf der über 300 Aussteller ihre digitalen Prozesse und Lösungen vorstellten.
(Bild: Horn)

Mit fast 1 Mio. Beschäftigter zählt die ITK-Branche zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Die meisten davon, 785.000 Beschäftigte, stammen dabei aus der Informationstechnik. Und: Der Branche geht es gut. Nach einer Umfrage erwarten 74 % der Unternehmen einen steigenden Umsatz für das zweite Halbjahr 2015, im ersten Halbjahr steigerten 67 % der Unternehmen bereits ihren Umsatz. Dieses Ergebnis stellte Ulrich Dietz, Vizepräsident des Digitalverbands Bitkom auf der Pressekonferenz der Fachmesse IT & Business vor. Demnach erwartet der Verband eine Wachstumssteigerung von 1,5 % für den deutschen ITK-Markt in 2015.

Fachkräftemangel erreicht kritisches Niveau

Größte Sorge bereitet den Unternehmen aber nach wie vor der Fachkräftemangel. Mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen sahen die Fachkräftesituation als größtes Hindernis. rund 43.000 IT-Spezialisten fehlen derzeit. Auch Harald Klingelhöller, Vorstandsvorsitzender des VOI, beklagte die seit Jahren immer dramatischer werdende Situation. „Es ist 5 nach 12“ mahnte er an und merkte an, dass die derzeitige Flüchtlingssituation helfen könnte, die angespannte Situation zu entschärfen.

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Der ITK-Branche käme hier eine Schlüsselrolle zu: „Wir haben nicht das K.o.-Kriterium Deutsch“ fügte Klingelhöller an. Der VOI arbeite derzeit an einem Guide für Mitgliedsunternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

Gründe für den Fachkräftemangel gibt es viele: Zum einen können deutsche Unternehmen das Lohnniveau amerikanischer Vorbilder nicht halten. Zum anderen sind die Einstiegshürden oft zu speziell für Einsteiger, Hier müsse nicht nur die Politik handeln, auch die Unternehmen sollten sich an die eigene Nase fassen.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit in der ITK-Branche ist ein weiterer Stolperstein: „In der Regel haben wir alle 18 Monate einen Technologiewechsel“, gibt Klingelhöller an. Wie das allein mit einer dreijährigen Ausbildung vereinbar ist, sollte offensichtlich sein. Und auch Spezialisten, die nach einer Pause den Wiedereinstieg suchen, haben so oft den Anschluss verpasst.

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