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32. Kyoto-Preis Japanischer Robotiker erhält Kyoto-Preis für bahnbrechende Verfahren im autonomen Fahren

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Der Robotiker Dr. Takeo Kanade, der Medizinwissenschaftler Dr. Tasuku Honjo sowie die Philosophin Dr. Martha Craven Nussbaum konnten unlängst den renommierten Kyoto-Preis für ihr Lebenswerk entgegennehmen.

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V.l.: Der Robotiker Dr. Takeo Kanade, der Medizinwissenschaftler Dr. Tasuku Honjo sowie die Philosophin Dr. Martha Craven Nussbaum haben den renommierten Kyoto-Preis für ihr Lebenswerk entgegengenommen.
V.l.: Der Robotiker Dr. Takeo Kanade, der Medizinwissenschaftler Dr. Tasuku Honjo sowie die Philosophin Dr. Martha Craven Nussbaum haben den renommierten Kyoto-Preis für ihr Lebenswerk entgegengenommen.
(Bild: Kyocera)

Der japanische Robotiker Dr. Takeo Kanade hat bei einer feierlichen Zeremonie den Kyoto-Preis für die Entwicklung bahnbrechender Verfahren und Technologien für diverse Anwendungen des maschinellen Sehens und autonomen Fahrens entgegengenommen. Die hochdotierte Ehrung wird jedes Jahr am 10. November – dies Jahr bereits zum 32. Mal - durch die Inamori-Stiftung verliehen und würdigt das Lebenswerk von Persönlichkeiten, die sich mit herausragenden Leistungen in Wissenschaft und Kultur verdient machen. Im Kyoto International Conference Center in der alten japanischen Kaiserstadt nahmen alle drei Laureaten aus den Bereichen „Arts and Philosophy“, „Advanced Technology“ und „Basic Sciences“ ein Diplom, die Kyoto-Preis Medaille und das Preisgeld in Höhe von jeweils 50 Millionen Yen (rund 430.000 Euro) entgegen. Die Feierlichkeiten fanden im Beisein von Prinzessin Takamado, einem Mitglied der Kaiserfamilie und mehr als tausend Gästen aus Wirtschaft, Kultur und Politik aus aller Welt statt.

Computergestützte Bilderkennung in der Robotik entscheidend vorangetrieben

Der japanische Robotiker Dr. Takeo Kanade arbeitet schwerpunktmäßig im Bereich der Robotik und hat bahnbrechende Verfahren und Technologien für diverse Anwendungen entwickelt. So hat er theoretische und praktische Beiträge zur Basistheorie des maschinellen Sehens und autonomen Fahrens geleistet und die computergestützte Bilderkennung in der Robotik entscheidend vorangetrieben. Aus seiner Forschung ging eine Methode zur Entwicklung von Gesichtserkennungstechnologien auf Basis neuronaler Netzwerke hervor, die den kommerziellen Einsatz von Gesichtserkennungsanwendungen in vielen verschiedenen Bereichen ebnete. Zu seinen weiteren wissenschaftlichen Erfolgen zählt die Entwicklung einer Theorie, die aus zweidimensionalen Bildern dreidimensionale Strukturen modelliert.

Selbstfahrendes System mit künstlicher Intelligenz

Mit dem Projekt „No Hands Across America“ gelang es Kanade, ein selbstfahrendes System mit künstlicher Intelligenz zu entwickeln, dass eine rund 4500 km lange Strecke autonom zurücklegen kann.

Dr. Kanade, 70, wurde in der japanischen Präfektur Hyogo geboren und hat in seiner Karriere bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter den „Azriel Rosenfeld Lifetime Achievement Award“ und den „Bower Award and Prize for Achievement in Science“.

Kyoto-Preis von Kyocera-Gründer ins Leben gerufen

Der Kyoto-Preis wurde 1984 von Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologie-Konzerns Kyocera mit Hauptsitz in Kyoto, ins Leben gerufen. Der Kyoto-Preis wird jährlich im November von der ebenfalls von ihm gegründeten Inamori-Stiftung in den Kategorien „Advanced Technology“, „Basic Sciences“ und „Arts and Philosophy“ vergeben.

Zu den Preisträgern der letzten 32 Jahre zählen bedeutende Persönlichkeiten wie die verstorbene Choreographin Pina Bausch, der Philosoph Jürgen Habermas, der japanische Modeschöpfer Issey Miyake, der französische Komponist Pierre Boulez sowie der Molekularbiologe Yoshinori Ohsumi, der dieses Jahr den Nobelpreis für seine Forschung erhalten hat.

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