Neue Arbeitsstättenverordnung Jetzt Gefährdungsbeurteilung aktualisieren

Autor / Redakteur: Josef Sauer / M.A. Frauke Finus

Das Bundeskabinett hat am 2. November 2016 die novellierte Arbeitsstättenverordnung beschlossen. Sie tritt nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Damit werden Vorschriften an die veränderte Arbeitswelt angepasst und Regelungen aus entsprechenden Verordnungen zusammengeführt. Unternehmen müssen nun Änderungen identifizieren und Maßnahmen festlegen und umsetzen, dies erfolgt am Besten im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.

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Das Bundeskabinett hat am 2. Nvoember 2016 die novellierte Arbeitsstättenverordnung beschlossen.
Das Bundeskabinett hat am 2. Nvoember 2016 die novellierte Arbeitsstättenverordnung beschlossen.
(Bild: © Sascha Tiebel/Fotolia)

Ziel ist, Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten in Arbeitsstätten zu gewährleisten, auch auf Baustellen. Arbeitsabläufe sollen menschengerecht gestaltet werden. Und nicht zuletzt will sie Arbeitgeber dabei unterstützen, ihre Pflicht zu erfüllen: Inhalte werden verständlicher dargestellt und Forderungen konkretisiert, das erleichtert die Umsetzung in der Praxis.

Wesentliche Änderungen

Arbeitsplätze sind nun definiert als Bereiche, „in denen Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit tätig sind“. Damit entfällt die bisherige zeitliche Eingrenzung. Das Betreiben von Arbeitsstätten beinhaltet jetzt auch deren Optimierung sowie Organisation und Gestaltung der Arbeit. Beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten muss der Arbeitgeber neben Stand der Technik sowie Arbeitsmedizin und Hygiene nun auch explizit ergonomische Anforderungen berücksichtigen.

Die Inhalte der Bildschirmarbeitsverordnung wurden aktualisiert und in die neue Arbeitsstättenverordnung integriert, die bisherige Verordnung für Bildschirmarbeit wird außer Kraft gesetzt

Psychische Belastungen

Künftig müssen neben physischen auch psychische Belastungen bei der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Konkret können dies Belastungen und Beeinträchtigungen der Beschäftigten, zum Beispiel durch störende Geräusche oder Lärm, ungeeignete Beleuchtung oder ergonomische Mängel am Arbeitsplatz sein.

Vor dem Hintergrund veränderter Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitmodelle wurden eindeutige Regelungen für Telearbeitsplätze in die Verordnung aufgenommen. Sie werden definiert als „vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die der Arbeitgeber eine mit den Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat.“ Die Bedingungen der Telearbeit müssen im Rahmen eines Arbeitsvertrags oder einer Vereinbarung geregelt sein. Und die benötigte Ausstattung mit Mobiliar, Arbeitsmitteln einschließlich der Kommunikationseinrichtungen (zum Beispiel PC, Telefon, Internet) muss durch den Arbeitgeber oder eine von ihm beauftragte Person bereitgestellt und installiert werden.

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