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Tintenstrahldruck

Kabel und Rohre rasend schnell kennzeichnen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Kabelextruder sind schnell – Kennzeichnungssysteme drohen zum Flaschenhals der Produktion zu werden. Paul Leibinger bietet dafür mit dem Jet Rapid einen der schnellsten Continuous-Inkjet-Drucker mit Geschwindigkeiten bis 1000 m/min.

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Zylinderförmiger Druckkopf des Jet Rapid: Die Tintentropfen landen als Bildpunkte auf dem Kabel und trocknen in weniger als 1 s.
Zylinderförmiger Druckkopf des Jet Rapid: Die Tintentropfen landen als Bildpunkte auf dem Kabel und trocknen in weniger als 1 s.
(Bild: Paul Leibinger)

In der Kabelproduktion schießen die Adern durch Extruder, die sie mit einer Ummantelung aus Teflon, PE oder Silikon versehen. Spitzenlinien laufen mittlerweile mit Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h – ein Tempo, bei dem Drucker hinter dem Extruder in die Knie zu gehen drohen. Herstellername, Logo, Chargennummer und Längenmarkierung sind verzerrt und schlimmstenfalls nicht mehr lesbar. Doch stößt der Drucker nur 2 min an seine Grenzen, landen 2 km Kabel in der Mülltonne.

Tintenstrahldrucker hält mit Hochgeschwindigkeits-Extrudern mit

„Um Drucker in solchen Hochgeschwindigkeitsanlagen nicht zum Nadelöhr werden zu lassen, haben wir den CIJ-Drucker Jet Rapid entwickelt – eines der schnellsten industriellen Kennzeichnungsysteme der Welt“, erläutert Christina Leibinger, Geschäftsführerin des Produktkennzeichnungsspezialisten Paul Leibinger aus dem baden-württembergischen Tuttlingen. „Die Drucker garantieren ein einwandfrei lesbares Schriftbild, selbst bei Bandgeschwindigkeiten von 1000 m/min.“

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Der Jet Rapid eignet sich für die High-Speed-Beschriftung in der Draht-, Kabel- und Rohrherstellung, bestätigt die Huber+Suhner AG, ein Schweizer Unternehmen der elektrischen und optischen Verbindungstechnik mit einem Jahresumsatz von über 650 Mio. Euro. „Wir haben die Drucker in ausgiebigen Tests mit anderen Herstellern verglichen“, sagt Thomas Haab, Projektmanager bei der Huber+Suhner AG. „Dabei haben wir festgestellt, dass wir vor allem mit Leibinger die Geschwindigkeiten erreichen können, die wir uns vorstellen.“

Automatisches Verschlusssystem macht Tintenstrahldrucker ausfallsicher

Die Drucker sind laut Mitteilung von Leibinger zudem ausfallsicher, dank eines automatischen Verschlusssystems namens Sealtronic. Ist der Drucker nicht in Betrieb, fährt das Fängerrohr nach hinten, verschließt die Düse luftdicht und verhindert, dass Tinte eintrocknet und die Düse verstopft. Dadurch entfallen Reinigungsarbeiten.

Die Continuous-Inkjet (CIJ) Technik macht die Tintenstrahldrucker so effizient, wie der Hersteller weiter berichtet. Durch eine winzige Düse im zylinderförmigen Druckkopf, der über dem Kabel montiert ist, schießen pro Sekunde 128.000 elektrisch aufgeladene Tintentropfen in Richtung eines Auffangrohrs. Ein Hochspannungsfeld zwischen den Rohrenden verändert die Flugbahn einzelner Tropfen. Sie landen als Bildpunkt auf dem Kabel und trocknen in weniger als einer Sekunde. Neuerdings ist es sogar möglich, weiße Informationen mit hohen Geschwindigkeiten gut lesbar auf einem schwarzen Kabel zu drucken – dank des Einsatzes spezieller Pigmenttinten.

Zudem arbeitet der Tintenstrahldrucker auch mit einer pigmentierten silbergrauen Tinte, die sowohl auf dunklen als auch auf hellen Kabeln und Rohren lesbar ist. Damit entfällt die Notwendigkeit, für schwarzen und weißen Druck mehrere Geräte im Einsatz haben zu müssen.

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