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Mensch-Roboter-Kollaboration

Keine Angst vor Robotern

| Autor / Redakteur: Victoria Sonnenberg / Victoria Sonnenberg

In dem BMW-Werk in Spartanburg im amerikanischen Bundesstaat South Carolina ist die direkte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine bereits Alltag. Ohne Schutzzaun arbeiten Roboter des dänischen Herstellers Universal Robots Hand in Hand mit den menschlichen Mitarbeitern.
In dem BMW-Werk in Spartanburg im amerikanischen Bundesstaat South Carolina ist die direkte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine bereits Alltag. Ohne Schutzzaun arbeiten Roboter des dänischen Herstellers Universal Robots Hand in Hand mit den menschlichen Mitarbeitern. (Bild: BMW Group)

Bislang zählte die Automobilindustrie zur ersten Adresse der Mensch-Roboter-Kollaboration. Weil die Arbeit mit dem Roboter für Anwender immer einfacher wird, soll die Automatisierung bald auch bei Mittelständlern zur Normalität werden. Die Ergonomie, aber auch der Fertigungs- und Konkurrenzdruck sprechen dafür. Zudem eröffnet die Automatisierung den unterschiedlichsten Branchen neue Einsatzmöglichkeiten. Niemand sollte dabei Angst vor Chancen haben.

Während unter anderem das Pentagon und Google vermehrt ihren Fokus auf autonome Systeme wie Drohnen und Fahrzeuge richten, sucht die Industrie, insbesondere das produzierende Gewerbe, nach integrativen, kollaborativen Lösungen. Die einen wollen den Menschen ersetzen, die anderen streben nach Systemen, die Mensch und Roboter zu einer sich ergänzenden Einheit von Intelligenz und Produktivität verschmelzen. Oberstes Gebot ist dabei, das Beste beider Welten im gegenseitigen Einverständnis zu verheiraten.

Heute sind wir dieser Vorstellung näher denn je, denn vorbei sind die Zeiten einer zaghaften Annäherung der Roboter an den Menschen. Zu viele Branchen sehen die Vorteile und somit auch die Einsatzmöglichkeiten der seelenlosen, aber tatkräftigen Unterstützer. „Die Mensch-Roboter-Kollaboration verändert die industrielle Fertigung. Dabei hat sich das Image des Roboters als laute, große gefährliche Maschine mittlerweile deutlich gewandelt“, sagt Esben H. Østergaard, CTO bei Universal Robots.

Einen klaren Tenor setzte auf diesem Gebiet die letzte Automatica 2014, nämlich dass Roboter und Menschen in unmittelbarer Zukunft noch stärker zusammenarbeiten werden. Auch die diesjährige Hannover-Messe wird die nächste Generation der Robotik fokussieren und einem mehr als interessierten Fachpublikum zugänglich machen. Führende Roboterhersteller werden zeigen, wie die Robotik zum Schlüssel zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und Flexibilität in der Produktion werden kann. Dabei rückt nicht nur die Zusammenarbeit beider Spezies näher in den Fokus, sondern zunehmend auch der Roboter näher an seine lebendigen Kollegen heran. „Die Technik muss künftig in der Lage sein, sich auf veränderte Randbedingungen und Eingriffe des Menschen einzustellen“, bringt es Dr.-Ing. Alexander Hildebrandt, Research Mechatronic Systems, Festo, auf den Punkt.

Mit mehr Sicherheit zu mehr Mensch-Roboter-Kollaborationen

Gründe, dass Roboter vermehrt auf Tuchfühlung gehen dürfen und auch umgekehrt, sind unter anderem „bahnbrechende Safety-Funktionen“, wie sie Stäubli im CS9-Controller seiner TX2-Generation auf der letzten Automatica vorstellte. Eine Vielzahl dieser Sicherheitsfunktionen, wie beispielsweise Safe Speed und Safe Stop, bildet die Grundlage für eine sichere Mensch-Roboter-Kollaboration ohne notwendigen Schutzzaun. Denn dank integrierter Sensorik macht der Roboter seine zu nahe kommenden Bediener aus und reduziert automatisch seine Geschwindigkeit, in der er ohne großes Aufheben weiterarbeitet. Sobald der Roboter sich wieder allein in seiner programmierten „Wohlfühlzone“ weiß, fährt er die Geschwindigkeit auf sein vorheriges Level hoch und arbeitet wie gewohnt weiter. Die TX2-Sechsachser-Baureihe mit der Steuerung CS9 ist vom TÜV zertifiziert und erfüllt die Anforderungen der Sicherheitskategorie SIL3-Ple.

Ergänzendes zum Thema
 
Soft-Robotics und ihre Antriebstechnologien
Soft-Robotics ist eine neue Disziplin in der Mensch-Roboter-Interaktion. Eine ihrer Herausforderungen ist die Entwicklung von intrinsisch nachgiebigen Antriebstechnologien.

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