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Hannover-Messe 2008 Keramikteile als Schlüsselkomponenten technischer Systeme

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Ein Blickfang für die Besucher in Halle 4 der Hannover-Messe 2008 ist ein Modell des Audi A6. Wie jedes Automobil ist es heute das Ergebnis einer Gemeinschaftsarbeit, an der auch Hersteller von Keramikteilen beteiligt sind. Wer jedoch vor dem Modell steht, dem wird die Rahmenkonstruktion aus Aluminium und der Innenraum aus Kunststoffen ins Auge springen.

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Im Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau setz man auf technische Keramik als Funktionswerkstoff. Das zeigt der Task-Gemeinschaftsstand. Bild: Tasl
Im Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau setz man auf technische Keramik als Funktionswerkstoff. Das zeigt der Task-Gemeinschaftsstand. Bild: Tasl
( Archiv: Vogel Business Media )

Dass technische Keramik das Fahrzeug erst zum Laufen bringt, das kommt wohl den wenigsten Betrachtern in den Sinn, obwohl das Modell in Längsrichtung aufgeschnitten ist und damit den Blick ins Fahrzeugherz freigibt.

„Dabei ist technische Keramik häufig eine Schlüsselkomponente in komplexen technischen Systemen“, sagt Dr.-Ing. Michael Zins, Geschäftsführer der Task GmbH, Dresden. Am Gemeinschaftsstand der Technologie-Agentur für Struktur-Keramik (Task) ist das deutlich zu sehen.

Dort werden in 16 Großvitrinen eine Vielzahl von Bauteilen präsentiert – von 23 Ausstellern und zehn weiteren Unternehmen. Sie sind das Ergebnis erfolgreicher Keramikanwendungen.

Erfolgreiche Bauteile aus Keramik erfordern gründliche Vorbereitung

Voraussetzung dafür ist eine gründliche Vorbereitung: Benötigt wird ein detailliertes Pflichtenheft sowie ein guter Überblick über keramische Werkstoffe und Bearbeitungsverfahren. Außerdem kann ein erfahrener Entwicklungspartner nützlich sein. Auf jeden Fall sollte man laut Zins „die Freiheit haben, sich von Vorurteilen zu lösen.“

Auf dieser Basis entstehen immer wieder überraschende Innovationen. Davon findet man auf dem Gemeinschaftsstand einiges unter den Exponaten.

So wird eine keramische Bremsscheibe mit Kohlenfaserverstärkung präsentiert. Dieses für technische Keramik extrem große Bauteil des Herstellers SGL Carbon ist heute fester Bestandteil in den Hochgeschwindigkeitszügen des ICE.

Bauteile aus technischer Keramik in immer größeren Stückzahlen hergestellt

Im Allgemeinen sind Keramikteile für technische Anwendungen merklich kleiner. Sie werden immer häufiger in großen Stückzahlen hergestellt. Davon profitieren zunehmend Herstellungsverfahren, die eine hohe Automatisierung und Schnelligkeit ermöglichen. So habe das Spritzgießen bei Massenteilen einen Boom ausgelöst, stellt Zins fest. Es verspreche mehr Wirtschaftlichkeit und geometrische Gestaltungsfreiheit.

Diese Entwicklung findet auf der Messe einerseits Ausdruck in zahlreichen Exponaten. So wurden auf dem Gemeinschaftstand komplexe Bauteile in der Massenfertigung zu einem Ausstellungsschwerpunkt erhoben. Andererseits hat die Deutsche Keramische Gesellschaft (DKG) einen Expertenkreis Keramikspritzguss eingerichtet, der vorgestern auf der Messe zur konstituierenden Sitzung zusammengekommen ist. Dieser Expertenkreis soll die Weiterentwicklung der gesamten Prozesskette vorantreiben.

In der Kunststoffindustrie hat zwar hat das Spritzgießen eine lange Tradition, doch Unterschiede in den Prozess-Schritten gibt es reichlich. Was sich bei Kunststoffen bewährt habe, sagt Zins, führe bei technischer Keramik nicht unbedingt zu einer wirtschaftlichen Lösung.

Gemeinschaftsstand Task, Halle 5, Stand E40

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