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Kunststoff und Umwelt

Kirche plant Anti-Plastik-Predigten!!!

| Redakteur: Peter Königsreuther

Gut gerüstet für die Belagerung: Beim Thema Kunststoffe teilt sich die Gesellschaft gerne mal in zwei Gruppen auf - Gegner und Beführworter! Oft genug sind es die Letzteren, die sich wirklich mit der Materie auskennen und Gefahren oder Schädlichkeiten objektiv einschätzen können. Der Verein Kunststoffland NRW will mit Halbwissen und lediglich sinnvoll erscheinendem Aktionismus aufräumen, und bezieht klar Stellung gegen das „Modellprojekt Unplastic Billerbeck“.
Gut gerüstet für die Belagerung: Beim Thema Kunststoffe teilt sich die Gesellschaft gerne mal in zwei Gruppen auf - Gegner und Beführworter! Oft genug sind es die Letzteren, die sich wirklich mit der Materie auskennen und Gefahren oder Schädlichkeiten objektiv einschätzen können. Der Verein Kunststoffland NRW will mit Halbwissen und lediglich sinnvoll erscheinendem Aktionismus aufräumen, und bezieht klar Stellung gegen das „Modellprojekt Unplastic Billerbeck“. (Bild: Otto)

„Keine seriöse Aktion“ – so urteilt der Verein kunststoffland NRW, der sich seit Jahren für die Kunststoffindustrie am Standort Nordrhein-Westfalen einsetzt, über das „Modellprojekt Unplastic Billerbeck“. Pauschal werde der Werkstoff an den Pranger gestellt und sogar „Anti-Plastik-Predigten“ sollen demnächst im Dom zu Billerbeck stattfinden.

Zahlreiche Medien hatten immer wieder berichtet, wie Bürgerinnen und Bürger der münsterländischen Stadt auf spielerische Weise zum vollständigen Verzicht auf Tüten aus Kunststoff gedrängt werden. Natürlich müssen ökologische Herausforderungen rund um den Werkstoff Kunststoff offen diskutiert und gelöst werden. Beim aktuellen Projekt eines Aktionskünstlers in Billerbeck steht aber eindeutig spektakuläre Aktion anstelle von Sachaufklärung im Vordergrund. Pauschal wird der Werkstoff Kunststoff an den Pranger gestellt, sogar „Anti-Plastik-Predigten“ sollen demnächst im Dom zu Billerbeck stattfinden. „Diese Stimmungsmache ist imageschädigend und gefährlich für die Kunststoffindustrie – wie sollen die Betriebe unter solchen Vorzeichen Jugendliche für eine Ausbildung in dieser zukunftsträchtigen Branche motivieren?“, fragt Dr. Bärbel Naderer, Geschäftsführerin des Vereins kunststoffland NRW.

Staatlich geförderte Standortgefährdung

Völlig unverständlich ist dem Verein, dass die Anti-Kunststoff-Kampagne im Münsterland sogar vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird und in der Politik breite Unterstützung findet. Dabei ist die Kunststoffindustrie mit rund 1000 Betrieben und circa 137.000 Beschäftigten sowie mit ihrem Innovationspotenzial für die meisten anderen Branchen in NRW ein wahrer Jobmotor. Ganz abgesehen davon, dass modernes Leben ohne Kunststoff heute nicht mehr vorstellbar ist, denn wer will ernsthaft auf Schutzbekleidung, Fahrradhelme, Sportbekleidung und -geräte oder gar auf lebensnotwendige medizinische Produkte wie Prothesen, Implantate, Einwegspritzen verzichten? Die Realität ist leider weitaus komplexer als die Billerbecker Aktion suggeriert. Die Kunststoffindustrie ist sich hier ihrer Verantwortung für die Umwelt durchaus bewusst. Im Verein kunststoffland NRW beschäftigen sich Unternehmen und Wissenschaftler deshalb engagiert mit konkreten Praxislösungen für nachhaltiges Wirtschaften – von der Energie- und Ressourceneinsparung bis hin zum Kunststoffrecycling. Gerade jetzt sind weitere Mitstreiter/innen herzlich willkommen!

MM

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