Xylem-Studie Klimaschutz lohnt sich – auch finanziell

Redakteur: Florian Stocker

Laut einer aktuellen Xylem-Studie schont energieeffiziente Technik in Abwasseranlagen nicht nicht nur das Klima, sondern ermöglicht dem Betreiber auch sinkende Betriebskosten. Die Studie fordert als Konsequenz geeignete Finanzierungsmodelle, die diesen Prozess weiter anschieben.

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(Bild: Xylem)

Fast die Hälfte der Energiekosten, die weltweit für die Abwasseraufbereitung anfallen, könnten eingespart werden – durch den Einsatz von bereits heute verfügbaren Technologien. Das ist das Resümee eines aktuellen Xylem-Reports „Powering the Wastewater Renaissance“. Investitionen in die Energieeffizienz der Abwasseraufbereitung machen sich demnach schnell bezahlt. Um dies zu belegen, analysiert der Report die reifen Märkte USA und Europa und den schnell wachsenden Markt China.

Emissionen entstehen zum einen durch die Zersetzung von Bestandteilen des Abwassers, zum anderen indirekt durch den Energieverbrauch bei Abwassertransport und -reinigung. Insbesondere für die zweite und dritte Behandlungsstufe, bei welchen beispielsweise Luft oder Ozon zugeführt wird, sind der Energieverbrauch und damit die CO2-Emissionen hoch. Auch die Klärschlamm-Entwässerung und -trocknung ist energieintensiv – durch den Einsatz von beispielsweise elektrischen Pumpen und Erhitzern.

Die Emissionen aus der Zersetzung der Abwasserbestandteile zu reduzieren würde hohe Kosten verursachen. Viel ökonomischer ist es, den Energieverbrauch in den Fokus zu stellen. Die Xylem-Studie evaluiert das Potenzial zur Reduktion der Umweltbelastung über den Energieverbrauch auf Grundlage einer Basis-Abwasserbehandlungstechnik und alternativ einer höherwertigen Technik mit bekannter Performance. Die höherwertige Technik mit geringerem Energieverbrauch ist zwar teurer als die Basistechnologie. Sie reduziert jedoch die Betriebskosten durch einen geringeren Instandhaltungsaufwand.

Die Technologien gibt es schon – sie müssen nur genutzt werden

Die Quintessenz dieser Studie: Es lohnt sich, in derartige, zwar teurere, aber effizientere, Technologien zu investieren. Um in großem Maße den Energieverbrauch zu drosseln und damit die CO2-Belastung zu reduzieren, sind nicht einmal technische Neuentwicklungen notwendig. Es müssen „nur“ die bereits existierenden hocheffizienten Technologien genutzt werden. Dafür müssen jedoch Betreiber erst einmal die Chance erkennen, die sich ihnen hier bietet: durch die Reduktion der Betriebskosten.

Zwei Hebel können die Einführung effizienter Abwassertechnik beschleunigen: finanzielle Förderung und neue Energieeffizienz-Standards. Da energieeffiziente Lösungen tatsächlich mit höheren Investitionskosten verbunden sind, kann die Unterstützung durch Banken und die öffentliche Hand hilfreich sein. Höhere Energieeffizienz-Standards, wie sie in Europa und in den USA bereits zu greifen beginnen, sind ebenfalls zielführend. Ähnliche Regularien könnte man auf weiteres Equipment sowie auf andere Regionen ausdehnen, empfiehlt die Studie.

Nutzen Betreiber die energieeffizienten Technologien und reduzieren so ihre Betriebskosten, setzt das wiederum Ressourcen frei. Diese können in Europa in die vielerorts dringend notwendige Erneuerung der Abwasser-Infrastruktur fließen. In China und zahlreichen anderen schnell wachsenden Industrie-Gesellschaften, die in den nächsten Jahren große Abwasseranlagen schaffen müssen, stellt die Einführung hocheffizienter Technologien auch eine ökonomisch attraktive Gelegenheit dar, teure und verschwenderische Infrastruktur zu vermeiden.

Industrie und Stakeholder müssen dem Klimawandel gemeinsam begegnen

Die Studie appelliert an die Industrie und alle Stakeholder, in der Klimawandel-Agenda zusammenzuarbeiten, um noch bestehende Grenzen zur Einführung von hocheffizienter Abwasser-Behandlungstechnologien zu überwinden. Sie führen nicht nur zu einer größeren Produktivität in den Abwasseranlagen. Sie leisten auch einen bedeutenden Beitrag dabei, dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen.

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