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Chemische Konversion

Kohlendioxid nutzen, fossile Rohstoffe einsparen

| Redakteur: Rebecca Vogt

Carbon-2-Chem könnte eine zukünftige Lösung für die Industrie sein, wenn es darum geht, CO2 sinnvoll weiterzuverwerten. Ein Verbund aus Forschung und Industrie entwickelt zu diesem Zweck Technologien und Strategien, wie man den Abfallstoff künftig verwenden kann, um Erdöl in der Chemieindustrie zu ersetzen. Um den Ansatz zu diskutieren, wird jetzt zu einer Konferenzreihe eingeladen.

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Im Projekt Carbon-2-Chem sucht man nach Wegen, um zukünftig fossile Rohstoffe durch den Abfallstoff Kohlendioxid zu ersetzen.
Im Projekt Carbon-2-Chem sucht man nach Wegen, um zukünftig fossile Rohstoffe durch den Abfallstoff Kohlendioxid zu ersetzen.
(Bild: Carbon-2-Chem)

Während der Produktion entstehen in Stahlwerken Hüttengase. Diese enthalten erhebliche Mengen an klimaschädlichem CO2, das an die Umwelt abgegeben wird. Mit dem Verfahren Carbon-2-Chem sollen diese Hüttengase künftig zur Produktion chemischer Wertstoffe eingesetzt werden. Der schädliche Kohlenstoff würde auf diese Weise nicht mehr in die Atmosphäre gelangen und stattdessen fossile Rohstoffe in der chemischen Industrie ersetzen.

Stahl, Strom und Chemie

Im Thyssenkrupp-Stahlwerk in Duisburg entsteht aktuell ein neuartiger Produktionsverbund aus Hüttenwerk und Chemieproduktion. Dieser soll zeigen, wie die unvermeidbaren Emissionen zukünftig wirtschaftlich genutzt werden können. Verschiedene in Frage kommende Produktionsrouten für Chemikalien sowie Methoden und Technologien sollen im Projekt untersucht und entwickelt werden. Das Ziel ist ein belastbarer und zukunftsweisender Systemvorschlag.

Besonders am Projekt Carbon-2-Chem sei die breit angelegte, branchenübergreifende Zusammenarbeit von insgesamt 18 Partnern aus Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft. Die Projektpartner wollen ein neues Netzwerk aus Stahlherstellung, Stromerzeugung und Chemieproduktion entstehen lassen.

Übertragung auf weitere Branchen

Die Stahlherstellung habe man aufgrund ihrer hohen Bedeutung als erstes Anwendungsfeld ausgewählt. „Darüber hinaus entstehen Technologien, aus denen sich Module zur Umsetzung der Energiewende in vielen anderen Branchen generieren lassen“, erklärt Dr. Torsten Müller von der Geschäftsstelle Carbon-2-Chem. Neben Lösungen für ein Hüttenwerk seien alle Technologiemodule verknüpfbar zu neuen Verbundproduktionen.

Sieben Leitprojekte

Carbon-2-Chem setzt sich – entsprechend der zu entwickelnden Technologiemodule – aus sieben Leitprojekten zusammen. Die ersten sechs Leitprojekte beschäftigen sich mit den Modulen Wasserstoff, Methanol, Gasreinigung, höhere Alkohole, Polymere und Oxymethylenether. In ihnen sollen Technologien bis zur Einsatzreife entwickelt werden.

Im siebten Leitprojekt, der Systemintegration, sollen dann mit Hilfe theoretischer Methoden die Ergebnisse aus den sechs Leitprojekten so miteinander verknüpft werden, dass wirtschaftlich erfolgreiche und klimaschonende Produktionsverbünde vorgeschlagen werden.

Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion

Mit ihrem Projekt setzen die Partner auf nachhaltige Technologien und unterstützen die Energiewende, heißt es. Um die Inhalte und Potenziale des Projekts Partnern, Förderern und Interessierten aus Forschung, Industrie und Politik vorzustellen und diese zu diskutieren, laden die Projektkoordinatoren zu einer Konferenzreihe mit dem Thema „Nachhaltige chemische Konversion in der Industrie“ ein.

Auftakt der Reihe ist am 20. und 21. November 2017 im Lindner Congress Hotel in Düsseldorf. Interessierte können sich noch bis 30. Oktober anmelden.

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